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Blick auf die Kieler Werften auf dem Ostufer

Arbeiten im Trockendock der Howaldtswerke, 1998
Arbeiten im Trockendock der Howaldtswerke, 1998

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lagen die Kieler Werftanlagen allein auf dem Westufer der Förde, doch mit dem Ausbau der preußischen Marinestation und der Erklärung der Stadt zum Reichskriegshafen 1871 entstand eine neue Schiffbauindustrie auf dem Ostufer. Sie verdrängte bald die dort ansässigen Fischersiedlungen und Dörfer, und in ihrem Hinterland wuchsen moderne Arbeitersiedlungen heran.

Schiffbauarbeiten auf der Germaniawerft 1912
Schiffbauarbeiten auf
der Germaniawerft 1912

Heute bestimmt die Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW), die zur Thyssen-Krupp-Gruppe gehört, mit ihren Portalkränen die Silhouette des Kieler Hafens. Vor dem Ersten Weltkrieg jedoch erstreckten sich hier drei Großwerften von der Hörn bis über die Schwentinemündung: die Krupp-Germaniawerft, die Kaiserliche Werft - ein reiner Staatsbetrieb - und die Howaldtswerke, die alle massiv am Flottenausbau für das Deutsche Kaiserreich beteiligt waren. Fast 30.000 Arbeitskräfte waren damals im Kieler Schiffsbau beschäftigt. Auch unter nationalsozialistischer Herrschaft galt Kiel als einer der wichtigsten deutschen Marine-Rüstungsstandorte und wurde daher Ziel der alliierten Luftangriffe, die die Stadt und ihre Werften in Schutt und Asche legten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute man in Kiel zunächst Handels- und Fischereischiffe. Mit der Wiederaufrüstung kamen erneut Kriegsschiffe und vor allem wieder U-Boote in Auftrag. Noch heute ist Kiel als Wiege des deutschen U-Boot-Baus auf diesem Gebiet ein weltweiter Marktführer.

Bildmaterial: Kieler Stadtarchiv, Stadt- und Schifffahrtsmuseum

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