Kieler Erinnerungstag:

01.10.1907
Eröffnung des Stadttheaters am Kleinen Kiel

Am Morgen des 1. Oktobers 1907 fand die feierliche Einweihung des Kieler neuen Stadttheaters am Kleinen Kiel mit einem Festakt statt. Auf dem Programm standen das Vorspiel zum „Parsifal“ und der Prolog „Der Kunst ein Haus“. Abends gab es als Fest-Premiere den „Fidelio“ von Beethoven. Die Kieler Zeitung berichtete von den vielen Ehrengästen in festlichen Abendgarderoben. Erschienen waren u. a. Prinzessin Henriette zu Schleswig-Holstein, der preußische Oberpräsident von Bülow, die ortsansässige Admiralität mit ihren Damen, zahlreiche Landräte und Bürgermeister aus Schleswig-Holstein, der Kieler Oberbürgermeister Dr. Fuß, der Rektor der Universität Prof. Dr. Niemeyer, beide im Schmuck ihrer Amtsketten, dazu Mitglieder des Magistrats und des Stadtverordneten-Kollegiums und natürlich der Erbauer des Hauses, Baurat Prof. Heinrich Seelig aus Berlin. Nach der Aufführung gab es für die Gäste ein Festessen im Hotel Germania und für die Bevölkerung ein Feuerwerk.

Der Neubau des Kieler Theaters war notwendig geworden, weil einerseits das Stadt-Theater in der Schuhmacherstraße in technischer und künstlerischer Hinsicht als unzureichend empfunden wurde. Andererseits war Kiel als Reichskriegshafen (1871) und Stadt der Werften rasant gewachsen. 1867 hatte die Stadt ca. 24 000 Einwohner, 1900 schon etwa 108 000. Das alte Theater konnte den Ansprüchen der wachsenden Großstadt nicht mehr gerecht werden. Außerdem hatten sich andere Großstädte repräsentative Theater gebaut. Da wollte Kiel nicht zurückstehen.

Das neue Gebäude entstand am Kleinen Kiel, dessen Fläche durch Aufschüttung um etwa ein Drittel verkleinert worden war. Zwischen der Altstadt und den neu entstandenen Stadtteilen war hier eine gestaltlose Fläche, eine Schwächezone entstanden. Das neue Theater sollte zusammen mit dem neuen Rathaus (1907-1911) der Innenstadt an dieser Stelle einen repräsentativen Charakter verleihen.

Endlich war die Stadt Kiel bereit, Geld zu bewilligen. Verhandlungen und Planungen zogen sich von 1896 bis 1904 hin. Immer wieder musste Architekt Heinrich Seelig aus Kostengründen streichen, vereinfachen, verbilligen, Foyers und Magazine verkleinern. 1905 wurde der Grundstein gelegt, 1907 war der Bau fertig.

Für die Wände waren rote Ziegelsteine verwandt worden, die Außenfassaden mit Jugenstilelementen aus Sandstein versehen. Das Gebäude hatte große Mansarddächer mit geschweiften Dachaufbauten. Den Eingangsbereich zum Kleinen Kiel mit Vorfahrtsrampe und breiter Freitreppe schmückten drei große Portale. Die Innenausstattung war der Zeit entsprechend „historisierend allegorisch...mit Ornamenten, Reliefs und stilisierten Gewinden.“ Der Bau mit seinen 960 Plätzen (ohne Stehplätze) fand nicht überall Zustimmung. Ein bedeutender Hamburger Theaterkritiker beurteilte das Haus z. B. als „unschön und phantasiearm“.

