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Feuerwehr & Rettungsdienst

Keine Angst vor Bienen, Wespen und Hornissen

Die Feuerwehren sind nur noch bedingt für Wespen, Bienen und andere Insekten zuständig. Zur Zeit gibt es bei der Berufsfeuerwehr Kiel einen Mitarbeiter, der als Fachmann eine beratende Tätigkeit hat.

Umsiedelungskasten
Umsiedelungskasten

Die Feuerwehr greift nur ein, wenn Gefahr im Verzug ist. Das ist aber in der Praxis selten der Fall, selbst wenn eine große Menge dieser Tiere den Menschen ungewohnt nahe kommt. Mit entsprechendem Verhalten ist die Gefahr meist relativ gering.

Wespen gelten übrigens als Wildtiere, für die niemand zur Verantwortung gezogen oder haftbar gemacht werden kann. Sollten sie Ihnen doch einmal Probleme bereiten, hilft Ihnen ein ausgebildeter Fachmann weiter, etwa durch Beratung, genaue Artenbestimmung, Umsiedelung oder falls erforderlich eine Abtötung.

An wen wende ich mich?

Umsiedeln eines Wespennestes
Ein Fachmann siedelt ein Wespennest um.

Bei Fragen hilft Ihnen die Berufsfeuerwehr Kiel unter Telefon 0431 / 5905-0 und leitet Sie an einem Fachmann weiter.

Außerdem gibt es den WespenNotdienst, der unter Telefon 0800 / 112 999 02 oder im Netz unter www.wespennotdienst.de
zu erreichen ist.

Viele Informationen und Verhaltenstipps zu Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln enthält auch das 
Faltblatt des Kieler Umweltschutzamtes.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.hornissenschutz.deoder in dem Buch "Wespen" von Rolf Witt.

Wie gefährlich sind Wespen und wie verhalte ich mich?

Wespennest
Nest der Sächsischen Wespe

Wespen sind grundsätzlich friedlich. Sie stechen fast nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Der Anlass ist meist vermeidbares menschliches Fehlverhalten.

Sollten Sie doch einmal gestochen werden, bewahren sie vor allem Ruhe. Die Einstichstelle gleich kühlen. Als einfaches Hausmittel Zwiebelsaft auftragen.

Liegt eine echte Wespengiftallergie vor oder erfolgte der Stich im Bereich der Atemwege, alarmieren Sie sofort einen Arzt über den Notruf 112.

Wespen sterben nicht nach dem Stich und können gegebenenfalls ein weiteres Mal zustechen. Das Gift ist weniger toxisch als Bienengift.

 
Wie muss ich mich verhalten?

  • Plötzliche Erschütterungen des Nestes vermeiden
  • Sich nicht in die Einflugschneise stellen
  • Betrieb von lauten Geräten vermeiden
  • Nicht hektisch um sich schlagen
  • Keine starken Duftstoffe wie zum Beispiel Haarspray verwenden
  • Einen Sicherheitsabstand von zwei Metern einhalten 

 
Mehr zu den heimischen Wespenarten erfahren Sie hier.

Hornissen - eine friedfertige Wespenart

Hornisse
Friedliche Hornisse

Hornissennest
Hornissennest 

Hornissen sind die größte Wespenart und sehr friedfertig. Natürlicher Neststandort sind Höhlen und Hohlräume oder auch Dachböden.

Hornissen sind sehr anpassungsfähig. Als einzige heimische Wespe ist die Hornisse auch nachtaktiv. Die mittelgroßen Völker sind bis in den Spätherbst aktiv.

Aufgrund ihres schlechten Rufs wurde die Hornisse nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Für jegliche Eingriffe ist eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde erforderlich. 

Hornissen gewöhnen sich an ihre Umgebung (Lärm, Kinder etc.) und können Menschen sogar individuell an Stimme und Geruch unterscheiden. Das Gift der Hornisse ist weniger giftig als der der Honigbiene.

Bienen

Bienenschwarm
Bienenschwarm der Honigbiene

Die Biene, genauer gesagt unsere Honigbiene, ist der einzige Hautflügler der als Schwarm auftritt. Grund dafür ist die natürliche Teilung eines Bienenvolkes, um ihr Fortbestehen zu sichern.

Zu Anfang sieht ein Bienenschwarm immer sehr gewaltig aus. Er wird sich im Laufe von 30 - 45 Minuten aber beruhigen und sich in einem Baum oder ähnlichem niederlassen.

 
Wie verhalte ich mich?

