Landeshauptstadt Kiel Wappen der Landeshauptstadt Kiel

Stadt- & Schifffahrtsmuseum

Depot im Wissenschaftspark

Maschinen im Museumsdepot
Maschinen im Museumsdepot

Im April 2008 bezog die Sammlung des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums mit rund 20.000 Einzelobjekten ein neues Depot im Wissenschaftspark am Kieler Westring. Damit wurde ein wichtiger Schritt für die Zukunftssicherung der Museumssammlung getan. Das neue Depot ist mit moderner Archivtechnik, die eine fachgerechte Sammlungspflege und Bestandsverwaltung ermöglicht, ausgestattet. Außerdem wurde eine kleine “Ausstellung", ein so genanntes Schaudepot, eingerichtet, das von Zeit zu Zeit für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll.

Das neue Depot - ebenerdig und rund 2.000 Quadratmeter groß - ist mit Regal- und Lagersystemen ausgestattet, die eine fachgerechte und nach Sammlungsbereichen gegliederte Archivierung von Kunst- und Alltagsgegenständen, Schiffsmodellen, nautischen Geräten und anderen Sammlungsgegenständen ermöglichen. Ein separates Gemäldedepot mit einer so genannten Bilderzuganlage ermöglicht eine Platz sparende Archivierung von Bildern. Außerdem verfügt das Depot über einen Arbeitsraum, in dem Inventarisierungs- und kleinere Restaurierungsarbeiten vorgenommen werden können, und einen Seminarraum. Diese Räume und die Neuorganisation der Sammlung ermöglichen eine noch engere Kooperation zwischen Stadt- und Schifffahrtsmuseum und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Durch das neue Depot erhalten Studierende der Fachbereiche Geschichte, Kunstgeschichte und Europäische Ethnologie die Möglichkeit, innerhalb von Praktika oder Seminarangeboten mit historischen Originalen in Kontakt zu kommen.

Seltenheitswert hat nicht nur die dort archivierte Sammlung, die das Museum seit mehr als 30 Jahren zusammengetragen hat. Eine besondere Bereicherung für die schleswig-holsteinische Museumslandschaft stellt das Schaudepot dar, das einen Blick hinter die Kulissen erlaubt. Das Museum kann mit Tagen der offenen Tür der Öffentlichkeit Einblicke in die Sammlung gewähren und auf diese Weise auch Exponate zeigen, die aus Platzmangel in den Ausstellungshäusern des Museums noch nie oder nur selten gezeigt werden können.

Das Schaudepot zeigt beispielsweise die schulgeschichtliche Sammlung. Sie umfasst historische Lehrmittel der Naturkunde, Rechengeräte, Schulmobiliar, Schulwandkarten und Schülerarbeiten. Industriegeschichtliche Exponate aus dem Schiffbau wie die großen Metallbearbeitungsmaschinen aus Kieler und Lübecker Betrieben, die fachgerecht restauriert wurden, vermitteln einen Eindruck von der Werftarbeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die industriellen Frauenarbeitsplätze der 1950er Jahre werden mithilfe des ebenfalls frisch restaurierten Maschineninventars der Kieler Lampenfabrik Plechati im Schaudepot dokumentiert. Das Schaudepot umfasst außerdem die Sammlung von rund 350 hochwertigen Schiffsmodellen, die in eigens für sie angefertigten Schrankvitrinen lagern, sowie drei originale Sportboote.

Höhepunkt des Schaudepots ist jedoch das komplett eingerichtete historische Gaardener Schreibwarengeschäft Volbehr. Das Geschäft wurde 1875 von Bernhard Volbehr gegründet. Bis 1986 führte das Geschäft in der Schulstraße, Ecke Augustenstraße, technischen Zeichen- und Bürobedarf, Schul- und Geschenkartikel sowie Bücher und Kleinlederwaren. Die Ladeneinrichtung und das gesamte Warensortiment wurden jetzt im Schaudepot wieder aufgebaut. Rund zwanzig Jahre nach Geschäftsaufgabe kann im Schaudepot also wieder auf ganz besondere Art und Weise in alten Zeiten geschwelgt werden.

 

Depot im Wissenschaftspark am Westring

Fraunhoferstr./Ecke Kuhnkestraße 6

Führungen für Gruppen nach Vereinbarung unter Telefon 0431/901-3488

Lageplan des Museumsdepots
Lageplan des Museumsdepots