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Kieler Solarpotenzialkataster

Wie gut eignet sich ein Dach für die Nutzung von Solarenergie?

Die Landeshauptstadt Kiel hat ein Solardachkataster der Kieler Gebäude erstellen lassen. Die Luftbilder lassen Rückschlüsse darauf zu, wie gut sich ein Dach auf Grund von Ausrichtung und Verschattung für die Nutzung von Sonnenenergie eignet. 
Rufen Sie hier den Stadtplan mit den Katastereinträgen auf.

Ausschnitt aus dem Solarpotenzialkataster für Kiel
Ausschnitt aus dem Solarpotenzialkataster für Kiel

Die im Juni 2011 fotografierten Dachflächen werden farblich markiert, um so vier Kategorien darzustellen: sehr gut für Solaranlagen geeignet, gut geeignet, geeignet oder ungeeignet.

Den Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern soll das bei der Entscheidung helfen, ob sie in eine Solaranlage investieren wollen.

Die Satzung der Landeshauptstadt Kiel über die Ermittlung und Veröffentlichung des Solarpotentials der Dachflächen im Kieler Stadtgebiet (Solardachkatastersatzung) vom 14. Februar 2011 finden Sie hier.

Widerspruchsrecht

Eigentümerinnen und Eigentümer der abgebildeten Häuser und Grundstücke sowie Inhaberinnen und Inhaber grundstücksgleicher Rechte (Erbbaurechte) sowie Eigentümerinnen, Eigentümer und Gemeinschaften nach dem Wohnungseigentumsgesetz können gegen die Veröffentlichung der sie betreffenden Informationen Widerspruch einlegen. Die entsprechenden Daten werden dann nicht veröffentlicht.

Den Widerspruch unter Angabe der postalischen Adresse des Gebäudes können Sie einlegen entweder per Brief an die
Landeshauptstadt Kiel, Stadtvermessungsamt, Fleethörn 9, 24103 Kiel
oder per E-Mail an sowi@kiel.de

Quellendaten und Vorgehensweise

Für das Solarpotenzialkataster der Landeshauptstadt Kiel, auch Solardachkataster genannt, ist im Juni 2011 zunächst ein Bildflug zur Erhebung geeigneter Quellendaten durchgeführt worden. Die aufgenommenen Stereo-Luftbilder dienen einerseits der Erstellung einer stadtweiten Luftbildkarte (eines so genannten "Orthophotomosaiks") und sind außerdem die Grundlage für die photogrammetrische Auswertung zur 3D-Modellierung der Dachlandschaft.

Zunächst wurden aus den Stereo-Luftbildern die Dachflächen kartiert und für jede Teilfläche anschließend die Dachneigung, Dachausrichtung und Flächengröße ermittelt. Für die Detailflächenanalyse wurde eine Kachelgröße von 1 Meter x 1 Meter in der Dachfläche festgelegt.

Zur Berechnung aller auftretenden Verschattungen im Verlauf eines Jahres wurde ein aus den Stereo-Luftbildern erstelltes digitales Oberflächenmodell (aus der 3D-Punktwolke) verwendet. Hierbei wurden die Verschattung durch Nachbargebäude, Dachaufbauten, das Gelände und die Vegetation berücksichtigt.

Eine weitere Datenquelle waren für Kiel gültige Angaben zu den mittleren Monats- und Jahressummen der Globalstrahlung auf eine horizontale Normfläche von 1m² (in kWh/a*m²) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aus den Jahren 1981 bis 2010. Als Globalstrahlung wird die Summe aus direkter und diffuser solarer Strahlung bezeichnet.

Für Kiel beträgt die vom DWD für die Jahre 1981 bis 2010 angegebene mittlere jährliche Globalstrahlungssumme auf eine horizontale Einheitsfläche 984 kWh/m²*a. Für eine am Standort Kiel optimal ausgerichtete Einheitsfläche wurde daraus eine mittlere jährliche Sonnenenergie-Einstrahlung von 1.166 kWh/m²*a berechnet.

