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Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum

Wissenschaftlicher Service

Das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum versteht sich zusammen mit dem Stadtarchiv als historisches Institut und Forum für die Stadt- und lokale Seefahrtsgeschichte.

Für die Ausstellungen und besucherorientierten Einrichtungen ist das wissenschaftliche Angebot die Grundlage.

Zu vielen Ausstellungen entstehen Begleitpublikationen, die im Museumsshop verkauft werden. Die wissenschaftliche Dokumentation der Sammlung wird in Internetportalen veröffentlicht. An den stadtgeschichtlichen Forschungen und deren Veröffentlichung sind viele Förderer und Partner beteiligt.

Konzept und Ziele des Museums sind ausführlich im Leitbild beschrieben.

Im Jahr 2014 wurde dem Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum mit der Zertifizierung durch den Schleswig-Holsteinischen Museumsverband seine hohe Professionalität auf allen Gebieten der Museumsarbeit - Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln - bestätigt. Dabei sind die Vernetzung mit Partnern der Geschichts- und Museumsarbeit sowie die Offenlegung der Arbeitsergebnisse oberstes Prinzip.

Die professionelle Vermittlungsarbeit stadt- und schifffahrtsgeschichtlichen Wissens beruht auf einer besucherorientierten Ausstellungsdidaktik und einem spannenden museumspädagogischen Programm. Ansprechende Räumlichkeiten und freundlicher Service für unsere Gäste schaffen eine angenehme Aufenthaltsatmosphäre, um sich der Geschichte unserer Stadt zu widmen.

Forschungsprojekte

Die Schwerpunkte der stadt- und seefahrtsgeschichtlichen Forschung im Museum liegen derzeit bei der deutschen Kolonialgeschichte (Südsee, China) und der Marinegeschichte mit dem Sonderthema „100 Jahre Kieler Matrosenaufstand“. Das Zeitzeugenprojekt „Geschichtswerkstatt Mettenhof“ dokumentiert 50 Jahre Stadtteilgeschichte der Großsiedlung am Kieler Stadtrand.

Geschichtswerkstatt Mettenhof

Das 50-jährige Jubiläum der Grundsteinlegung für die neue Siedlung in Mettenhof im Rahmen der Kieler Woche 1965 ist Anlass für das Stadtarchiv Kiel und das Stadt- und Schifffahrtsmuseum, sich der Geschichte des Stadteils zu widmen.

Vor den Toren Kiels war damals eine sogenannte Trabantensiedlung für 40 000 Einwohner plant. Am 17. November 1964 erfolgte der erste Spatenstich auf der »größten Baustelle Europas«. Am 22. Juni 1965 wurde die Grundsteinlegung des Neubaugebietes feierlich begangen und nur vier Monate später, am 15. Oktober, das erste Richtfest gefeiert. Im August 1966 waren die ersten 1.490 Mietwohnungen bezugsfertig. Heute leben hier über 19.000 Menschen.

Wie dieser große neue Stadtteil ohne gewachsene Strukturen für die Bewohner langsam zur Heimat wurde, ist Thema des Geschichtsprojektes, das auf den Erinnerungen von Zeitzeugen basieren soll. Die Geschichtswerkstatt »50 Jahre Mettenhof« will die gelebte Geschichte im Stadtteil beleuchten.

Sie trägt Dokumente, Bilder und persönliche Zeitzeugenberichte aus Mettenhof seit 1966 zusammen, die Antwort auf die unterschiedlichsten Fragen geben:

  • Wie war das Lebensgefühl beim Einzug in die Neubauten?
  • Wie sahen ersten die Wohnungen aus? Wie entwickelte sich die Nachbarschaft?
  • Wie waren die Infrastruktur, die Versorgung und die Verkehrsanbindung?
  • Wie entstanden die Freizeiteinrichtungen?

Das Projekt beginnt mit dem 50. Jahrestag der Grundsteinlegung und will zum Jubiläum des ersten Mietereinzugs im Spätsommer 2016 seine ersten Ergebnisse vorstellen.

Projektbearbeitung:
Dr. Stefanie Janssen

E-Mail Geschichte-Mettenhof@t-online.de

Dokumentation und Erforschung der Kieler Südseesammlung

Eine umfangreiche Südseesammlung ist als Dauerleihgabe der Christian-Albrechts-Universität in den Bestand des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum gekommen und umfasst ca. 1200 Exponate, die zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Ersten Weltkrieg von Angehörigen der Kaiserlichen Marine von ihren Reisen in die deutschen „Schutzgebiete“ nach Kiel mitgebracht wurden.

Die Sammlungsobjekte sind ethnologische Zeugnisse der Südsee sowie Dokumente der Kieler Marinegeschichte.

Die Universität (Historisches Seminar) und das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum wollen die Sammlung gemeinsam unter neuen kolonial- und marinegeschichtlichen Fragestellungen erschließen und publizieren bzw. präsentieren.

Der erste Schritt ist eine ethnologische Erfassung der bisher weitgehend unbearbeiteten Sammlungsstücke. Sie werden derzeit von der Ethnologin und Südseespezialistin Heide Lienert-Emmerich fachgerecht inventarisiert.

Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Chinareise“

Neben der Südseesammlung gehört auch das Projekt „Chinareise“ zum derzeitigen kolonialgeschichtlichen Forschungsschwerpunkt.

Kiel als Kaiserlicher Reichskriegshafen war der Ausgangspunkt der Marineschiffe, die zur Befriedung und Versorgung in die deutschen „Schutzgebiete“ fuhren. Bei Mannschaften und Offizieren hinterließen diese teilweise mehrjährigen Reisen einzigartige Eindrücke vom exotischen Leben aber auch von kriegerischen Auseinandersetzungen, die sie in autobiografischen Texten festhielten.

Zusammen mit unzähligen Fotos und Souvenirs dokumentieren sie den kolonialen Blick auf die Kulturen Ostasiens.

Das Forschungsprojekt, das in eine Ausstellung und Publikation münden soll, steckt noch in den Anfängen. Es wird betreut von der
Museumskuratorin Dr. Sandra Scherreiks,
E-Mail sandra-scherreiks@kiel.de 

Forschungs- und Ausstellungsprojekt „100 Jahre Kieler Matrosenaufstand“

Im Jahr 2018 jährt sich der Kieler Matrosenaufstand zum 100. Mal, ein Ereignis von nationalgeschichtlicher Bedeutung, das den Schauplatz Kiel zu einem Geburtsort der deutschen Demokratie macht.

Aus diesem Anlass plant die Landeshauptstadt Kiel im Zentrum aufwendiger Jubiläumsveranstaltungen ein umfangreiches Sonderausstellungsprojekt. Auf der Grundlage neuer historischer Forschungen und anhand von historischen Originalobjekten und Inszenierungen soll die Ausstellung die Ereignisse vom November 1918 in Kiel und im Deutschen Reich nachzeichnen und ihre Vorgeschichte und Folgen bis in die Gegenwart erläutern.

Der Kieler Matrosenaufstand ist ein Ereignis von nationaler Bedeutung und steht in einem internationalen Kontext. Der Matrosenaufstand markiert das Ende des Ersten Weltkrieges in Deutschland, der zwar formal durch die Unterzeichnung der deutschen Kapitulation am 11. November 1918 beendet wurde, doch unabhängig von der Ereignisgeschichte ist das Kriegsende auch als ein mentaler und gesellschaftspolitischer Prozess zu verstehen.

In allen kriegführenden Nationen nahm der Bevölkerungsanteil zu, der sich vom Krieg distanzierte und nicht mehr bereit war, ihn mit zu tragen und mit zu erleiden. In diesem Prozess hatte der Matrosenaufstand eine besondere Stellung, weil er die Verweigerung des Krieges durch den Einzelnen zu einer politischen Bewegung machte, weil er sich gegen die Autorität der staatlichen Gewalt durchsetzte und mit dem Arbeiter- und Soldatenrat ein eigenes revolutionäres Organisationsorgan schuf.

Der Matrosenaufstand wurde so zur Weichenstellung für eine politische Massenbewegung, die das Ende des Kriegs forderte und demokratische Alternativen zur Monarchie verlangte.

Mit den Kieler Ereignissen und ihren Folgen kommen viele Forscherinnen und Forscher in Berührung, die schwerpunktmäßig einen anderen und meist weiteren Blickwinkel auf die sogenannte Novemberrevolution haben. Sie werden sich im Vorfeld des Projektes im März 2016 zu einer Arbeitstagung in Kiel treffen, um solche überregionalen Perspektiven auf die Ereignisse 1918/19 in Kiel zusammenzutragen und hier zu bündeln.

Zugleich sollen aktuelle Forschungsfragen und -ergebnisse sowie neue methodische Ansätze zu diskutieren. Es geht dabei um die Feststellung des aktuellen Forschungstandes, um Vergleiche und Beziehungen zwischen den verschiedenen Schauplätzen der revolutionären Ereignisse, um ihre Dynamisierung und Verbreitung sowie um die Rezeptionsgeschichte und die Bedeutung des Matrosenaufstandes in der politischen Bildung heute.

Fachliche Betreuung der Tagung:
Dr. Sonja Kinzler

Retrokonzepte / Historische Forschung und Kommunikation 
Alexanderstraße 9 b, 28203 Bremen
Telefon 0421 / 7948276,
E-Mail kinzler@retrokonzepte.de

Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Das Museumsteam kümmert sich an vier Destinationen um Publikums-, Sammlungs- und Forschungsbetrieb.

Partner des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums

  • Christian-Albrechts-Universität, Historisches Seminar
  • Dampfschiff Bussard e.V.
  • Der Alte Mann
  • DigiCult
  • Förderkreis Kieler Schifffahrtsmuseum
  • Freilichtmuseum Molfsee
  • Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte
  • Industrie- und Handelskammer zu Kiel
  • Landesmuseen Gottorf
  • Museen am Meer
  • Restaurierungszentrum Gaarden

 

Grafik Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum