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Höchstgrenzen

Wie hoch darf mein Gesamteinkommen sein?

Um Wohngeld erhalten zu können, darf das monatliche Gesamteinkommen bestimmte Beträge, die nach der Anzahl der zu berücksichtigenden (nicht vom Wohngeld ausgeschlossenen) Haushaltsmitglieder unterschiedlich hoch sind, nicht überschreiten.

Errechnen des Gesamteinkommens

Das Gesamteinkommen setzt sich zusammen aus der Summe der Jahreseinkommen aller zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder abzüglich bestimmter Freibeträge und Abzugsbeträge für Unterhaltsleistungen. Die Höhe der Einkommen ist nachzuweisen. Das Kindergeld und der Kinderzuschlag bleibt bei der Einkommensermittlung von vornherein außer Betracht.

Das monatliche Gesamteinkommen ist ein Zwölftel des Gesamteinkommens.

Das Jahreseinkommen

Als Jahreseinkommen ist das Einkommen zu Grunde zu legen, das zum Zeitpunkt der Antragstellung im Bewilligungszeitraum zu erwarten ist. Für die Einkommensprognose können auch die Einkommensverhältnisse vor dem Zeitpunkt der Antragstellung herangezogen werden.

Die wohngeldrechtliche Einkommensermittlung geht vom steuerrechtlichen Einkommensbegriff aus. Das heißt, maßgebend sind die steuerpflichtigen positiven Einkünfte im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG), aber ergänzt um einen Katalog zu berücksichtigender steuerfreier Einnahmen.

Einkünfte nach § 2 Abs. 1 und 2 EStG sind bei den Einkunftsarten

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gewerbetrieb
  • selbstständige Arbeit

der Gewinn

und bei den Einkunftsarten

  • nichtselbstständige Arbeit
  • Kapitalvermögen
  • Vermietung und Verpachtung
  • sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG

der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten

Gewinn

  • Es besteht für den Steuerpflichtigen eine gesetzliche Verpflichtung, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen:

    Dann ist der Gewinn der Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen am Schluss des Wirtschaftsjahres und dem Betriebsvermögen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres, vermehrt um den Wert der Entnahmen (wie Barentnahmen) und vermindert um den Wert der Einlagen (wie Bareinzahlungen).

  • Es besteht für den Steuerpflichtigen keine gesetzliche Verpflichtung, Bücher zu führen und regelmäßige Abschlüsse zu machen:

    Dann ist der Gewinn der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben. Als Besonderheit bei dieser Gewinnermittlungsmethode gilt das Zufluss-und Abflussprinzip: Nur die Einnahmen bzw. Ausgaben sind zu berücksichtigen, die in dem entsprechenden Wirtschaftsjahr eingenommen bzw. gezahlt wurden. Bestandsveränderungen bleiben unberücksichtigt. Damit erfolgt keine periodengerechte Gewinnermittlung, was der wesentliche Unterschied zum Betriebsvermögensvergleich ist. Investitionen in das bewegliche Anlagevermögen können nur in Höhe der zulässigen Abschreibung als Ausgabe gewinnmindernd abgezogen werden.

 

Abzugsfähige Aufwendungen

Abzugsfähige Aufwendungen zum Erwerb, zur Sicherung und Erhaltung des Einkommens sind bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit die Betriebsausgaben und bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung sowie sonstigen Einkünften die Werbungskosten.

Werbungskosten sind insbesondere Beiträge zu Berufsverbänden, Aufwendungen für Arbeitsmittel sowie notwendige Mehraufwendungen bei beruflich bedingter doppelter Haushaltsführung. Wie Werbungskosten können erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten und Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte abgezogen werden.
Als Werbungskosten von steuerpflichtigen Löhnen und Gehältern sind mindestens pauschal 1.000 Euro im Jahr absetzbar, von steuerpflichtigen Alters- oder Witwenrenten mindestens pauschal 102 Euro. Erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten sind zusätzlich abzuziehen.

Wichtig: Verluste bei einer Einkunftsart können nicht durch Absetzung von anderen Einnahmen oder von den Einnahmen eines anderen zu berücksichtigenden Haushaltsmitgliedes ausgeglichen werden.

