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Kieler Erinnerungstag: 24. Juni 1957

Einweihung des Reliefs Bürger bauen eine neue Stadt

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Einweihung des Reliefs Bürger bauen eine neue Stadt

Wenige Tage vor seinem Tod am 1. Oktober 1954 legte Andreas Gayk in seinem kommunalpolitischen Testament fest, dass den Kieler Bürgern für ihre Aufbauleistung ein Denkmal gesetzt werden sollte in Form eines Wandreliefs im Hauptkorridor des Rathauses. Es wurde zur Kieler Woche 1957 von Stadtpräsident Wilhelm Sievers eingeweiht. Mit neun in Stein gehauenen Bildern haben die Künstler Alwin Blaue und Fritz During die Zerstörung und den Wiederaufbau der Stadt lebendig werden lassen.

Die Relieffelder aus Sandstein tragen die Titel: „Lebensangst“, „Bombenopfer“, „Trümmerräumung“, „Trümmerbegrünung“, „Schiffbau“, „Der schaffende Mensch“, „Kieler Woche“ und „Jugend“. Man erlebt in den Reliefs noch einmal das ängstliche Warten in den Luftschutzbunkern, den Augenblick, als die Menschen aus den Ruinen herausfanden und abgerissen und hungrig zu Hacke und Spaten griffen, um die Trümmer der Stadt zu beseitigen. Es folgen die Bepflanzung der Ruinengrundstücke mit Bäumen und Sträuchern, der Häuserbau, die Neubesiedlung des Ostufers und die „Kieler Woche“. Das letzte Bild, die „Jugend“, ist das Gegenstück zum ersten, der „Lebensangst“, denn es stellt die Hoffnung auf die Zukunft dar.

Relieffolge
Relieffolge

Das Relief ist nicht nur ein Dank an die Kieler Bürger für ihre Aufbauleistungen, sondern er gilt allen, die der Stadt in den schweren Zeiten nach dem Krieg geholfen haben: den Schweizern, den amerikanischen Quäkern, den Mennoniten, der schwedischen Kinderhilfe und den Dänen.

Christa Geckeler

Quellen:

Kieler Nachrichten vom 15. Oktober 1956

Schleswig-Holsteinische Volks-Zeitung vom 25. Juni 1957

Sievers, Wilhelm, Stadtpräsident: Ansprache zur Enthüllung des Reliefs am 24. Juni 1957. Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Historische Tondokumente, Vol. 1, „Bürger bauen eine neue Stadt“

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