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Kieler Erinnerungstag: 25. Januar 1839

Heinrich Moldenschardt - Ein Kieler Architekt

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Heinrich Moldenschardt - Ein Kieler Architekt

Der Lebensweg

Heute kennt kaum noch einer den Namen Heinrich Moldenschardt. Dabei war er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer der meist beschäftigten Architekten Kiels und Schleswig-Holsteins.

Moldenschardt wurde 1839 in Fiefbergen in der Probstei geboren. Nach dem Schulbesuch in Ratzeburg und Lübeck ging er 1856 nach Hannover, um am Polytechnikum Baukunst zu studieren. Der Studienerfolg und der Ruf Gottfried Sempers als Architekturlehrer führten ihn zum Entschluss, seine Ausbildung in Zürich fortzusetzen. Von 1862 bis zu seiner Niederlassung in Kiel 1867 war Moldenschardt an verschiedenen Stellen in der Schweiz tätig. Daneben unternahm er einige Italienreisen, auch noch von Kiel aus.

Moldenschardt - ein viel beschäftigter Architekt

Einrichtung der Hohenzollern
Einrichtung der Hohenzollern

Moldenschardt kam als selbstständiger Architekt nach Kiel, als Schleswig-Holstein gerade preußisch geworden war und ein wirtschaftlicher Aufschwung im Land einsetzte. 1868 erhielt er seinen ersten Auftrag in Kiel, den Bau des Faberschen Speichers. Es entstanden danach viele Entwürfe und Bauausführungen in Kiel und Schleswig-Holstein, unter denen in erster Linie das Thaulow-Museum in Kiel zu nennen ist, das als sein bedeutendstes Werk bezeichnet wird. Auch das Gesellschaftshaus der Gesellschaft freiwilliger Armenfreunde in Kiel fand große Beachtung. Moldenschardt entwarf viele große und kleine Villen und städtische Wohnhäuser, Neu- und Umbauten von Kirchen, Kapellen und Mausoleen. Er war aber auch ein Meister im Detaillieren. So entwarf er Inneneinrichtungen für von ihm gebaute Villen und die Innenausstattung der Kaiserlichen Yacht "Hohenzollern". Die Architektur Moldenschardts stand unter dem Einfluss seines Lehrers Gottfried Semper und der wiederholten Italienreisen. Er folgte dem historischen Stil der Zeit. In seinen Bauten vereinigten sich Elemente der Gotik, der Renaissance oder des Barocks auch für profane Zwecke.

Moldenschardt starb 1891 in Kiel. Auf dem Südfriedhof, wo er beigesetzt wurde, erinnert ein Grabstein mit einem bronzenen Bildnismedaillion an ihn.

Nur wenige Bauten Moldenschardts sind noch erhalten

Metallgießerei 1989
Metallgießerei 1989

Nur wenige Gebäude Moldenschardts sind durch den Krieg verschont geblieben. Erhalten sind in Kiel der Speicher der Spirituosenfabrik Lehment in der Fabrikstraße 8, das Kriegerdenkmal 1870/71 mit dem Fries von Rudolf Siemering im Schlossgarten, das Gebäude der Metallgießerei der Howaldtswerft an der Schwentinemündung und auf dem Südfriedhof das Grabmal der Familie Ahlmann.

Mehr blieb von den Bauten außerhalb Kiels erhalten: z. B. der Kirchturm von Bornhöved, die Kirchen von Schlamersdorf und Neu-Galmsbüll, das Mausoleum der Prinzen von Noer und das der Familie Hildebrandt in Dänischenhagen, auch einige Wohnhäuser in Flensburg und Heilighafen.

Christa Geckeler

Literatur

Klewitz, Dietmar: Heinrich Moldenschardt (1839 - 1891)Semperschüler. Dissertation an der Technischen Hochschule Darmstadt, 1968

Bauakten finden Sie im Stadtarchiv z. B. in den Beständen Hochbauamt und Baupolizei

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