Theateraufführungen im Rathaus und im Ballhaus

In Kiel wurde nicht erst seit 1907 Theater gespielt, sondern schon seit dem 17. Jahrhundert, und zwar während des Kieler Umschlags in der Zeit vom 6. Januar bis zum 2. Februar. Dann waren viele Menschen in der Stadt und und genug Publikum für ein Theater vorhanden. Kiel hatte um 1600 nur 3000 Einwohner, 200 Jahre später waren es erst 7000. Ein ständiges Theater lohnte sich daher nicht. Es waren fahrende Schaupieltruppen, meist Gaukler und Possenreißer, die Kiel und andere Städte besuchten. Sie kamen aus ganz Deutschland, oft auch aus England, Holland und Dänemark. Die erste größere deutsche Gruppe erschien 1671 zum Umschlag aus Hamburg auf Einladung Herzog Christian Albrechts, des Gründers der Kieler Universität. Auf Veranlassung seiner Witwe, die im Kieler Schloss residierte, war 1696 und 1697 die Hamburger Oper zu Gast. Das Interesse bei Angehörigen des Hofes und der höheren Stände muss groß gewesen sein, denn die Tageseinnahmen waren in beiden Jahren doppelt so hoch wie in Hamburg. Das einfache Publikum dagegen zeigte weniger Interesse. Erstmals zum Umschlag von 1736, dann 1738 und 1739, war die berühmte Friederike Caroline Neuber, „die Neuberin“, in Kiel, die versuchte, das deutsche Theater nach französischem Vorbild zu erneuern und Dramen in der deutschen Hochsprache zu inszenieren statt der üblichen „Hanstwurstiaden“. 1736 musste sie wegen ihres großen Erfolges zehn Wochen in Kiel bleiben.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war dann zunächst Schluss mit den reisenden Truppen in Kiel. Der kunstbegeisterte Landgraf Karl von Hessen-Kassel, 1768 zum Statthalter der Herzogtümer Schleswig und Holstein ernannt, gründete das Schleswiger Hoftheater, das nur in Schleswig und Kiel Vorstellungen gab. Wenn das Hoftheater in Kiel war, spielte es täglich, in Schleswig dagegen nur drei Mal wöchentlich. Es wurden glänzende Stücke u. a. von Lessing, Shakespeare und Schiller gespielt, die man in keiner anderen Stadt besser sehen konnte, berichteten Reisende. Die unruhigen napoleonischen Zeiten bedeutendes das Ende des Hoftheaters, fahrende Ensembles traten wieder in Kiel auf.

Die Theateraufführungen im 17. und in der ersten Häfte des 18 Jahrhunderts fanden zunächst im alten Rathaus am Markt in der Diele im ersten Stock statt und im gegenüberliegenden Tanzsaal an der Ecke Markt/Dänische Straße. 1671 stellt der Herzog auch das Ballhaus in der Schuhmacherstraße zur Verfügung. Das war ein Bau für das Ballschlagen, das nach französischem Vorbild eine akademische Leibesübung im Barock war. Das Gebäude stand in der Schumacherstraße etwa an der Stelle des heutigen Kaufhauses Karstadt. 1764 konnte Brigitta Hagedorn, die damalige Besitzerin, das Ballhaus zu einem „Opern- und Comödienhause“ umbauen. Kiel besaß nun ein erstes richtiges Theater mit Bühne und Zuschauerraum. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude immer baufälliger. Das Gestühl war primitiv, der Bau altersschwach, zugig und feuergefährdet. So fragten besorgte Bürger 1840 an, ob sie das Haus noch ohne Gefahr betreten könnten.

Das erste Kieler Stadt-Theater von 1841

Ein Neubau war dringend notwenig. Der Malermeister Schunk und der Geschäftsmann Muhl kauften 1840 mit Hilfe einer Aktiengesellschaft das marode Ballhaus, rissen es ab und errichteten einen Neubau. Das Kieler Korrespondenzblatt vom 4. Dezember 1841 schildert ihn u. a. wie folgt:

„Die Fassade ist einfach und geschmackvoll; es ist zu bedauern, daß die Straße nicht breiter ist, damit das Haus sich besser präsentire. Die innere Einrichtung ist dem Hamburger Theater ähnlich, doch hat das hiesige, obgleich von sehr ansehnlicher Höhe, zwei Ränge Loge außer der Galerie. Die Logenreihen sind freihängend, ohne Stützen.“ Im Inneren war an bauschenden Vorhängen, Fransen und Quasten nicht gespart worden. Dass die Beleuchtung aus Öl- und später aus Gaslampen bestand und die Treppen außerordentlich steil waren, entsprach der damaligen Zeit. Als kümmerlich galten nur die Requisiten. Am 5. Dezember 1841 wurde die neue Bühne mit dem Lustspiel von Scribe „Das Glas Wasser“ eröffnet.

Das neue Stadt-Theater mit 600 Plätzen war kein städtisches Theater, sondern ein Privatunternehmen. Die Eigentümer des Gebäudes verpachteten das Theater an einen Direktor, der es auf eigne Rechnung führte. Neu war, dass es jetzt ein festes Ensemble in Kiel gab. Neben dem Stadt-Theater existierten noch andere private Theater, „Wriedts Etablissement“, die Maedicke-Bühne und das Tivoli als Freilichtbühne zwischen Reventlouallee und Schwanenweg. 1898 wurde das bereits seit acht Jahren als Sommertheater bestehende Tivoli in der Holtenauer Straße mit ganzjähriger Spielzeit als Schillertheater (heute Schauspielhaus) eröffnet und stand als echtes Volkstheater bald in höherer Publikumsgunst als das Theater in der Schumacherstraße. Obwohl sich alle diese Theater auf verschiedene Gattungen spezialisiert hatten, standen sie doch untereinander in Konkurrenz. Das Stadt-Theater war die anspruchvollste Bühne mit Opern, Operetten und Schauspielen. Das Theater hatte aber ständig mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Kiel war weder Residenz oder kulturelles Zentrum, noch Handels- oder Wirtschaftsmittelpunkt. Das Kieler Publikum konnte daher kaum als übermäßig kunstfreudig oder kunstverständig bezeichnet werden. Schillers „Jungfrau von Orleans“ wurde in zwei Spielzeiten nur zweimal aufgeführt. Andere Klassiker mussten nach der ersten, kaum besuchten Vorstellung vom Spielplan wieder abgesetzt werden. Hinzu kam, dass die laufenden Kosten für das Theater mit Oper und Schauspiel auf dem Programm höher als die Einnahmen waren. Trotzt städtischer Subventionen, die um ein Vielfaches niedriger waren als in anderen Städten, und später kaiserlicher Unterstützung scheiterte in Kiel wirtschaftlich ein Intendant nach dem anderen. Peter Dannenberg schreibt: „Das alte Stadttheater muss ein Alptraum für seine Direktoren gewesen sein. Kaum sind sie im Amt, bewerben sie sich schon wieder weg – abgeschreckt von der unzureichenden Unterstützung durch die öffentliche Hand, abgeschreckt von dem alten Gemäuer, wo vor und hinter dem Vorhang alles zu eng und zu schäbig geworden ist.“

Mit der Aufführung der „Fledermaus“ von Johann Strauß gab das Theater an der Schuhmacherstraße am 21. April 1907 seine letzte Vorstellung, denn am 1. Oktober wurde das neue Haus am Kleinen Kiel eingeweiht. Auch das Theater in der Holtenauer Straße war sanierungsbedürftig geworden. Aus feuerpolizeilichen Gründen musste es einem Neubau weichen. Es erhielt 600 Plätze und wurde am 23. Mai 1907 mit dem „Bettelstudenten“ eröffnet und als Kleines Theater dem neuen Stadttheater angegliedert.

Das Kieler Theater zwischen den Weltkriegen

Nun hatte die Stadt zwei neue, anspruchsvolle Theater zusammen mit 1600 Plätzen für ca. 178 000 Einwohner. 1907 war auch die Zeit des Privattheaters vorbei. Das Theater wurde als kommunal geführtes gemeinnütziges Unternehmen von der Stadt übernommen. Dahinter stand die Auffassung, dass das Theater nicht nur für bestimmte soziale Schichten zugänglich sein sollte, sondern dass es eine Verpflichtung der Allgemeinheit sei, ein Theater für die breite Masse zu fördern.

Im Kleinen Theater, später Schauspielhaus genannt, dominierten die Operette und leichte Unterhaltungsstücke, dann auch das anspruchsvolle Sprechtheater, während am Stadttheater neben der Oper und dem klassischen Drama ebenso das moderne Schauspiel zur Geltung kam. Die Kieler Intendanten versuchten Stücke mit den neuen Themen der Zeit wie Krieg, Massengesellschaft, Großstadt, Entfremdung und soziales Elend auf die Bühne zu bringen. Doch bei dem konservativen Kieler Publikum und den begrenzten finanziellen Mitteln waren hier enge Grenzen gesetzt. „Von der Moderne war in Kiel nur ein Flackern zu merken“ (Peter Wulf).

In diesem Zusammenhang kam es zu einem Theaterskandal. In der Spielzeit 1922/23 übernahm Dr. Curt Elwenspoek die Leitung der Kieler Bühnen, sein Dramaturg war Carl Zuckmayer. Jetzt wurde konsequent modernes Theater gespielt mit Stücken von Brecht, Barlach und Büchner. Zuckmayers frivole Bearbeitung des ohnehin recht offenherzigen römischen Lustspiels „Der Eunuch“ von Terenz brachte dann den Eklat, als zum Schluss noch eine junge Schauspielerin nackt über die Bühne geführt wurde „nur mit einem Schleier um die Hüften, ihre Brüste waren orangen geschminkt und um den Nabel eine Sonne mit blauen Strahlen“ (Carl Zuckmayer). Auf die Frage, woher sie komme, antwortete sie: „Aus Lesbos“. Nach der Generalprobe für geladene Gäste wurde die Aufführung verboten und die Amtszeit von Intendant und Dramaturg war beendet.

