Landeshauptstadt Kiel Kiel.Sailing.City

Kieler Erinnerungstag: 20. März 1961

Am 20. März 1961 verstarb der ehemalige Kieler Oberbürgermeister Dr. Emil Lueken

Zurück zur Liste

Am 20. März 1961 verstarb der ehemalige Kieler Oberbürgermeister Dr. Emil Lueken

13 Jahre, von 1920 bis 1933, leitete Dr. Emil Lueken als Oberbürgermeister in den schwierigen Jahren der Weimarer Republik die Geschicke der Stadt Kiel. Heute kennt kaum jemand seinen Namen. Vielleicht ändert sich das, nachdem die neu gebaute Brücke über den Kleinen Kiel seit 2002 seinen Namen trägt. Bisher hatte nur ein Gemälde im Rathaus an ihn erinnert. „Die Stadt stand in seiner Schuld“, äußerte Norbert Gansel, im Jahre 2002 Oberbürgermeister der Stadt.

Geboren am 20. März 1879 in Oldenburg, besuchte Emil Lueken von 1885 bis 1897 die Vorschule und das Gymnasium in seiner Geburtsstadt. Dann studierte er von 1897 bis 1900 in Göttingen und Heidelberg Jura und Nationalökonomie und schlug zunächst die juristische Staatslaufbahn ein. Er wurde Assessor in Brake und anschließend Stadtsyndikus in Delmenhorst. Danach wechselte Dr. Emil Lueken in die Kommunalpolitik. 1907 wurde er Bürgermeister der an Wilhelmshaven angrenzenden Gemeinde Heppen.

Dr. Lueken in jungen Jahren
Dr. Lueken in jungen Jahren

Nach dem Zusammenschluss dieser Gemeinde mit den Ortschaften Bant und Neuende zur Stadt Rüstringen im Jahre 1911 wurde er deren Bürgermeister und 1917 Oberbürgermeister der neu gebildeten Stadt.

Lueken, ursprünglich parteilos, stand den sozialliberalen Ideen Friedrich Naumanns nahe, der eine Verständigung von Arbeiterschaft und Bürgertum anstrebte. 1925 wurde Lueken Mitglied der Deutschen Volkspartei. Im Frühjahr 1920 war er Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters der bürgerlichen Mehrheit in der Kieler Stadtverordnetenversammlung. Seine erfolgreiche Tätigkeit als Stadtoberhaupt von Rüstringen/Wilhelmshaven und seine große Sachkenntnis auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet schienen ihn zu befähigen, als Oberbürgermeister die Kommunalpolitik in Kiel nach dem Ersten Weltkrieg zu leiten.

Die wirtschaftliche Situation Kiels nach dem Ersten Weltkrieg

Im Kaiserreich hatte die Marine das politische, wirtschaftliche, soziale Leben in der Stadt bestimmt. Die Stationierung der Marinesoldaten, die Marineverwaltung, die großen Werften und ihre Zulieferbetriebe waren das wirtschaftliche Rückgrat Kiels. Diese einseitige Ausrichtung auf die Marine brachte die Stadt in eine äußerst schwierige Situation nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und dem Versailler Friedensvertrag in eine äußerst schwierige Situation.

Die Marine durfte nur noch über 15 000 Mann und über Schiffe von zusammen 110 000 t verfügen, einen Bruchteil ihrer früheren Stärke. Neubauten waren auf insgesamt 15 000 t beschränkt, der U-Boot-Bau war ganz verboten. Durch diese Maßnahmen waren die Kieler Werften und ihre Zulieferbetriebe stark betroffen. Nicht nur Marineangehörige, sondern auch Arbeiter, die kein Betätigungsfeld mehr fanden, wanderten ab. Die Einwohnerzahl Kiels sank von 1918 bis 1922 von 243.139 auf 205.707. Die bisherige Lebensgrundlage der Stadt war zerstört, das gesamte Wirtschaftsleben Kiels stark erschüttert.

Dr. Emil Lueken wird zum Kieler Oberbürgermeister gewählt

Im März 1920 stellte sich Dr. Emil Lüken der Kieler Bürgerschaft als Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl vor. Er betonte, dass Rüstringen und Kiel Städte mit vergleichbaren wirtschaftlichen Verhältnissen seien, denn beide seien bis 1918 von der Marine abhängig gewesen und müssten ihre Wirtschaft nun auf völlig neue Grundlagen stellen.

