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Aktuelle Informationen aus dem Referat für Gleichstellung

Zukunftsthema Gleichstellung

Nach der Umbenennung des Frauenreferats in Referat für Gleichstellung der Landeshauptstadt Kiel wollen die Gleichstellungsbeauftragte Jutta Berlinghof und ihr neues Team das Thema Gender als Top-Thema in der Verwaltung und Politik etablieren. Die gebürtige Nürnbergerin Jutta Berlinghof war Ende 2010 angetreten, den Beschluss der Kieler Ratsversammlung zur Umsetzung von Gender Mainstreaming und Gender Budgeting gemäß verbindlicher EU- Vorgaben in Kiel voranzutreiben. Oberbürgermeister Torsten Albig freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Team um Jutta Berlinghof: „Wir möchten, dass die Arbeit des Referates für Gleichstellung als ein Angebot wahrgenommen wird, das sich an alle Kielerinnen und Kieler richtet.“

Frauenpolitische Inhalte wie die Forderung nach gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit stehen in der Ausrichtung des Referates gleichberechtigt neben gleichstellungspolitischen Belangen. „Ziel ist es, dass auch männliche Führungskräfte in Teilzeit arbeiten, weil auch sie Familienverantwortung übernehmen“, betont Berlinghof.

Gender Mainstreaming ist eine Strategie, um durchgängig sicherzustellen, dass Gleichstellung von allen Akteurinnen und Akteuren der öffentlichen Verwaltung verwirklicht wird. Gender Budgeting stellt die Frage der Geschlechtergerechtigkeit in den Mittelpunkt der Finanzpolitik. „Gender Budgeting muss praktisch werden. Dafür müssen wir Ziffern vereinbaren und Qualitätsmeilensteine definieren, an denen wir unsere Arbeit messen können. Für 2013 und nicht erst für 2020!“, so die Gleichstellungsbeauftragte Jutta Berlinghof.


Oberbürgermeister Torsten Albig mit der
Gleichstellungsbeauftragten Jutta Berlinghof (rechts) und Team

Aufruf zum Unterzeichnen der Berliner Erklärung

Die Forderung nach einer verbindlichen Quotenregelung für Führungspositionen - nicht nur in der Wirtschaft - bekommt immer mehr Gewicht. Da mag sich Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) noch so sehr gegen die Zeichen der Zeit stellen und erklären, dass es keine gesetzliche Quote für Frauen in Führungspositionen geben werde, solange sie im Amt sei. Der aktuelle Trend sieht anders aus.

Jüngstes Beispiel: Der Bundeskongress der Türkischen Gemeinden in Deutschland (TGD) beschloss Anfang April einstimmig eine verbindliche Geschlechterquote, das heißt Führungspositionen in der hierzulande größten MigrantInnenorganisation müssen zukünftig mit mindestens 30 Prozent Frauen besetzt werden.
Mit der Forderung nach einer 30-Prozent-Frauenquote für Führungspositionen in den Medien machte die Initiative „ProQuote“ vor einigen Wochen von sich reden.

Breiter politischer Konsens für „Berliner Erklärung“

Bereits im Dezember veröffentlichte eine fraktionsübergreifende und gesellschaftliche Initiative aus Parlamentarierinnen aller Bundestagsfraktionen und Vertreterinnen von Frauenverbänden, darunter der Deutsche Frauenrat, eine „Berliner Erklärung“. Darin wird, als erster Schritt für mehr Chancengleichheit für Frauen und Männer in Spitzenpositionen der Wirtschaft, eine 30-Prozent-Geschlechterquote für Aufsichtsräte der börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und öffentlichen Unternehmen gefordert.

Jetzt unterzeichnen!

Die Berliner Erklärung wird bislang von rund 16.000 UnterzeichnerInnen unterstützt. Der Deutsche Frauenrat ruft seine Mitgliedsverbände und Verbündeten dazu auf, die Erklärung zu verbreiten und zu unterzeichnen. Die Unterschriften sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben werden.

Die Berliner Erklärung kann im Internet unterschrieben werden: www.berlinererklaerung.de