1933 war es mit dem modernen und experimentellen Theater vorbei. Es durften nur noch Künstler auftreten, die Mitglieder der Reichskulturkammer waren, und der Spielplan musste dem nationalsozialistischen Zeitgeist entsprechen. Die Aufführungen in Oper und Schauspiel waren daher konventionell, klassisch.

Zerstörung und Wiederaufbau

Während des Krieges wurde das Theatergebäude mehrmals von Bomben getroffen, so dass während der Spielzeit 1941/42 die Vorstellungen im Schauspielhaus in der Holtenauer Straße stattfanden. Am 13. Dezember beschädigten dann Brandbomben das Theater am Kleinen Kiel so schwer, dass es völlig ausbrannte. Gänzlich zerstört wurde das Haus erst 1944, als es von einer Luftmine getroffen wurde. Der Theaterbetrieb wurde wieder in die Holtenauer Straße verlegt, bis es auch hier die letzte Vorstellung am 30.Juni 1944 gab. Denn auf Anordnung von Goebbels waren alle Materialien und Menschen in dem proklamierten „totalen Krieg“ einzusetzen. Seit 1. Oktober 1944 waren die Bühnen in Deutschland leer.

Schon wenige Monate nach Ende des Krieges, im Oktober 1945, konnte in dem weniger zerstörten Schauspielhaus in der Holtenauer Straße der Theaterbetrieb als „Neues Stadttheater“ wieder aufgenommen werden. Außerdem wurde bis 1948 auch im Theater am Wilhelmplatz und im Saal des Gewerkschaftshauses gespielt. Zeitgenössische Dramen französischer, englischer und amerikanischer Autoren standen neben älteren Unterhaltungsstücken auf dem Spielplan. Ein großer Erfolg war Carl Zuckmayers „Teufels General“ in der Spielzeit 1947/48.

Das Theater in den ersten Nachkriegsjahren hatte mit zwei großen Problemen zu kämpfen, dem ungeheueren Publikumsandrang und der finanziellen Situation. Um die Ausgaben der Stadt z. B. zu verringern, hieß es in der Amtlichen Bekanntmachung vom 19. Dezember 1945: „Da dem Neuen Stadttheater Heizmaterial nicht mehr zur Verfügung gestellt werden kann, muß zur Aufrechterhaltung des Theaterbetriebes ab Montag, dem 17. Dezember, der Besuch des Theaters von der Abgabe eines Pfundes Holz oder Torf je Eintrittskarte abhängig gemacht werden.“ Trotzdem gab es lange Schlangen vor den Theaterkassen, denn die Menschen wollten nach den Jahren der Nazidiktatur Neues kennenlernen, sehnten sich auch nach Unterhaltung, nach ein paar unbeschwerten Stunden im grauen Alltag der Trümmer, des Hungers, des Wohnungsmangels. Und was konnte man für das wertlose Geld kaufen? So waren bis zum Juni 1948 im „Neuen Stadttheater“ 93,5% der Plätze im Monatsdurchschnitt verkauft. Die Währungsreform vom Juni 1948 bedeutete dann einen starken Rückgang der Besucher. Das Theater verkaufte von September bis November nur noch 66% seiner Karten. Das Geld war knapp, und die Menschen gebrauchten es für das tägliche Leben und die ersten notwenigen Anschaffungen nach dem Krieg.

1950 fasste die Ratsversammlung den Beschluss, das Theatergebäude am Kleinen Kiel wieder aufzubauen. Zur Kieler Woche, am 21. Juni 1953, wurde es mit dem „Fidelio“, wie schon 1907, wieder eröffnet. Dem ursprünglich viergeschossigen Backsteinbau mit seinen Mansarddächern wurde ein Mezzaningeschoss unter flach geneigten Walmdächern aufgesetzt. Damit verlor der ursprüngliche Bau einen Teil seiner Wirkung. Aber es wurde die Möglichkeit genutzt, Rathaus- und Theaterbau architektonisch aufeinander abzustimmen, denn die Türme beider Gebäude hatten sich nicht recht vertragen. Das Jugendstildekor der Fassade wurde beibehalten, und auch der Eingangsbereich zum Kleinen Kiel blieb weitgehend unverändert. Zuschauer- und Bühnenhaus wurden neu gestaltet. 1970/71 errichtete man im Nordwesten ein Betriebsgebäude mit einer Fassade aus schwarzem Spiegelglas. 2000 bis 2003 fand innen und außen eine umfassende Sanierungs des Theaterbaus statt. Seit 1971 heißt das ehemalige Stadttheater Opernhaus, das seit 1990 im Denkmalbuch als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung steht.