Eine „gesunde Finanzwirtschaft“ sei „Voraussetzung jeder gesunden städtischen Entwicklung.“ Lueken fuhr in seinen Ausführungen fort:

„Ich bin überzeugt, dass auch für Kiel ganz ähnliche Voraussetzungen vorliegen, dass hier die Entwicklung der Industrie im Anschluss an die vorhandenen Werke gegeben ist: Mit Rücksicht auf die besonders günstige Möglichkeit der Rohstoff-Importe aus Schweden und Finnland und im Hinblick auf das Vorhandensein einer hoch qualifizierten Arbeiterschaft, allerdings wohl überwiegend in Richtung auf Exportindustrie, da ja auch Kiel der Kanal ins Hinterland fehlt. Ich bin überzeugt, dass daneben für Kiel ganz vorzugsweise die Entwicklung des Übersee-Verkehrs mit Schweden, Dänemark, Russland und anderen Ländern in Frage kommt...Ich bin überzeugt,dass alle Plätze am Wasser mit guten Hafenzufahrtsverhältnissen eine Zukunft haben, sofern sich nur energische und wagemutige Persönlichkeiten finden, die die Führung ihres wirtschaftlichen Lebens in die Hand nehmen...“

Außerdem betonte Lueken, dass er in der Stadtplanung das Konzept der Gartenstadt bevorzuge und den Mietskasernenbau ablehne. Zur besseren Versorgung der Bevölkerung müsse verstärkt die Schaffung von Schrebergärten betrieben, die Wohnungsfürsorge (Wohnkolonien für Arbeiter, Bau moderner, günstiger Kleinwohnungen) gefördert und Parkanlagen geschaffen werden. Lueken schloss seine Wahlrede mit folgenden Worten:

„Meine Damen und Herren! Wenn Sie mich wählen sollten, so würde ich meine ganze Kraft der Frage der Wohlfahrt der ganzen Bevölkerung widmen und dabei die Sorge für eine gesunde Finanzwirtschaft und eine gesunde Entwicklung der Stadt in den Vordergrund stellen.“

Am 20. April 1920 wurde Dr. Emil Lueken von den wahlberechtigten Bürgern mit 14 401 Stimmen zum Kieler Oberbürgermeister gewählt. Mit diesem Stimmenanteil konnte er sich gegen seine Konkurrenten durchsetzen. Am 15. Juni wurde er für zwölf Jahre in sein Amt als Oberbürgermeister in Kiel eingesetzt.

Oberbürgermeister Lueken versucht die wirtschaftliche Not der Stadt zu beseitigen

Die Arbeitslosigkeit war in Kiel nach dem Ersten Weltkrieg groß. Der neue Oberbürgermeister suchte nach Auswegen. Wenige Monate nach seiner Amtseinführung am 20. September 1920 lud er daher Vertreter Kieler Firmen und Wirtschaftsorganisationen ein. In seinem Brief heißt es:

„Die herrschende Arbeitslosigkeit ist für das wirtschaftliche und politische Leben Kiels mit großen Gefahren verknüpft. Es muss daher das erste Bestreben der Behörden und Gewerbetreibenden sein, nach Möglichkeit Arbeitsgelegenheiten zu schaffen“. Das Ergebnis der Verhandlungen war, dass 160 Leute eingestellt wurden unter der Voraussetzung, dass auch andere Betriebe gebeten würden, gleichfalls Arbeitslose aufzunehmen.

Außerdem wurde vom Magistrat, dem Arbeitgeberverband und den Gewerkschaften, wie in anderen Städten auch, die „produktive Arbeitslosenfürsorge“ ins Leben gerufen. Industrie, Handel und Gewerbe sollten durch einen freiwilligen Beitrag in unterschiedlicher Höhe (die Industrie z. B. 1 Mark pro Woche für jeden Beschäftigten) Arbeitskräfte finanzieren, die dann der Stadt oder gemeinnützigen Unternehmungen zur Verfügung gestellt würden.

Die Stadt selbst trat auch als Arbeitgeber auf. Z. B. wurde das „Gängeviertel“ saniert. Im Gebiet zwischen Kleiner Kuhberg, Schülperbaum, Walkerdamm und Lange Reihe, wo „die Ratten am hellen Tag über den Bauplatz liefen“, entstanden neue Häuser ohne Hinterhöfe, aber mit Spielhöfen für die Kinder. Im Volksmund nannte man dieses Sanierungsgebiet „Lueken-Bauten“.

