Drittes Stadtgespräch:
„Flüchtlinge in Kiel“

Am 21. März 2016 fand das dritte Stadtgespräch „Flüchtlinge in Kiel“ statt. Etwa 65 Bürgerinnen und Bürger und 15 Fachleute waren in den Legiensaal gekommen. Schwerpunkthemen waren dieses Mal Informationen, Anregungen und Fragen rund um die Gemeinschaftsunterkunft in der Wik, ehemalige Technische Marineschule. Der Oberbürgermeister eröffnete die Veranstaltung.

Am Anfang gab es einen Einführungsvortrag von Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer und Stadrat Gerwin Stöcken, Dezernent für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport. 

Die Präsentation zum Vortrag können Sie hier herunterladen.

Im Anschluss sprach Frank Matthiesen, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Kiel, über die aktuelle Sicherheitslage. Abschließend stellten Semra Basouglo (Diakonie Altholstein) die Gemeinschaftsunterkunft in der Wik (ehemalige Marinetechnikschule) vor.
 


Wichtige Themen, Fragen & Antworten

  • Arbeitsmarktintegration: Was ist geplant?
    Um die Flüchtlinge, die im ALG II-Bezug sind, über deren Asylanträge also schon abschließend entschieden wurde, kümmert sich das Jobcenter. Alle anderen können sich von der Bundesagentur für Arbeit beraten lassen. Die Landeshauptstadt Kiel bereitet derzeit ein Arbeitsmarktprofiling für Flüchtlinge aus Ländern mit mäßiger Bleibeperspektive vor (also zum Beispiel Afghanistan, Jemen, Russische Föderation etc.). Danach soll eine Praktikumsbörse angeboten werden, um diese Geflüchteten mit dem deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Berührung zu bringen.

  • Wie lange werden die Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft leben?
    Zur Zeit etwa zehn Monate.

  • Leben dort auch unbegleitete Minderjährige?
    Nein, Minderjährige sind mit Eltern oder Familienangehörigen in den Gemeinschaftsunterkünften; unbegleitete Minderjährige werden über das Jugendamt in gesonderten Wohngruppen versorgt.

  • Wie viele können dort leben?
    Am Schusterkrug circa 1.200 und in der Wik circa 1.100 Menschen.

  • Was fehlt noch im ehrenamtlichen Bereich?
    Am Schusterkrug circa 1.200 und in der Wik circa 1.100 Menschen.

  • Gibt es Patenschaften?
    Ja. In vielfältiger Weise zur Begleitung von Behördengängen, Wohnungssuche, Schulgesprächen, Freizeitangeboten.

  • Ist es noch notwendig, die Bundeswehrfachschule auszubauen?
    Ja. Wir rechnen weiterhin mit Zuzug von Asylsuchenden. Aufgrund des längeren Verbleibs in den Unterkünften werden die Plätze nicht frei gemacht.

  • Gesundheit: Wie können alle adäquat versorgt werden?
    Alle Asylbewerber haben Zugang zur Krankenversorgung, aufgrund gesetzlicher Vorgaben teilweise mit eingeschränktem Leistungsumfang. 

  • Sicherheit: Können sich Mädchen und Frauen noch frei bewegen?
    Ja. Es findet eine enge Zusammenarbeit zwischen den Betreuer/innen in den Gemeinschaftsunterkünften mit den Frauenfachverbänden statt, um dem Thema mit der gebotenen Sensibilität begegnen können.

  • Sicherheit: Die Beleuchtungssituation ist nicht optimal, kann sie verbessert werden?
    Falls bezüglich mangelhafter Beleuchtung etwas auffällt, bitten wir um Meldung über das Onlineformular.

  • Wie ist die Haushaltssituation?
    Der städtische Haushalt für das Jahr 2016 wurde Anfang Juni vom Innenminister des Landes Schleswig-Holstein genehmigt.

  • Wie sieht das Nachnutzungskonzept aus?
    Ein Nachnutzungskonzept wird mit allen relevanten Akteuren rechtzeitig erarbeitet.

 

Weitere Gesprächspartnerinnen und -partner

  • Ulrike Pollakowski, Maike Bradler, Franny Petersen-Storch, Ingeborg Axe, Ruth Müller, Jenny Vetter, Andreas Meyer - Willkommensinitiative WIK
  • Beate Buchner-Schröder, Koordinatorin Ehrenamt in der Unterkunft Technische Marineschule
  • Christian Müller, Kiel Hilft Flüchtlingen e.V. 
  • Peter Schlenz, stellvertretender Vorsitzender Ortsbeirat Wik 
  • Arne Leisner, Amt für Wohnen und Grundsicherung
  • Thomas Voerste, Jugendamt  
  • Frank Matthiesen, stellvertretender Leiter Polizeidirektion Kiel
  • Kai Born, Leiter 1. Polizeirevier
  • Veit Maixelsberger, Leiter Polizeistation Wik