Aus diesen Quellendaten wurde für jede Dachteilfläche eine detaillierte Solarpotenzialanalyse durchgeführt, die die Dachneigung, Dachausrichtung, Flächengröße, Verschattung und das Mittel der lokalen jährlichen Globalstrahlungssummen der vergangenen 30 Jahre berücksichtigt.

Eignungsstufen

  • Sehr gut geeignet: mehr als 1.020 kWh/m²*a
  • Gut geeignet: 870 bis 1.020 kWh/m²*a
  • Geeignet: 800 bis 870 kWh/m²*a
  • Nicht geeignet: weniger als 800 kWh/m²*a

Gründächer sowie Parkdächer wurden als ungeeignet eingestuft.

Für eine wirtschaftliche Nutzung zur Installation von Photovoltaik-Anlagen werden nur Flächen mit einer Mindestgröße von 15 Quadratmetern als geeignet angenommen. Kleinere Flächen wurden als ungeeignet eingestuft. Für Solarthermie sind unter Umständen auch Flächen unter 15 Quadratmetern geeignet.

Bautechnische Aspekte

Zu beachten ist, dass für eine zuverlässige Einschätzung der Eignung einer Dachfläche nicht nur die Solarpotenzialanalyse, sondern auch eine detaillierte Betrachtung der Vor-Ort-Situation herangezogen werden muss. Relevant ist beispielsweise auch die Feinstruktur der Dachfläche. Das heißt, Dachgauben, Dachterrassen, Dachaufbauten, Schornsteine, Dachfenster, Antennen etc. müssen im Einzelfall nicht nur für die Verschattungsanalyse, sondern auch für die installationstechnische Planung berücksichtigt werden. Denn diese Elemente beeinflussen maßgeblich die tatsächlich solar-bautechnisch nutzbaren Flächenanteile.

Auch muss sichergestellt sein, dass die Dachkonstruktion eine ausreichende Tragfähigkeit für Solarmodule aufweist.

Bau- und planungsrechtliche Aspekte

Bei Solaranlagen handelt es sich um bauliche Anlagen gemäß  Landesbauordnung Schleswig-Holstein  (LBO SH). Nach § 63 (1) 2.c  LBO gehören Solaranlagen zu Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung und sind in dem dort beschriebenen Maß verfahrensfrei, d.h. nicht baugenehmigungsbedürftig.

Es kann jedoch folgende planungs-, bau- und denkmalrechtliche Gründe geben, die die Installation einer Solaranlage genehmigungsbedürftig machen bzw. nicht zulassen:

  • Das Gebäude ist ein Kulturdenkmal oder liegt im Umgebungsschutzbereich eines Kulturdenkmals. In diesem Fall gibt die Untere Denkmalschutzbehörde Auskunft.
  • Das Gebäude liegt im Bereich einer Erhaltungssatzung und Bedarf einer Genehmigung nach § 173 BauGB. Für diesen Fall gibt es Auskünfte beim Bauordnungsamt und beim Stadtplanungsamt.
  • Das Gebäude liegt im Bereich eines Bebauungsplans, der die zulässige Bedachung festsetzt. Auskünfte erteilen auch hier das Bauordnungsamt und das Stadtplanungsamt. Ein Antrag auf Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans ist beim Bauordnungsamt zu stellen.
  • Das Gebäude liegt in einem Gebiet gemäß Baunutzungsverordnung, dass keine gewerbliche Nutzung von Solaranlagen zulässt. Auskünfte erteilt das Bauordnungsamt.
  • Die geplante  Solaranlage übersteigt die in § 63 (1) 2.c LBO definierten Maße und bedarf einer planungsrechtlichen Prüfung hinsichtlich der Zulässigkeit und einer Baugenehmigung. Auskünfte erteilt das Bauordnungsamt.