Die Stadt ließ auch bedeutsame städtische Gebäude errichten, z. B. die Städtischen Krankenanstalten in der Metzstraße und den Seegrenzschlachthof an der Hörn. Ebenso wurden die hygienischen Anlagen Kiel erweitert, z. B. die Vollkanalisation weiter ausgebaut.

Einhergehend mit diesen langwierigen Bemühungen Arbeitsplätze zu schaffen, war es dringend geboten, die strukturelle Arbeitslosigkeit zu beseitigen, d. h. die Wirtschaft der Stadt auf neue Grundlagen zu stellen. Als die Marine durch die Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages verkleinert wurde und Hafen- und Uferflächen in Kiel freigab, war es das Bemühen der Stadt, den Kieler Hafen zum Handelshafen auszubauen und neue Industrien anzusiedeln. An der Mündung des Nord-Ostsee-Kanals entstand der Nordhafen mit einem großen Silo und notwendigen Verladeeinrichtungen.

Nordhafen (von Holtenau aus gesehen)
Nordhafen (von Holtenau aus gesehen)

Er wurde 1922 eingeweiht und danach noch ständig erweitert.

Auf der Wiker Seite des Kanals entstand ein Freihafen ohne erschwerende Zollformalitäten, der 1922, etwa gleichzeitig mit dem Nordhafen, in Betrieb genommen und 1924 feierlich eingeweiht wurde. Da der Wiker Hafen und auch der Nordhafen nicht genügend Fläche für Industrieansiedlungen boten, entschloss sich die Stadtverwaltung, in Voßbrook nördlich der Kanalmündung einen großen Industrie- und Handelshafen anzulegen.

Auch der Handelshafen an der Hörn wurde nach dem Ersten Weltkrieg ausgebaut. Am Sartorikai entstanden zwei große Lagerhäuser, von denen eines der Stadt gehörte. In den 1920er Jahren hat Kiel seine Kaifläche gegenüber 1914 beinahe verdoppelt, die Lagerfläche in Schuppen und Speichern fast verfünffacht und auch die Zahl seiner Kräne erheblich erweitert. Es zeigten sich Erfolge, die Zahl der ankommenden Schiffe nahm seit 1920 ständig zu, vor allem aus Skandinavien, den baltischen Staaten, Russland und England. Aber auf Dauer gab es Probleme. Kiel besaß ein zu kleines und vor allem ein zu wenig industriell entwickeltes Hinterland und somit wenig Möglichkeiten für Rücktransporte. Außerdem hatte man gehofft, dass sich in den neuen Hafengebieten Industriebetriebe ansiedeln würden, deren Güter man exportieren könne. Diese Ansiedlungen waren nicht erfolgt. So betrug die Einfuhr 1928 ca. 830 000 t, die Ausfuhr dagegen nur 320 000 t. Kiel konnte die Konkurrenz von Hamburg und Lübeck nicht überwinden. Letztlich erfüllten sich die Erwartungen, die man an das neue Wirtschaftsprogramm gestellt hatte, nicht.

Die Nordische Messe und die Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft

Um den Handel zu beleben und die Produkte der Stadt Kiel ( Schiffbau, Maschinen-, Elektro-, Fahrzeug-, chemische- und Fischindustrie) Unternehmern und Kaufleuten vorzustellen, entschlossen sich die Stadtväter, Kiel zur Messestadt zu machen. Es entstand 1921 die Nordische Messe, dessen Veranstalter eine Genossenschaft war, die von der Stadtverwaltung und der Handelskammer gefördert wurde. Die Nordische Messe wurde 1921 und 1922 im Herbst und danach als Herbst- und Frühjahrsmesse veranstaltet.

Nordische Messe
Nordische Messe

Nachdem sie in den ersten Jahren behelfsmäßig untergebracht war, errichtete die Stadt eine neue, große Messehalle in der Gutenbergstraße, wo sich heute die Hauptfeuerwache befindet. Sie bekam den Namen Nordostseehalle und wurde 1925 eingeweiht und nur das eine Mal für die Messe genutzt, denn das Wirtschaftsleben hatte sich normalisiert und Werbeveranstaltungen im kleinen Rahmen hatten keinen Erfolg mehr.

