Preisträger 2007
Kieler Umweltpreis 2007
Stadtwerke Kiel Umweltpreis 2007: Innovative Ideen für eine ausgewogene Kohlendioxid-Bilanz
Bereits zum 16. Mal wurde im Rahmen der vierten Kieler Solartage der Stadtwerke Kiel Umweltpreis verliehen. Stadtpräsident Rainer Tschorn und Arthur Bächle, Vorstandsmitglied der Stadtwerke Kiel AG, überreichten die Preise am 31. August im Sophienhof.
Alljährlich zeichnen die Landeshauptstadt und die Stadtwerke Kiel AG gemeinsam besonderes Umwelt-Engagement in Kiel aus. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird von der Stadtwerke Kiel AG gestiftet. Das Motto des Wettbewerbs lautete in diesem Jahr „Weg vom Erdöl - Hin zu einer ausgewogenen CO2-Bilanz". Besonders erfreut waren die Veranstalter in diesem Jahr über das breite Spektrum der eingereichten Vorschläge. „Die Verschiedenartigkeit der Einsendungen zeigt, dass die Kieler kreativ sind, wenn es um das Lösen von Umweltproblemen geht", freut sich Stadtpräsident Rainer Tschorn.
Der erste Preis, eine Urkunde und 2.000 Euro, ging an die Famila-Handelsmarkt GmbH & Co. KG. Ausgezeichnet wird Famila für ein Konzept zur alternativen Wärmeversorgung eines Supermarktes, das auf die Nutzung von Abwärme setzt. So wird im Neumeimersdorfer Supermarkt durch den Einsatz einer Thermoölanlage die Nutzung der Abwärme der Bäckerei ermöglicht. Durch den Einsatz eines Rotationswärmetauschers mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von über 80 Prozent kann die Abwärme der Lüftungsanlage des Supermarktes genutzt werden. Auch die Abwärme aus den Kälteerzeugungsanlagen des Supermarktes wird einem sinnvollen Zweck zugeführt und für die Warmwasserbereitung der Fleischerei verwendet. Durch diese Maßnahmen konnte auf eine herkömmliche Heizungsanlage verzichtet werden. Jährlich werden so etwa 46.000 Liter Heizöl und knapp 120 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Dies entspricht etwa dem Verbrauch von 25 bis 50 Einfamilienhäusern. Kiels Bürgermeister und Jurymitglied Peter Todeskino lobte das eingereichte Energiekonzept: „Durch den Verzicht auf eine konventionelle Heizung wird der Einsatz fossiler Energieträger bei der Wärmeerzeugung drastisch reduziert. So werden erhebliche Mengen an CO2 eingespart. Das Konzept von Famila erfüllt alle Bewertungskriterien mit Bravour."
Ein Projekt von zwei Kieler Studierenden wurde mit dem zweiten Preis, einer Urkunde und 2.000 Euro bedacht. Sebastian Stämmler und Verena Kahl vom Umweltreferat des AStA der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel werden für ihr Projekt zur Einführung eines Umweltaudits an der Universität ausgezeichnet. Die zwei Studierenden haben zahlreiche umweltschonende Maßnahmen initiiert. So wurden eine Bilanzierung von Fernwärme, Strom und Wasser angeregt, ein Forum zu Energiefragen gegründet und mehrere Fragebögen entwickelt, verteilt und ausgewertet. Auch die Kooperation mit der Verwaltung der Universität, dem Dezernat für Technik und Umwelt sowie der Gebäude Management SH wurde vorangetrieben. Auch wurden Umweltleitlinien entwickelt und dem Rektorat der Universität vorgelegt. Zu den bisherigen Erfolgen des Umweltaudits gehören die Umstellung auf Recyclingpapier in den Instituten und die Durchsetzung eines Lichtsteuersystems in der Bibliothek. Weiter wurden Energiesparmaßnahmen bei 30 Lebensmittelautomaten angeregt und die Verwaltung dahingehend sensibilisiert, bei künftigen Ausschreibungen stärker auf Energiesparmaßnahmen zu achten. „Besonders das große freiwillige Engagement der Preisträger ist bemerkenswert. Von ihrem ehrenamtlichen Einsatz profitiert nicht nur die Umwelt, sondern letztendlich die gesamte Universität", freut sich Jury-Mitglied Doris Neuschäfer.
Der dritte Preis des Wettbewerbs ging an Eberhard Möller aus Kiel. Er wurde für die Entwicklung eines innovativen Systems für die Umrüstung von Kraftfahrzeugen auf den Betrieb mit Pflanzenöl mit einer Urkunde und 500 Euro ausgezeichnet. Die Entwicklung alternativer Kraftstoffe für den Diesel-Schwerlastverkehr hat große Bedeutung für die Verminderung der CO2-Emissionen. Durch den Betrieb von Kraftfahrzeugen mit Pflanzenöl wird eine Alternative zu konventionellen Kraftstoffen wie Diesel und Benzin geschaffen. Das von Möller entwickelte Umrüstsystem, das in Kiel patentiert wurde, hat sich bereits in der Praxis bewährt. Bislang wurden mehr als 200 LKW für den Betrieb mit Pflanzenöl umgerüstet, einige davon auch in Kiel. Die Jury lobte den innovativen Charakter des von Eberhard Möller patentierten Systems. Durch das Verfahren wird der Einsatz alternativer Kraftstoffe auf der Basis pflanzlicher Öle maßgeblich gefördert und CO2-Emissionen werden so reduziert.
Der vierte Preis, eine Urkunde und ein Satz Experimentierkästen im Wert von 500 Euro, geht an zwei Arbeitsgemeinschaften der Freiherr-vom-Stein-Schule. Schüler der Klasse 8A aus der Arbeitsgemeinschaft Experimentieren und der Arbeitsgemeinschaft Technik gingen mit Konzepten für ressourcenschonende Maßnahmen ins Rennen um den Stadtwerke Kiel Umweltpreis. Die Nachwuchsforscher Johannes Hinz, Lasse Schädlich und Jan-Hendrick Plambeck haben in Ihrer Projektgruppe „Die Tür muss zu" einen Alarm für offen stehende Tiefkühlschränke entwickelt. Durch den Alarm wird unnötiges Offenstehen von Tiefkühlschränken und damit unnötiger Stromverbrauch vermieden. In ihrer Projektgruppe „Die Wanne ist voll" haben sich Mathias Koppe, Daniel Bernecker und Bent Kalbhenn ebenfalls mit einem Warnsystem beschäftigt. Der von den drei Jungen entwickelte Badewannen-Füllstand-Alarm weist den Nutzer auf drohende Verschwendung von Warmwasser hin, wenn der Füllstand der Wanne eine vorgegebene Höhe erreicht hat. Die Jury lobte die Grundideen der Schülerprojekte, den Vorbildcharakter und den pädagogischen Wert der Beiträge. Durch die Vermeidung von Energieverschwendung tragen beide Projekte indirekt zur Senkung von CO2-Emissionen bei.


Facebook
www.kiel.de ist die offizielle Webseite der Landeshauptstadt Kiel