Die Babyklappe

Sie sind in einer Notlage — und sehen keinen anderen Ausweg, als Ihr Kind einer Babyklappe anzuvertrauen.

Mit dieser Entscheidung zeigen Sie trotz Ihrer schwierigen Situation Verantwortung für die Gesundheit und das Leben Ihres Kindes. Für diese extreme Ausnahmesituation bietet die Landeshauptstadt Kiel am Städtischen Krankenhaus eine "Babyklappe“ an.

Sie will es Ihnen möglich machen, anonym ihr Neugeborenes bei einer öffentlichen Stelle abzugeben und auf diese Weise Leben zu retten.

Ihrem Kind geht es gut

Die Babyklappe am Städtischen Krankenhaus ist gut zu erreichen und ausgeschildert.

Sie legen Ihr Kind in die Babyklappe und haben Zeit sich in aller Ruhe zu verabschieden.

In der Klappe liegt ein Schreiben für Sie und wir möchten Ihnen die Möglichkeit geben, dem Kind einen Namen zu geben.

Wenn Sie die Klappe schließen, lässt sie sich nach 2 Minuten von außen nicht mehr öffnen. Auf der Kinderstation wird ein Signal ausgelöst, damit in wenigen Minuten die Pflegekräfte das Kind versorgen können. Ein*e Kinder*ärztin untersucht das Baby und veranlasst dann dessen weitere Versorgung.

Lageplan Babyklappe

Sobald es entlassen werden kann, wird die Adoptionsvermittlungsstelle der Landeshauptstadt Kiel das Kind in eine geeignete Adoptivfamilie bringen, die sich liebevoll um Ihr Kind kümmern wird. Es wird eine Adoptionsvermittlung eingeleitet. Das Jugendamt wird Vormund für das Kind.

Wenn Sie sich in den folgenden acht Wochen nicht melden, wird das Amtsgericht Kiel Ihre Einwilligung zur Adoption des Kindes ersetzen. Die Adoptivfamilie wird ein Jahr begleitet, um zu sehen, ob es dem Kind dort gut geht. Erst dann wird die Adoption rechtlich vollzogen und das Kind hat dann neue Eltern. 

Was kann ich für mein Kind tun?

Das Kind wird später erfahren, dass die Adoptiveltern nicht seine leiblichen Eltern sind. Für das Kind ist es wichtig, etwas über seine wahre Herkunft zu erfahren. Sie können deshalb einige Informationen für Ihr Kind hinterlassen oder auch noch später dem Städtischen Krankenhaus oder der Adoptionsvermittlungsstelle zusenden. Ihre Angaben werden in einem verschlossenen Umschlag bei der Adoptionsvermittlungsstelle für das Kind aufbewahrt.

Sie helfen dem Kind damit, später besser mit der Situation fertig zu werden, wenn Sie ihm etwas über sich und Ihre Notlage aufschreiben. Kinder, die nicht wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind und warum sie nicht bei ihnen aufwachsen, leiden oft ihr Leben lang darunter. Vielleicht haben Sie auch noch medizinische Angaben über Ihr Kind, die für die richtige Versorgung wichtig sind. 

Welche Hilfen gibt es jetzt für Sie?

Sie können Ihre Entscheidung, das Kind abzugeben, in Ruhe überdenken.

Die Adoptionsvermittlungsstelle und die Beratungsstellen helfen Ihnen dabei. In einem persönlichen Gespräch am Telefon erfahren Sie von den erfahrenen Beraterinnen bei den genannten Beratungsstellen, wo Sie Rat, Hilfe und Unterstützung bekommen können. Sie brauchen Ihren Namen dabei nicht zu nennen!

Sie finden die Adressen, Telefonnummern und Internet-Adressen aber auch hier. Die Beratung in den genannten Stellen ist selbstverständlich kostenfrei.

Ebenso bekommen Sie dort Unterstützung dabei, Ihre Entscheidung zu verarbeiten. Vielleicht haben Sie den Wunsch, darüber zu sprechen, um damit fertig zu werden. Man weiß von Frauen, die später ihre Anonymität aufgegeben haben, dass es eine große Belastung ist, wenn man das Kind auf diese Weise abgegeben hat und man darüber sehr verzweifelt sein kann.

Wenn Sie bereit sind Ihre Anonymität aufzugeben, unterstützt Sie der Allgemeine Sozialdienst auf Ihren Wunsch dabei, entweder  

  • Ihr Kind wieder zu Ihnen zurückzuführen und geeignete Hilfen in Ihrem Haushalt zur Seite zu stellen oder
  • zu ermöglichen, dass Sie und Ihr Kind in einer Mutter-Kind-Einrichtung aufgenommen werden oder
  • dass Sie Ihr Kind auf ganz normalem Wege zur Adoption frei geben, sodass Ihr Kind später erfahren kann, wer seine leibliche Mutter ist. Es ist auch möglich, dass Sie die Adoptiveltern kennen lernen.


Hier gibt es Hilfe

Frauen-Helpline, Soforthilfe für Frauen

 0800 116 016
www.helpline-sh.de



Amt für Gesundheit, Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit
Amt für Gesundheit
Fleethörn 18 - 24, 24103 Kiel
0431 901 - 6666




Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Kiel

Beratungsstelle für Frauen, Familien und Schwangere
Muhliusstraße 67, 24103 Kiel
0431 554766




AWO-Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung Schönkirchen
Schönberger Landstraße 67, 24232 Schönkirchen
04348 917321

 


AWO-Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung Kreis plön
Vierschillingsberg 2, 24306 Plön
04522 505126




Donum vitae Schwangerenberatungsstelle
Königsweg 9, 24103 Kiel
0431 6613235 oder 0173 8851662


 

Frauenberatungsstelle / Eß - o - Eß
Psychosoziale Fachberatungsstelle und ein Treffpunkt für Frauen
Kurt-Schumacher-Platz 5, 24109 Kiel
0431 524241




Haus der Familie
Beratung im Schwangerschaftskonflikt gemäß § 219
Lornsenstraße 14, 24105 Kiel
0431 24890 - 43




Haus der Kirche
Evangelische Beratungsstelle
Martensdamm 2, 24103 Kiel
0431 2402 - 604




pro familia
Bergstraße 5, 24103 Kiel
0431 86230




Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP)
Ambulanz-Zentrum
Niemannsweg 147, 24105 Kiel
0431 50098-401




Allgemeine Beratung: Allgemeiner Sozialdienst (ASD)
Amt für Soziale Dienste


Sozialzentrum Nord
Mercatorstraße 40, 24106 Kiel
0431 901-4691


Sozialzentrum Mitte
Sophienblatt 50b, 24114 Kiel
0431 901-3673


Sozialzentrum Mettenhof
Skandinaviendamm 299, 24109 Kiel
0431 901-4632


Sozialzentrum Süd
Saarbrückenstraße 145, 24114 Kiel
0431 901-3697


Sozialzentrum Gaarden
Bahnhofstraße 38 a, 24143 Kiel
0431 901-4667


Sozialzentrum Ost
Wischhofstraße 1-3, 24148 Kiel
0431 901-4675


 


Sprachen

Babyklappe
Städtisches Krankenhaus
Chemnitzstraße 33, 24116 Kiel
 
0431 1697-1800




Adoptionsvermittlung
Jugendamt 
Speckenbeker Weg 53 c/d, 24113 Kiel
 
0431 901-36 40

Fax 0431 901-64901