Parallel zur Nordischen Messe im Herbst fand die Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft statt, angeregt vom Institut für Weltwirtschaft und von der Universität, durchgeführt von der Stadt Kiel unter Oberbürgermeister Dr. Lueken. Es gab Theater- und Opernaufführungen, daneben wissenschaftliche Vorträge, Ausstellungen und gesellige Veranstaltungen. Mit einer Unterbrechung fanden die Herbstwochen von 1920 bis 1927 statt, dann wurden sie eingestellt, weil die Besucherzahlen zu gering waren.

Mit viel Engagement versuchte Oberbürgermeister Lueken, die wirtschaftlichen Verhältnisse der Stadt zu stabilisieren. Letztlich ist der Versuch nicht gelungen, denn 1925 hatte Kiel die höchste Arbeitslosenzahl in Deutschland. Dieser Tatbestand ist nicht der Kieler Stadtverwaltung anzulasten, sie stand allein bei ihrer großen Aufgabe, die Wirtschaft der Stadt nach dem Ersten Weltkrieg umzustellen und fand keine Unterstützung durch das Reich und Preußen. Hinzu kamen die ungeheureren Schwierigkeiten Deutschlands durch die Inflation 1923 und die Weltwirtschaftskrise ab 1929.

Dr. Lueken holt Stadtbaurat Willy Hahn nach Kiel

Der Oberbürgermeister holte 1921 den Stadtbaurat von Rüstringen, Willy Hahn, nach Kiel. Dieser vertrat genau wie Lueken selbst die Idee des neuen, sozialen Wohnens. Nicht mehr die enge und dichte Bebauung durch Mietskasernen sollte vorherrschen. Es sollte, lichter, offener, flacher gebaut werden mit viel Grün dazwischen. Die einzelnen Wohnungen sollten moderner und größer ausgestattet sein.

Neues, soziales Wohnen: Hansastr. 55-61
Neues, soziales Wohnen: Hansastr. 55-61

Außerhalb der Hochbauzone, die sich auf dem Westufer in etwa mit den Westring deckte, entstand eine Flachbauzone mit zweistöckigen Wohnblocks mit Grünanlagen, Sportplätzen, Parks und sozialen Einrichtungen. Weiter nach Westen folgten dann Doppel- und Einfamilienhäuser, wiederum mit Grün- und Gartenflächen (z. B. Westseite der Hansastraße, Eichendorff-, Nietzsche-, Kantstraße). Daran schlossen sich Kleingarten-, Wald- und Wiesengebiete an, die von Projensdorf im Norden bis nach Klausdorf an der Schwentine führten.

Bis zu seinem Tod im Jahre 1930 hat Willy Hahn, unterstützt von Oberbürgermeister Lueken, entscheidend die Stadtentwicklung von Kiel geprägt.

Luekens Engagement über die Grenzen Kiels hinaus

Neben der Sorge für die eigene Stadt galt Luekens Arbeit auch der Heimatprovinz, deren Interessen er als Mitglied des Provinziallandtages und als Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Städtetages vertrat. Auch im Preußischen und Deutschen Städtetag arbeitete er mit. 1922 wurde Dr. Lueken zum 1. Vorsitzenden des Vereins für Kommunalwirtschaft und Kommunalpolitik, der größten kommunalwirtschaftlichen Organisation Deutschlands, gewählt. Aus seiner städtebaulichen Arbeit in Kiel entstanden Beziehungen zur Deutschen Gartenstadt-Gesellschaft, deren Ehrenvorsitzender er wurde.

Oberbürgermeister Dr. Lueken wird von den Nationalsozialisten entlassen

Dr. Lueken wurde 1932 für weitere zwölf Jahre zum Oberbürgermeister von Kiel gewählt. Aber inzwischen hatte sich die politische und wirtschaftliche Situation in Deutschland verändert. Infolge der Weltwirtschaftskrise herrschte Massenarbeitslosigkeit, die bürgerlichen Parteien verloren den Rückhalt in der Bevölkerung, die zunehmend ihre Stimme der NSDAP gab.

