Pressemeldungen
Teilhabeplanung soll Entfaltung und Entwicklung von Menschen mit Behinderung in Kiel sichern

    110/20. Februar 2008/Ros-ang

Eine gute Nachricht für Menschen mit Behinderung in Kiel: Das Leitbild und die örtliche Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung in der Landeshauptstadt Kiel liegt nun als Broschüre vor. Die vom Amt für Familie und Soziales herausgegebene Broschüre umfasst auf 68 Seiten das Leitbild und zahlreiche Handlungsempfehlungen zur weiteren Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderung in Kiel.

 Hier können Sie die Broschüre "Leitbild und örtliche Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung" herunterladen (PDF 2,6 MB).

Die Landeshauptstadt ist damit weiterhin auf einem guten Weg, dass Menschen mit Behinderung in Kiel einen Platz einnehmen können, der entsprechend ihrer Möglichkeiten Entfaltung und Entwicklung sichert. Würde, Teilhabe und Gerechtigkeit - diese Schlüsselbegriffe menschlichen Zusammenlebens standen Pate für Leitbild und Teilhabeplanung. Damit hat Kiel ein für Schleswig-Holstein einmaliges Werk erarbeitet. Beteiligt daran waren Selbsthilfeorganisationen, Behinderteneinrichtungen, Verbände, Politik und Stadtverwaltung.

Die nun vorliegende Broschüre ist das Ergebnis einer langen Vorbereitungs- und Beratungsphase. Zuletzt wurde 1981 ein Behindertenplan verabschiedet. Seit dieser Zeit haben sich die Lebensumstände, die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die technischen Möglichkeiten so stark verändert, dass eine neue Planung notwendig wurde.

Auf der Basis eines im November 2005 vorgelegten wissenschaftlichen Gutachtens sollten ein konkretes Leitbild und eine konkrete örtliche Teilhabeplanung für Kiel abgeleitet werden. Die Ratsversammlung setzte daher im Januar 2006 auf Initiative der Politik eine Projektgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden und Einrichtungen, Selbsthilfegruppen, Politik und Verwaltung ein, um für die Stadt konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Dieser „Kieler Weg" ist in Schleswig-Holstein einmalig.

Bei der Erstellung des Leitbildes und den hieraus resultierenden Handlungsempfehlungen ist unter anderem erörtert worden, wie sich der „bürokratische Sozialstaat" zum sozialen Bürgerstaat wandeln kann und eine dem demografischen Wandel entsprechende Entwicklung auf dem Arbeits- und Beschäftigungsmarkt für Menschen mit Behinderung zu gewährleisten ist.

Weitere Themen sind der Bereich Wohnen, der mehr ist als nur ein Dach über dem Kopf, sowie gleiche Chancen für Menschen mit Behinderung im Bereich Bildung und Schule. Eine weitere umzusetzende Forderung lautet: Kultur ist für alle da! Und nicht zuletzt gilt es, nicht nur Hürden und Sperren in den Köpfen abzubauen, sondern konkret für Barrierefreiheit und Mobilität zu sorgen - für alle Menschen in Kiel, ob mit oder ohne Behinderung. Schließlich ist eine Handlungsempfehlung zur Öffentlichkeitsarbeit erarbeitet worden, denn ohne Aufklärung und Werbung geht nichts.

In 14 Sitzungen ist das Leitbild und die Teilhabeplanung erarbeitet worden. Das von allen Mitgliedern der Projektgruppe getragene Ergebnis hat auch die Ratsversammlung überzeugt, die im November 2007 dem Leitbild und der örtlichen Teilhabeplanung einstimmig zustimmte.

Damit beginnt jetzt ein weiterer Baustein des Prozesses für mehr Würde, Teilhabe und Gerechtigkeit für die Menschen mit Behinderungen in Kiel. Die Handlungsempfehlungen sind Selbstverpflichtung für die Politik und die Verwaltung. Der Appell richtet sich an alle Kielerinnen und Kieler sowie Institutionen in der Landeshauptstadt, diesen Diskussions- und Umsetzungsprozess gemeinsam mit allen Akteuren zu gestalten.

Der Projektgruppe „Leitbild und örtliche Teilhabeplanung" gehören an: Sönke Lintzen (CDU-Ratsfraktion), Thomas Wehner (SPD-Ratsfraktion), Kirsten Röhl (Ratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Rainer Dillenberg (Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung), Wolfgang Goebel (Beirat für Menschen mit Behinderung), Herbert Herzberg (Werk- und Betreuungsstätte für Körperbehinderte gGmbH), Anja Kehn (Selbsthilfeorganisation KIBIS), Helga Kiel (Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte), Eckehard Raupach (Beirat für Menschen mit Behinderung), Klaus Teske (Stiftung Drachensee), Alfred Bornhalm und Hanne Rosner (beide Amt für Familie und Soziales).

Für die Beantwortung spezieller Fragen steht Thomas van Kann vom Amt für Familie und Soziales, Telefon (0431) 901-3227, zur Verfügung.


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