Zusätzlich zu den steuerpflichtigen positiven Einkünften sind die im Wohngeldgesetz ausdrücklich aufgeführten steuerfreien Einnahmen dem Jahreseinkommen der einzelnen zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder hinzuzurechnen.

Bei der Ermittlung des Jahreseinkommens sind folgende Beträge absetzbar:

  • Der pauschale Abzug beträgt mindestens 6 Prozent. Er erhöht sich auf
  • 10 Prozent bei jedem zu berücksichtigenden Haushaltsmitglied, das Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung oder zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Steuern vom Einkommen entrichtet,
  • 20 Prozent bei jedem zu berücksichtigenden Haushaltsmitglied, das Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung und zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet, oder das Steuern vom Einkommen entrichtet und Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung oder Rentenversicherung leistet,
  • 30 Prozent bei jedem zu berücksichtigenden Haushaltsmitglied, das Steuern vom Einkommen sowie Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung und zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlt.

Diese Absetzungen gelten auch für laufende Beiträge, die dem Zweck der Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung entsprechen. Dies sind z. B. freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung oder Rentenversicherung, Beiträge zu privaten Krankenversicherungen oder Beiträge für Lebensversicherungen, soweit sie von einem zu berücksichtigenden Haushaltsmitglied für sich oder ein anderes zu berücksichtigende Haushaltsmitglied entrichtet werden. Sie dürfen nicht abgezogen werden, wenn eine im Wesentlichen beitragsfreie Sicherung oder eine Sicherung, für die Beiträge von einem Dritten geleistet werden, besteht.

Was noch abgesetzt werden kann

Von der sich aus den einzelnen Jahreseinkommen der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder ergebenden Summe können insbesondere noch folgende Beträge abgezogen werden:

  • Freibetrag von 125 Euro monatlich für jedes schwerbehinderte zu berücksichtigende Haushaltsmitglied mit einem Grad der Behinderung von 100 oder von wenigstens 80 bei einer Pflegebedürftigkeit im Sinne des § 14 des Elften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XI) und gleichzeitiger häuslicher oder teilstationärer Pflege oder Kurzzeitpflege,
  • Freibetrag von 100 Euro monatlich für jedes schwerbehinderte zu berücksichtigende Haushaltsmitglied mit einem Grad der Behinderung von unter 80 bei einer Pflegebedürftigkeit im Sinne des § 14 SGB XI und gleichzeitiger häuslicher oder teilstationärer Pflege oder Kurzzeitpflege,
  • Freibetrag von bis zu 50 Euro monatlich für jedes Kind mit eigenem Einkommen, wenn das Kind das 16., aber noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet hat,
  • Freibetrag von 50 Euro monatlich für jedes Kind unter 12 Jahren, wenn die wohngeldberechtigte Person allein mit noch nicht volljährigen Haushaltsmitgliedern zusammen wohnt und wegen Erwerbstätigkeit oder Ausbildung nicht nur kurzfristig von der Wohnung abwesend ist,
  • Abzugsbetrag in Höhe der Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen bis zu dem in einer notariell beurkundeten Unterhaltsvereinbarung festgelegten oder in einem Unterhaltstitel oder Bescheid festgestellten Betrag; ansonsten bis zu bestimmten Höchstbeträgen in einem im Wohngeldgesetz genannten Umfang.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die sich nach der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder ergebenden Grenzen des Gesamteinkommens, bei deren Überschreitung kein Wohngeldanspruch mehr besteht. Die nachfolgende Grenzen gelten nur für Gemeinden der Mietenstufe V, zu der die Landeshauptstadt Kiel gehört.

Daneben finden Sie die Beträge des Bruttoeinkommens, die vor dem jeweils vorzunehmenden pauschalen Abzug annähernd den Grenzen des Gesamteinkommens entsprechen.

Wichtig: Wenn Sie absetzbare Beträge geltend machen können, wie z. B. Werbungskosten oder Freibeträge, können die zugelassenen Bruttoeinkommen entsprechend höher sein, ohne dass dadurch die Grenze des jeweiligen Gesamteinkommens überschritten wird. Die Tabelle gibt die höchstmöglichen Einkommensbeträge wieder.

