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Das Buch zur internationalen Ausstellung ist die
erste deutsche Textsammlung zum Kieler Frieden
1814

003/3. Januar 2014/ang

„Ein Schicksalsjahr für den Norden“ in zehn Aufsätzen mit vielen Bildern

Am 14. Januar 2014 feiern Kiel und Norwegen gemeinsam den 200. Jahrestag des Kieler Friedens, mit dem in Nordeuropa die Napoleonischen Kriege endeten und der letztendlich zur Unabhängigkeit und Staatsgründung Norwegens führte. Nach Kiel kommt dann unter anderem eine große Delegation aus Oslo.

Zum Jubiläum wird am 14. Januar im Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum Warleberger Hof eine große dreisprachige (deutsch, englisch und norwegisch) Ausstellung zum Kieler Frieden von 1814 eröffnet. Dazu erscheint ein ebenfalls mehrsprachiges sowie reich bebildertes Buch im Wachholtz Verlag: die erste umfangreiche Sammlung von Texten zum Kieler Frieden (19,80 Euro).

Ausstellung und Buch haben den gleichen Titel: „Der Kieler Frieden.1814 – Ein Schicksalsjahr für den Norden“. Ausstellungskuratorin und Buchherausgeberin ist die Historikerin Sonja Kinzler, die bereits 2008 die große deutsch-norwegische Ausstellung „Nordlandreise“ im Kieler Schifffahrtsmuseum zusammengestellt hatte.

 Herausgeberin Kinzler (links), Museumdirektorin Tillmann und Kulturdezernent Röttgers stellten das Buch vor.

Herausgeberin  Dr. Sonja Kinzler (links), Museumsdirektorin Dr. Doris Tillmann und Kulturdezernent Wolfgang Röttgers stellten das Buch zum Kieler Frieden vor.

Über den Anfang 1814 zwischen dem militärisch unterlegenen Dänemark und Schweden sowie dessen Verbündetem England geschlossenen Frieden ist in Kiel selbst bisher recht wenig bekannt. Erst das große Jubiläum und das Interesse aus Norwegen haben dieses international bedeutende Kapitel der Stadtgeschichte in den Fokus gerückt.

Das 192 Seiten starke Buch zur großen Ausstellung gibt nun einen umfassenden Einblick in die Zeit vor 200 Jahren und die Geschehnisse rund um den Friedensschluss im damaligen Buchwaldschen Hof am Kieler Schloss. Zehn Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Norwegen und Dänemark erläutern die Situation im Winter 1813/14 in der europäischen Politik und konkret in Dänemark und Schleswig-Holstein, das Zustandekommen des Friedens in Kiel und dessen Bedeutung für die skandinavischen Länder auch über 1814 hinaus.

Die Zusammenstellung der Aufsätze bietet unterschiedliche Ebenen der geschichtlichen Dokumentation von der Interpretation internationaler kultureller und politischer Strömungen bis hinunter zu den lokalen Ereignissen in Kiel. Die Stadt mit ihren rund 7.500 Einwohnern erlebte damals die Besetzung durch 8.000 schwedische Soldaten und deren Pferde im kältesten und schneereichsten Winter seit Menschengedenken.

Jeder Aufsatz erzählt zugleich spannende Geschichten von persönlichen und nationalen Verflechtungen der Protagonisten des Krieges und des Friedensschlusses. So wechselte der französische Marschall Bernadotte den „Herren“ und wurde schwedischer Thronfolger.

Anlässlich des Jubiläums hat Stadtarchivar Dr. Johannes Rosenplänter den französischen Originaltext des dänisch-schwedischen Friedensvertrags nach dem Druck der Druckerei Jean Frederic Schutz, Kopenhagen 1814, neu ins Deutsche übersetzt und mit Zwischentiteln versehen.

Das erste Buch überhaupt, das in Deutschland zum Thema Kieler Frieden erscheint, füllt somit eine große Lücke in der Stadt- und Landesgeschichte. Zur Vorbereitung diente unter anderem ein internationaler Historiker-Workshop im April 2013 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Es gab umfangreiche Forschungen und Recherchen, die zugleich Grundlagen für die Ausstellung legten. Dabei wurden Forschungsergebnisse von Historikern aus allen skandinavischen Ländern zusammengetragen, und das Thema ist aus verschiedenen nationalen Perspektiven betrachtet worden.

Die Bearbeitung des Bandes dauerte etwa eineinhalb Jahre einschließlich verschiedener Forschungsreisen. Das Ergebnis ist nicht nur das nun vorliegende mehrsprachige Buch. Durch die Arbeit am gemeinsamen Thema haben das Stadt- und Schifffahrtsmuseum und Historiker der Kieler Universität nun viele neue dauerhafte Kontakte zu skandinavischen Historikern.

Vorgestellt wurde das Buch am Freitag, 3. Januar, auf der MS Color Fantasy, einem der großen Fährschiffe, die Kiel und Norwegen täglich miteinander verbinden. Die Color Line ist neben der Kieler Volksbank und der Norwegisch-Deutschen Willy-Brandt-Stiftung Unterstützer von Buch und Ausstellung. Die Ausstellung selbst entsteht in einer Kooperation des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums mit der Norwegischen Botschaft. Partner des gesamten Projektes ist die Kieler Christian-Albrechts-Universität.

Weitere Informationen zur Ausstellung – in deutscher, englischer und norwegischer Sprache – stehen unter www.kieler-frieden.info im Internet.

 

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