  • Lassen Sie den Schwarm sich erst einmal beruhigen. Ein Bienenschwarm ist nicht aggressiv und fliegt auch keine Verteidigungsflüge gegen Menschen. Nachdem sich der Schwarm niedergelassen hat, kann es auch vorkommen, dass er nach einer Ruhephase wieder davonfliegt.
  • Wenn der Schwarm sich beruhigt hat, können Sie die Leitstelle der Feuerwehr unter 0431 / 5905-0 verständigen oder die Schwarmbörse.
  • In der Regel kommt ein Imker vorbei und sammelt dann den Schwarm ein. Wenn ein Imker seinen Schwarm verfolgt und der sich nun in Ihrem Garten niedergelassen hat, darf dieser Imker auch ohne Ihre Einwilligung Ihr Grundstück betreten. Dies ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. 
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Zu Unrecht in Verruf: die Wespen

Mit der volkstümlichen Bezeichnung Wespen verbinden die meisten Menschen in der Regel die gelb-schwarzen Vertreter der sozialen Faltenwespen. Ihre angebliche grosse Aggressivität und Fähigkeit, schmerzhaft stechen zu können, haben diese Insektengruppe sowie viele nahe verwandte Arten zu Unrecht in Verruf geraten lassen.

In Deutschland nachgewiesen sind zur Zeit 630 Arten von Grabwespen und der Sozialen Faltenwespen. Die Wespen gehören alle zu Insektenordnung der Hymenoptera (Hautflügler). Die Bezeichnung Faltenwespe bezieht sich auf die Art der Flügelstellung  im Ruhezustand.

Schwerpunkt ist hier die Soziale (in Gemeinschaft lebende) Faltenwespe, die gelb-schwarze Wespe die jeder kennt. Aber auch die Hornisse ist eine Wespenart.

Acht verschiedene Wespenarten

Was viele nicht wissen: Es gibt acht verschiedene Arten von Faltenwespen. Alle sind gelb-schwarz und nur vom Fachmann zu unterscheiden. Jede dieser Wespe hat einen Stechapparat, aber vom Verhalten sind sie sehr unterschiedlich.

Alle Arten sind Insektenjäger und benötigen zur Aufzucht ihrer Brut große Mengen von Insekten, die in der Regel für den Menschen schädlich oder lästig sind.

Soziale Faltenwespen sind somit wichtige Regulatoren im Ökosystem. Zum Beispiel vertilgt ein Hornissenvolk am Tag etwa 500 Gramm Mücken oder ähnliches. Jeder Forstwirt ist glücklich, wenn in seinem Wald Hornissen wohnen, denn hier wird auf natürliche Weise Jagd auf den Borkenkäfer gemacht.

Übersicht der Sozialen Faltenwespen in Deutschland:

  • Hornisse
  • Mittlere Wespe
  • Sächsische Wespe
  • Waldwespe
  • Norwegische Wespe
  • Rote Wespe
  • Deutsche Wespe
  • Gemeine Wespe


Diese Wespen werden in Langkopf- und Kurzkopfwespen unterteilt. Diese Bezeichnung basiert auf dem Abstand vom Auge zum Kiefergelenk.

Gesetzlicher Schutz für alle Wespenarten

Wegen ihrer ökologischen Nützlichkeit und aus diversen anderen Gründen wurde die Faltenwespe vom Gesetz geschützt. Hier greifen das Tier- und Naturschutzgesetz sowie die Artenschutzverordnung.

Die acht verschiedenen Wespenarten sind unterschiedlich geschützt. Vom Grundsatz her sind alle Wespen vom Tierschutzgesetz geschützt. Das besagt, dass man keine Tiere ohne Grund töten darf. Dieses Gesetz ist allerdings nicht sehr präzise, und es fallen letztendlich nur zwei Arten darunter.

Genauere Regelungen enthält das Natur- und Artenschutzgesetz. Demnach dürfen alle Maßnahmen an und bei Wespen ausschließlich durch Fachleute ausgeführt werden. In diesen Bereich fallen die sechs anderen Wespenarten, unter anderem die Hornisse. Das heißt, um ein Wespennest abzutöten oder umzusiedeln bedarf es einer Genehmigung und man muss einen Fachkundigen zu Rate ziehen. Bei Verstößen etwa gegen das Artenschutzgesetz sind Strafen bis 50.000 Euro möglich.

Langkopfwespen

Die Langkopfwespen sind allesamt sehr friedliche Arten mit kleinen Völkern, die sich niemals an unseren Lebensmitteln verköstigen. Bereits im Sommer Ende August gehen die Staaten zugrunde.

Häufig sind Sächsische Wespe und die Mittlere Wespe, die ihre freihängenden Nester an geschützten, offenen Stellen (zum Beispiel im Schuppen, Dachböden) beziehungsweise in Gebüschen bauen. Maßnahmen sind selten erforderlich.

Kurzkopfwespen

Zur Gattung der Kurzkopfwespen, die oft auch als Erdwespen bezeichnet werden, gehören die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.

Diese Arten können lästig werden und sind für die meisten Probleme verantwortlich. Sie bilden große Völker und naschen gerne an Lebensmitteln, Früchten oder Aas. Die Nester werden im Boden, dunklen Hohlräumen oder auch Mauselöchern angelegt und sind bis in den Spätherbst aktiv.

Ganz anders verhält sich dagegen die dritte Kurzkopfwespenart: die friedfertige Rote Wespe mit ihren kleinen Staaten. Sie hat eine ähnliche Biologie wie die Langkopfwespe.