Die angegebenen Einkommensbeträge werden nur bei entsprechend hohen Mieten wirksam. Bei niedrigeren Mieten sind die Einkommensgrenzen niedriger.

 
Einkommensgrenzen für Wohngeld
Zum Haushalt 
zählende Personen
Grenze für monatliches Gesamt-
Einkommen (nach Wohngeld-
tabellen)
Entsprechendes monatliches Bruttoeinkommen (ohne Kindergeld) bei einem Verdiener vor einem pauschalen Abzug von
82.940,003.127,663.266,673.675,004.200,00
6%10%20%30%
1   860,00    914,89   955,561.075,001.228,57
21.170,001.244,681.300,001.462,501.671,43
31.440,001.531,911.600,001.800,002.057,14
41.880,002.000,002.088,892.350,002.685,71
52.150,002.287,232.388,892.687,503.071,43
62.420,002.574,472.688,893.025,003.457,14
72.680,002.851,062.977,783.350,003.828,57

Wie hoch darf meine Miete oder Belastung sein?

Das Wohngeld hängt nicht nur von der Höhe des zu berücksichtigenden Gesamteinkommens und von der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder ab. Die Höhe des Wohngeldes richtet sich auch - dies ist der dritte wichtige Faktor - nach der Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung. Die zuschussfähige Miete bzw. Belastung setzt sich zusammen aus der Summe der nach den wohngeldrechtlichen Vorschriften ermittelten Miete bzw. Belastung.

Um für Ihren Fall den zuschussfähigen Betrag festzustellen, sollten Sie wissen, was unter Miete zu verstehen ist oder was zur Belastung gehört, was nicht berücksichtigt werden darf. Bitte lesen Sie daher vorher das Kapitel Was ist Miete oder Belastung? durch.

Wohngeld wird nicht für unangemessen hohe Wohnkosten geleistet. Die Miete - oder im Falle von Eigenheimen und Eigentumswohnungen die Belastung - ist nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen zuschussfähig. Die über bestimmten Höchstbeträgen liegenden Aufwendungen werden nicht berücksichtigt.

 
Beschriftung
Anzahl der zu berücksichtigen
Haushaltsmitglieder
Höchstbeträge für Mieten
und Belastungen
Mehrbetrag für
jedes weitere
Haushaltsmitglied
1385,00 
2468,00 
3556,00 
4649,00 
5737,00 
6 88,00 

Zwei Beispiele für die Berechnung der zu berücksichtigenden Miete:

Beispiel 1

Eine alleinstehende Person bewohnt eine Wohnung in Kiel und zahlt eine monatliche Brutto-Kaltmiete von 285 Euro. Der Höchstbetrag für die zuschussfähige Miete liegt bei 385 Euro und damit über der von ihr zu zahlenden monatlichen Miete. Bei der Wohngeldleistung wird daher nur die tatsächlich zu zahlende Miete von 285 Euro berücksichtigt.

Beispiel 2

Für eine gleichartige Wohnung in Kiel beträgt die Brutto-Kaltmiete 390 Euro im Monat. In diesem Fall wird bei der Wohngeldermittlung nur der Höchstbetrag für die zuschussfähige Miete, nämlich 385 Euro, berücksichtigt.

Wie hoch ist mein Wohngeld?

Das Wohngeld stellt nur einen Zuschuss zur Miete oder Belastung dar. Ein Teil der Aufwendungen für den Wohnraum muss in jedem Fall von der wohngeldberechtigten Person und von den Haushaltsmitgliedern selbst getragen werden.

Wenn Sie die Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, die Höhe des monatlichen Gesamteinkommens und die Höhe der zu berücksichtigenden Miete bzw. Belastung ausgerechnet haben, können Sie die Höhe des Ihnen zustehenden Wohngeldes aus der für die jeweilige Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder maßgebenden Tabelle ablesen. Schlagen Sie jene Tabellenseite auf, die der Anzahl der für Sie maßgebenden zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder sowie der Miet- bzw. Belastungs- und Einkommenshöhe entspricht.

Wohngeldtabellen

Sie können aber auch das Wohngeld mittels des Probewohngeldrechners ausrechnen.

 Probewohngeldrechner (Service des des Landes Nordrhein-Westfalen)