Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter
- Keine Ausschreibung für den Ausbildungsbeginn 2013
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Betreuen, helfen, organisieren
Jeder Mensch ist mal krank. Auf dem Weg zum Arzt/ Ärztin, sind Medizinische Fachangestellte für die Patientinnen und Patienten meistens die ersten Kontaktpersonen in der Praxis. Ihre Aufgabe ist es, für einen reibungslosen Praxisablauf zu sorgen. Dazu gehört, die Patientinnen und Patienten zu empfangen, sie bis zum Eintreffen der Ärztin/des Arztes zu betreuen und diesen bei der Behandlung im Untersuchungszimmer zu assistieren.
Bei der Landeshauptstadt Kiel sind die angehenden Medizinischen Fachangestellten im Arbeits- medizinischen Dienst (AMD) tätig. Hier haben sie es in der Regel mit den gesunden(!) städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu tun, denen im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes routinemäßig zahlreiche Vorsorge-, beziehungsweise Grundsatzuntersuchungen ermöglicht werden. Denn: Jeder Arbeitgeber hat ein Interesse daran, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund und arbeitsfähig bleiben und unfallfrei arbeiten können. So auch die Landeshauptstadt Kiel mit ihren annähernd 4500 Mitarbeiter/innen. Wie hoch darf die Lärmbelastung im Straßenbau oder für Orchestermitglieder sein? Liegt der nächste Hörtest an? Welchen Einflüssen sind Menschen am Bildschirm ausgesetzt? Soll ein Sehtest angeboten werden? Welche Impfungen können pädagogischen Fachkräfte oder andere, die aufgrund hohen Kontaktaufkommens Infektionsschutz brauchen, wahrnehmen? Besonders umfangreich sind Untersuchungen für Berufe mit besonderen Belastungen, etwa für Feuerwehrleute (Ergometrie, Lungenfunktionstest usw.)
Den kurativen Berufsalltag bei einer niedergelassenen Ärztin/ einem Arztes lernen die Auszubildenden in einem entsprechenden sechsmonatigen Praxisaufenthalt kennen.
Hier nehmen die Medizinischen Fachangestellten nach der Begrüßung am Empfang nehmen sie die Chipkarten und Überweisungen der Patientinnen und Patienten entgegen und geben ihre Daten in den Computer. Sie händigen Krankschreibungen und Rezepte aus, nehmen Telefonanrufe entgegen und müssen auch in der Lage sein, Notfälle zu erkennen und darauf zu reagieren. Bereits vor dem Eintreffen der Ärztin, des Arztes nehmen Medizinische Fachangestellte von den Patientinnen und Patienten Informationen und Daten auf. Sie wiegen oder messen sie, legen Verbände an, verabreichen Medikamente, nehmen Blut ab oder bereiten medizinische Geräte für eine Untersuchung vor. Sie müssen darauf achten, dass die benötigten Instrumente, Arzneimittel und Formulare vorrätig sind und am richtigen Platz liegen. Die Einhaltung der Hygienevorschriften sind für sie dabei selbstverständlich.
Ein großer Teil ihrer Arbeit besteht aus Organisation und Verwaltung des Sprechstundenalltags. Medizinische Fachangestellte führen nach Anweisung des Arztes/ der Ärztin viele Aufgaben selbstständig durch. Sie vergeben Termine, dokumentieren Behandlungsabläufe für Patientenakten und sorgen auch für die Abrechnung der erbrachten Leistungen mit den Krankenkassen. Medizinische Fachangestellte beraten Patientinnen und Patienten auch bei verschiedenen Vor- und Nachsorgemöglichkeiten und halten manchmal auch Schulungen zu Gesundheitsthemen in der Praxis. Sachverstand, Sorgfalt und Präzision gehören für sie zum Alltag, auch der Anblick von Krankheiten und Körperausscheidungen sollte Medizinische Fachangestellte nicht aus der Fassung bringen.
Sie sind eine unverzichtbare Stütze für jede Ärztin, jeden Arzt. Egal ob Menschen nur kurze Zeit oder ernsthaft krank sind: ihr freundlicher, besonnener und einfühlsamer Umgang mit den Patientinnen und Patienten bringt ihnen meistens viel Dankbarkeit und Anerkennung ein.
Voraussetzungen
- mindestens guter Hauptschulabschluss
- Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft
- Einfühlungsvermögen
- Interesse an medizinischen Sachverhalten
- technisches Verständnis für medizinische Geräte
- Verschwiegenheit und Taktgefühl
- hohe Verantwortungsbewußtsein
- Teamfähigkeit
- Neigung zu planender und organisierender Tätigkeit
Ausbildungsdauer
Drei Jahre
Ausbildungsorte
Praxis:
Die Praxis wird im Arbeitsmedizinischen Dienst des Personal- und Organisationsamtes und für sechs Monate bei einem niedergelassenen Arzt/Ärztin vermittelt.
Theorie:
Die theoretischen Ausbildungsinhalte werden in der Beruflichen Schule am Schützenpark sowie in überbetrieblichen Lehrgängen an der Ärztekammer Bad Segeberg vermittelt.
