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Kieler Sozialbericht

Die Landeshauptstadt Kiel hat zum sechsten Mal einen Bericht vorgelegt, der sich mit der Entwicklung der Arbeitslosigkeit und des Bezugs von Leistungen der Grundsicherung sowie der Sozialhilfe beschäftigt. Zugleich greift der Sozialbericht 2010 angrenzende Themen und Fragestellungen auf - etwa die Überschuldung privater Haushalte, aktuelle Problemstellungen aus Jugendhilfe und Schule, Fragen des Wohnens und der Lebenslagen von Menschen in den Sozialräumen. Der Sozialbericht 2010 versteht sich als ein Analysebericht, der die kommunalen Sozialdaten transparent macht. Ein Maßnahmen- bzw. Handlungsbericht ist er nicht.

Bis Mitte vergangenen Jahres musste aufgrund der für Kiel ermittelten Armutszahlen eine doch eher besorgniserregende Entwicklung konstatiert werden. Mit dem Sozialbericht 2010 kann zwar nicht ein optimistisches Bild gezeichnet werden, jedoch lässt sich feststellen, dass der bundesweit zu beobachtende wirtschaftliche Aufschwung inzwischen auch den Arbeitsmarkt in Kiel erreicht hat.

Dennoch: Grund zur Entwarnung besteht nicht. Nach wie vor sind (zu) viele Menschen auf ergänzende bzw. ausgleichende Sozialleistungen der Stadt, des Jobcenters Kiel - Arbeitsgemeinschaft für Arbeit und Integration (Arbeitsgemeinschaft nach § 44b SGB II) und anderer Stellen angewiesen. Im Rahmen dieses Berichts wird auch die Veränderung der Einwohnerstruktur in den unterschiedlichen Altersgruppen berücksichtigt. Kiel verzeichnet einen deutlichen Zuwachs an Einwohnerinnen und Einwohnern über 65 Jahren, also jener Gruppe, die nicht mehr im Erwerbsleben steht und damit dauerhaft auf Transferleistungen angewiesen sein wird, sofern die Renteneinkünfte den Lebensunterhalt nicht sicherstellen können.

Da sich parallel zu dieser Entwicklung zugleich die Gruppe der unter 15-jährigen Einwohnerinnen und Einwohnern verkleinert, ist der Prozess einer »älter werdenden Gesellschaft« auch in Kiel gut erkennbar - mit Folgen unter anderem für den kommunalen Haushalt. Im zweiten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung wird ausgeführt, dass soziale Ausgrenzung und materielle Armut im entwickelten Industriestaat Deutschland nicht verleugnet werden könnten. Der angesprochene Personenkreis sei im Alltagsleben häufig mit unterschiedlichen Formen von Benachteiligung konfrontiert. Insbesondere für viele Kinder und Jugendliche bestehe eine prekäre Lage.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hatte bereits der Jugendhilfeausschuss dazu aufgefordert, alle Kräfte in Kiel zu bündeln, um die Situation von Kindern und Jugendlichen aus einkommensbenachteiligten Familien zu verbessern und ein strukturiertes Netzwerk der in Kiel tätigen Akteure in sozialen Diensten und Einrichtungen in Zusammenarbeit mit der vom Deutschen Roten Kreuz getragenen Kieler Armutskonferenz zu gründen. Inzwischen hat sich dieses Netzwerk fest etabliert, viele Vorschläge formuliert und entsprechende Initiativen ergriffen. Ein aktueller Bericht des "Kieler Netzwerks gegen Kinderarmut" ist deshalb Bestandteil dieses Sozialberichts.

Hier können Sie den Bericht als pdf-Dokument herunterladen.