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Blei im Trinkwasser - ein Problem?

Das Trinkwasser in Schleswig-Holstein ist von ausgezeichneter Qualität. Die gute Trinkwasserqualität kann allerdings durch Installationsmaterial aus Blei beeinträchtigt werden. Zwar ist das öffentliche Versorgungsnetz in Kiel komplett bleifrei, doch stellt Blei im Trinkwasser auf Grund der weiten Verbreitung von Bleileitungen in Trinkwasserinstallationen immer noch ein bedeutendes gesundheitliches Problem für die Bevölkerung dar.

Die wachsenden Erkenntnisse über die gesundheitlichen Wirkungen von Blei verlangen eine weitere Reduzierung der Bleiaufnahme. Soweit die Bleibelastung durch die Hausinstallation verursacht wird, liegt die Verantwortlichkeit hierfür nicht beim Wasserversorger, sondern beim Hauseigentümer.

Wie schädlich ist Blei?
Bei der ständigen Aufnahme kleiner Bleimengen spricht man von einer chronischen (sich langsam entwickelnden) Belastung. Gesundheitliche Wirkungen einer chronischen Belastung lassen sich nur in aufwändigen Untersuchungen an einer großen Zahl von
Betroffenen und Nichtbetroffenen nachweisen. Mittels solcher Untersuchungen wurde festgestellt, dass die kindliche Intelligenzentwicklung durch Blei beeinträchtigt werden kann. Besonders empfindlich auf Blei reagiert das sich entwickelnde kindliche Nervensystem.

Ungeborene und Kinder sind besonders empfindlich. Dies erklärt sich aus der beschriebenen Wirkung, aber auch daraus, dass ein Kind im Verhältnis zu seinem Körpergewicht mehr Flüssigkeit zu sich nimmt als ein Erwachsener. Bei Kindern wird das aufgenommene Blei nicht wie bei Erwachsenen vermehrt in den Knochen gespeichert, sondern bleibt zu einem größeren Anteil in den Organen und den Geweben des Organismus verfügbar und kann gesundheitliche Schäden verursachen.

Junge Frauen und Schwangere sollten sich vor einer unerwünschten Aufnahme von Blei schützen. Im Falle einer späteren oder bestehenden Schwangerschaft kann Blei, das in den Knochen der Mutter gespeichert ist, mobilisiert und an das werdende Kind abgegeben werden.

Grenzwerte für Blei im Trinkwasser
Blei kommt im Trinkwasser in geringen Konzentrationen vor. Gemessen werden diese Konzentrationen in Milligramm pro Liter, das entspricht einem tausendstel Gramm pro Liter.

Der Grenzwert für Blei beträgt gemäß Trinkwasserverordnung vom 21. Mai 2001 derzeit 0,025 Milligramm pro Liter. Dieser Grenzwert wird auf Grund von Vorgaben aus der Europäischen Union ab dem 1. Dezember 2013 auf 0,010 Milligramm pro Liter abgesenkt werden.
Erwachsene werden durch die Grenzwerte der gültigen Trinkwasserverordnung ausreichend geschützt. Junge Frauen, Schwangere und Kinder sollten allerdings kein Wasser konsumieren, das die Konzentration von 0,010 Milligramm pro Liter überschreitet!

 

Trinkwasserleitung aus Blei (rechtes Stück) schließt an Kupfer an
Trinkwasserleitung aus Blei (rechtes Stück)

Wie lassen sich Bleileitungen erkennen?
Da Blei ein weiches Material ist und sich somit leicht verarbeiten lässt, ist es als Installationsmaterial insbesondere in alten Stadthäusern (gebaut vor den 1950er Jahren) zu finden.

Bleileitungen lassen sich mit einem Messer, Schlüssel oder einem anderen spitzen Gegenstand einritzen oder abschaben. Die silbergrauen Bleileitungen wurden wegen ihrer Biegsamkeit in geschwungenen Linien verlegt. Die Rohrenden sind ineinander  geschoben und an dieser Lötstelle wulstig aufgeworfen.

Andere Leitungsmaterialien wie Kupfer oder verzinkter Stahl sind wesentlich härter, im rechten Winkel an der Wand verlegt und bei Verwendung von Stahl ineinander verschraubt.

Bleiinstallationen finden sich im Bereich der Hausanschlussleitungen, also den Leitungen von der Versorgungsleitung in das Haus, und im häuslichen Verteilungssystem. Somit sind Bleileitungen meist im Keller, zum Beispiel bei der Wasseruhr, im Treppenhaus (Steigleitungen) und als Kaltwasserleitung in der Wohnung erkennbar.

Vermuten Sie Bleileitungen in der Trinkwasserinstallation?
Sollten Sie eine Belastung Ihres Trinkwassers mit Blei beziehungsweise Bleileitungen in Ihrer Hausinstallation vermuten, wenden Sie sich bitte an die zuständigen Ansprechpartner im Amt für Gesundheit. Hier erhalten Sie eine auf Ihre Situation abgestimmte individuelle Beratung. Oft kann auch eine für die Mieterin / den Mieter kostenfreie Trinkwasseruntersuchung durchgeführt werden.