„In Kiel, vor dem Rathaus, liegt das Stadttheater, es ist erhalten geblieben. Ein richtiges Stadttheater in einer Provinzstadt, als Gebäude und auch als Institution.“ Dieses Urteil fällte Bernhard Minetti, der in Kiel geboren wurde, in den 1920er Jahren hier Schauspieler und nach dem Zweiten Weltkrieg in Kiel Schauspieldirektor war. Nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Kulturausschuss legte er sein Amt nieder und ging ans Hamburger Schauspielhaus. Wenn man unter Provinz versteht, dass dort nur nachgeahmt wird, was an anderen Orten neu entwickelt wurde, dann ist das Kieler Theater seit 1907 nicht provinziell. Es gab wieder Persönlichkeiten, die „schöpferische Anstöße gegeben haben, die von Kiel aus auf das Theater draußen wirkten“ (Peter Dannenberg). Zahlreiche bekannte und später berühmt gewordene Schauspieler, Sänger, Regisseure und Dirigenten standen auf Kieler Bühnen, die für sie zum Sprungbrett des Erfolges wurden: Carl Zuckmayer, Gustaf Gründgens, Ernst Busch, Hans Söhnker, Dieter Borsche, Bernhard Minetti, Brigitte Mira.

Auch heute erfreut sich das Kieler Theater der Publikumsgunst. 72,54% der Plätze wurde in der Saison 2004/2005 an ca. 196 000 Besucher verkauft. In der Saison 2005/2006 stieg die Besucherzahl sogar auf 207 000. Allerdings muss die Stadt, wie andere Kommunen auch, für ihre Theater Zuschüsse zahlen. 2004/2005 betrug der Gesamtzuschuss der öffentlichen Hand 28,7 Millionen Euro. Um eine Stärkung der eigenen Entscheidungsfähigkeit des Theaters in organisatorischer und finanzieller Hinsicht zu erreichen, wurde das Theater zum 01.01.2007 in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt.

Autorin: Christa Geckeler (1937 - 2004)


Literatur

Danielsen, Wilhelm

Hundert Jahre Kieler Theater 1841-1944; Kiel 1961

Dannenberg, Peter

Gaukler und Primadonnen. Vom Ballhaus zum Stadttheater im alten Kiel, Hamburg (1981)

Dannenberg, Peter

Helden und Chargen zwischen den Kriegen. Dreißig Jahre Theater in Kiel, Hamburg (1983)

Eckhardt, Heinrich

Alt-Kiel in Wort und Bild, Neudruck, Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 62, Neumünster 1975, S. 449 ff.

Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Hauses am Kleinen Kiel,

Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, Kiel (1957)

Gloy, Arthur

Aus Kiels Vergangenheit und Gegenwart. Ein Heimatbuch für jung und alt, Kiel 1926, S. 107 ff.

INKIEL,

26/2006

Joost, Jörg

Das Schauspielhaus: Theater in Kiel, in: Begegnungen mit Kiel. Gabe der Christian-Albrechts-Universität zur 750-Jahr-Feier der Stadt, hrsg. von Werner Paravicini in Zusammenarbeit mit Uwe Albrecht und Annette Henning, Neumünster 1992, S. 246 ff.

Kaufmann, Gerhard

Das alte Kiel, Hamburg 1975, S. 102 ff.

Kieler Nachrichten

vom 5. Dezember 1951, vom 20./21 Juni 1953, vom 28./29. September 1957, vom 11. März 1961, vom 1. Oktober 1982, vom 30. Juli 2002, vom 19. November 2003, vom 1. November 2006

Kieler Neueste Nachrichten

vom 29./30. November 1941

Prawitt, Torsten

Kieler Kulturleben in der Trümmerzeit 1945-1948, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 70, 1986, S. 21 ff.

Sponheuer, Bernd

Das Opernhaus: Die Bürger und ihr Musikleben in Kiel, in: Begegnungen mit Kiel, a. a. O. S. 296 ff.

Wilde, Lutz

Denkmaltopographie. Landeshauptstadt Kiel, Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 29, Neumünster 1995, S. 228


Abbildungen: Stadtarchiv


Dieser Artikel kann unter Angabe des Namens der Autorin Christa Geckeler, des Titels Kieler Erinnerungstage: 01.10.1907 | Eröffnung des Stadttheaters am Kleinen Kiel und des Erscheinungsdatums 01. Oktober 2007 zitiert werden.

Zitierlink: https://www.kiel.de/erinnerungstage?id=80

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