Ausbildungsinhalte
- Patienten empfangen und begleiten
- bei Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparates assistieren
- Praxishygiene und Schutz vor Infektionskrankheiten organisieren
- Waren beschaffen und verwalten
- Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen der Erkrankungen des Verdauungssystems begleiten
- Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen der Erkrankungen des Urogenitalsystems begleiten
- Patienten bei kleinen chirurgischen Behandlungen begleiten und Wunden versorgen
- Zwischenfällen vorbeugen und in Notfallsituationen Hilfe leisten
- Patienten bei der Prävention begleiten
- Praxisabläufe im Team organisieren
- im Beruf und Gesundheitswesen orientieren
Sie lernen in der Praxis
- wie man Patienten vor, während und nach der Behandlung betreut und berät
- wie man Patientendaten aufnimmt und elektronisch verarbeitet
- bei der ärztlichen Therapie zu assistieren und beispielsweise Stütz- und Wundverbände anzulegen oder Wärme-, Kälte- und Reizstromanwendungen durchzuführen
- worauf bei der Durchführung von Hygienemaßnahmen zu achten ist, wie Geräte, Instrumente und Apparate sterilisiert und wie kontaminierte Materialien entsorgt werden
- wie die Hauptsymptome und Krankheitsbilder von Infektionskrankheiten zu erkennen sind, welche Schutzmaßnahmen ggf. zu ergreifen sind und wie Infektionen vermieden werden können
- wie man ärztliche Untersuchungen und Behandlungen vorbereitet, indem man z.B. Patienten wiegt oder deren Lungenfunktion prüft
- für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu sorgen
- worauf bei der Organisation von Hausbesuchen und Notdiensten zu achten ist
- Patiententermine zu planen, zu koordinieren und zu überwachen
- wie man die für die Praxis benötigten Waren und Materialien bestellt und verwaltet
- wie Standard- und Branchensoftware im Praxisalltag eingesetzt wird
- Behandlungsunterlagen zusammenzustellen, weiterzuleiten und zu dokumentieren
- Datenschutzvorschriften zu beachten und Dokumente sicher aufzubewahren
- wie man Arzneimittel, Sera, Impfstoffe, Verbands- und Hilfsmittel lagert und überwacht
- bei Befundaufnahmen und diagnostischen Maßnahmen, z.B. Ultraschalluntersuchungen und Katheterisierungen, zu assistieren und die entsprechenden Geräte und Instrumente zu pflegen und zu warten
- wie man Laboruntersuchungen durchführt, Labordaten und Untersuchungsergebnisse einstuft und weiterleitet
- wie man Patienten über Praxisabläufe bezüglich Diagnostik, (Weiter-)Behandlung oder Abrechnung informiert
- wie mit Beschwerden und Konfliktsituationen umzugehen ist
- worauf bei der Betreuung von speziellen Patientengruppen, etwa Risikopatienten oder chronisch kranken Menschen, zu achten ist
- wie Patienten über medizinische Leistungsangebote informiert werden und wie sie bei Patientenschulungen mitwirken können
- wie betriebliche Marketingmaßnahmen zur Förderung der Patientenzufriedenheit entwickelt und umgesetzt werden
- Qualitätssicherungsmaßnahmen im eigenen Verantwortungsbereich zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren
- wie Zahlungsvorgänge abgewickelt, kontrolliert und dokumentiert werden
- worauf zu achten ist, wenn Abrechnungen organisiert, erstellt, geprüft und weitergeleitet werden
- wie medizinische Dokumentations- und Klassifizierungssysteme angewendet werden
- wie Patienten bei chirurgischen Behandlungsmaßnahmen vorbereitet werden, wie eine Wunde versorgt und Nahtmaterial entfernt wird
- wie man Proben für Untersuchungszwecke durch Blutentnahme oder Abstriche gewinnt
- wie Injektionen durchgeführt werden
- wie man Notfälle erkennt, welche Sofortmaßnahmen zu veranlassen sind und wie man Erste Hilfe leistet
- welche Präventionsmaßnahmen und Möglichkeiten der medizinischen Rehabilitation es gibt
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung beträgt ab 1.8.2011 (brutto)
1. Ausbildungsjahr: 703,26 €
2. Ausbildungsjahr: 753,20 €
3. Ausbildungsjahr: 799,02 €
Auswahl
Die Bewerberinnen und Bewerber müssen einen schriftlichen Einstellungstest absolvieren. Nach einem erfolgreichen Test werden die Ergebnisse durch Auswahlgespräche und die eingereichten Bewerbungsunterlagen zu einem Gesamtbild ergänzt, das die Grundlage für eine Einstellungsentscheidung bildet.
Perspektiven nach der Ausbildung
Nach ihrer Ausbildung, die zumeist in Arztpraxen aller Fachgebiete sowie in Krankenhäusern und anderen Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens statt findet, müssen sich die Fachkräfte meist entscheiden, welche Einsatz- gebiete für sie in Frage kommen und worauf sie sich spezialisieren möchten. Das Spektrum reicht von Behandlungsassistenz, Labor- und Unter- suchungsarbeiten bis hin zu Praxisorganisation, Büro-, Verwaltungs- und Abrechnungsarbeiten.
Personen mit Hochschulzugangsberechtigung können ein Studium in Erwägung ziehen.
Weitere Informationen unter: www.berufenet.de
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die
Landeshauptstadt Kiel
Personal- und Organisationsamt
- Ausbildung -
Lina Böhrensen
Postfach 1152
24099 Kiel
Telefon 0431 / 901-2204
E-Mail lina.boehrensen@kiel.de


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