Nachdem Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt worden war, beabsichtigte er u. a., Länder und Kommunen gleichzuschalten. Am 5. März 1933 fanden Reichstagswahlen und am 12. März Landtags- und Kommunalwahlen in Preußen statt. Die NSDAP bekam am 5. März 1933 mit 43,9% nicht die gewünschte absolute Mehrheit. So wurde in der Woche bis zum 12. März der Druck und Terror auf die Bevölkerung verstärkt. Am Morgen des 6. März wurde auf dem Kieler Rathaus und dem Stadttheater die Hakenkreuzfahne gehisst.

Das Kieler Rathaus unter dem Hakenkreuz
Das Kieler Rathaus unter dem Hakenkreuz

Oberbürgermeister Lueken war massiver Kritik ausgesetzt. Er wurde beschuldigt, drei sozialdemokratische Magistratsmitglieder nicht abgesetzt zu haben. Lueken blieb standhaft und betonte, dass demokratisch gewählte Stadtväter nicht einfach ihres Amtes enthoben werden könnten, dass ein Wechsel erst nach der Kommunalwahl möglich sei. Daraufhin erwirkten die Nationalsozialisten am Nachmittag des 10. März 1933 beim Regierungspräsidenten die Ablösung Dr. Luekens in seinem Amt. Am Morgen des 11. März marschierten SA- und SS-Kolonnen vor das Rathaus. NSDAP-Kreisleiter Walter Behrens drang mit anderen NSDAP-Mitgliedern ins Rathaus ein, verkündete, dass er das Amt des Oberbürgermeisters übernehme, die Besetzung des Rathauses nicht illegal sei und die Beamten ihre Arbeit wieder aufnehmen sollten.

Nach diesem „Handstreich“ und Terrorakt verlief die Kommunalwahl am 12. März ruhig, bescherte der Kieler NSDAP zwar den Sieg, aber nicht die absolute Mehrheit (44,8%). Walter Behrens wurde im April 1933 formal zum Oberbürgermeister gewählt und blieb bis Kriegsende in seinem Amt.

Dr. Emil Lueken verließ Kiel und übernahm 1934 die Leitung der Commerzbank in Bremen. Als Vertreter der von ihm mitgegründeten Bremer Demokratischen Volkspartei gehörte er 1946-1949 und danach als FDP-Mitglied bis 1951 der Bremischen Bürgerschaft an. An seinem 75. Geburtstag zeichnete ihn die Bundesrepublik mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens aus. Kurz nach seinem 82. Geburtstag verstarb Emil Lueken am 20. März 1961 in Bremen.

Christa Geckeler

Literatur

Beier, Dörte: Kiel in der Weimarer Republik. Die städtebauliche Entwicklung unter der Leitung Willy Hahns, Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 48, Kiel 2004

Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten der Stadt Kiel in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis zum 31. Dezember 1924, Kiel 1926

Friedl, Hans (Hg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, 1992

Hansen, Silke: Die Zeit der nationalsozialistischen Machtübernahme in Kiel im Spiegel der Presse, Staatsexamensarbeit, Kiel 1986, Stadtarchiv Kiel

Jensen, Jürgen, Renate Jürgens: Kiel in der Geschichte der Malerei. Die Fördestadt im ersten Jahrhundert der Kieler Woche, Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 14, Neumünster 1982

Jensen, Jürgen, Peter Wulf (Hg.): Geschichte der Stadt Kiel, Neumünster 1991

Kieler Express vom 16. März 2002

Kieler Nachrichten vom 17. März 1949, vom 20. März 1959, vom 24. März 1961, vom 11. März 1983, vom 14. März 2002, vom 19. März 2004

Kieler Zeitung vom 14. November 1929, vom 7. März 1930, vom 11. März 1933

Salewski, Michael: Kiel im März 1933, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 68, 1983

Schleswig-Holsteinische Volks-Zeitung vom 17. Januar 1925

Sievert Hedwig: Kiel vom Ende des 1. Weltkrieges bis zur nationalsozialistischen Zeit, in: Kieler Adressbuch 1957

Stahmer-Wusterbarth, Sabine: Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Kiel während der Weimarer Republik unter besonderer Berücksichtigung der Maßnahmen der Kieler Stadtverwaltung, Dissertation, Kiel 1996, Stadtarchiv Kiel

Stein, Erwin: Oberbürgermeister Dr. Lueken, in: Zeitschrift für Kommunalwirtschaft, XXII. Jahrgang, Berlin, 25. September 1932

Akte des Stadtarchivs Kiel Nr. 28185 und 37416

Weitere Infos:


Nach oben