Sechstes Stadtgespräch:
„Flüchtlinge in Kiel“

Nach den ersten drei Stadtgesprächen von November 2015 bis März 2016 zu den größeren Unterkünften auf dem Nordmarksportfeld, auf dem MFG5-Gelände und an der Technischen Marineschule, hat die Landeshauptstadt Kiel ihre Stadtgespräche mit thematischen Schwerpunkten zur Integration fortgesetzt. Die Landeshauptstadt Kiel möchte mit den Stadtgesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern und weiteren Akteuren der Stadtgesellschaft über ihre Fragen, Befürchtungen und Anregungen im Dialog bleiben.

Integration in das Arbeitsleben

Bei den Stadtgesprächen IV und V ging es um Fragen zur Integration im Alltag und guter Nachbarschaft und der Integration von Kindern und Jugendlichen.

Das sechste Stadtgespräch am Dienstag, 15. November 2016 beschäftigte sich mit dem Thema „Integration in das Arbeitsleben“. Zum  Stadtgespräch VI kamen etwa 70 Personen im Legienhof zusammen.

Wie in den vorherigen Veranstaltungen führten Fachleute in das Thema ein:  

  • Stadtrat Gerwin Stöcken, Dezernent für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport
  • Petra Eylander, Vorsitzende der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Kiel
  • Karsten Böhmke, Geschäftsführer Jobcenter Kiel
  • Dr. Lone Rotermund, Leiterin Rechtsabteilung Unternehmensverband Kiel e.V.
  • Thomas Bauchrowitz und Frank Mathiessen, Polizeidirektion Kiel

Danach beantorteten die Expert*innen Fragen rund um das Thema. Verschiedene Fragestellungen und Blickwinkel standen dabei im Fokus der Diskussion wie zum Beispiel:

  • Welchen Weg müssen Geflüchtete gehen, um auf dem Arbeitsmarkt ihren Platz zu finden?
  • Welche beruflichen Voraussetzungen und Interessen bringen Geflüchtete selber mit?
  • Welche Rolle spielt die Sprache?
  • Wie wirft sich das unterschiedliche Rollenbild der Frau auf die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt aus?

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der
Präsentation des Jobcenters und der Agentur für Arbeit.
 


Zusammenfassung: Fragen & Antworten

  • Wie viele Asylsuchende gibt es in Kiel und Schleswig-Holstein?
     
    Es gibt 4.200 Asylsuchende in Kiel und 36.000 in Schleswig-Holstein.
     
     
  • Welche Rolle spielen Sprachkenntnisse? 
     
    Sprachkenntnisse, Kontakte zu Deutschen und Gespräche sind sehr wichtig. Deutsch wird insbesondere durch die Möglichkeiten des Redens gelernt.
     
    Es gibt verschiedenste Sprachkurse, darunter auch niedrigschwellige Sprachangebote. Auch berufsbegleitende Sprachkurse finden statt. Mehr als 1.000 Menschen befinden sich in Kiel in Integrationskursen.
     
     
  • Warum bekommen manche Flüchtlinge Fahrkarten und andere nicht?
     
    Wenn ein Flüchtling einem offiziellen Sprachkurs vom BAMF zugewiesen wird, werden die Fahrkosten übernommen.
     
     
  • An wen können sich Flüchtlinge wenden, wenn sie noch nicht arbeitsuchend gemeldet sind?
     
    Arbeitsmarktpolitik für die Flüchtlinge ist Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter. Die Angebote der Bundesagentur für Arbeit sind freiwillig, die der Jobcenter im Rahmen des Förderns und Fordern nicht.
     
    Die Vorrangprüfung ist seit August abgeschafft. Arbeiten darf nur, wer eine Arbeitserlaubnis hat. Es gilt ein Beschäftigungsverbot von drei Monaten, dies kann bis zu sechs Monaten verlängert werden.
     
    Das Jobcenter unterscheidet nicht nach der Bleibeperspektive. Jeder Flüchtling mit der Anerkennung bekommt Angebote. In der Bundesagentur für Arbeit kann sich jeder am Infotresen melden und wird zu den für sie verantwortlichen Mitarbeitern gebracht. Wenn es an irgendeiner Stelle nicht klappt, gilt es im Einzelfall zum Telefon zu greifen.
     
     
  • Welche Berufsfelder gibt es für Flüchtlinge?
     
    Das metallverarbeitende Gewerbe kann viele Angebote machen, das dienstleistende Gewerbe wenige, da es hier die deutsche Sprache eine größere Rolle spielt. 
     
     
  • Welche Rolle spielt in der beruflichen Integration die Rolle der Frau?
     
    Kulturelle Unterschiede ändern sich nicht von heute auf morgen. Für einige Geflüchtete ist es eine vollkommen  neue gewöhnungsbedürftige Situation, dass Frauen arbeiten oder sie eine weibliche Vorgesetzte zu haben. 
     
    Die Bundesagentur für Arbeit hat in den Gemeinschaftsunterkünften für ihre Angebote für Frauen geworben und eingeladen. Die Bundesagentur ist dabei, den Frauen zu vermitteln, dass sie die gleichen Rechte und Pflichten haben. Hierbei muss vorsichtig vorgegangen werden.
     
    Die Bundesagentur für Arbeit hat in den Gemeinschaftsunterkünften für ihre Angebote für Frauen geworben und eingeladen. Die Bundesagentur ist dabei, den Frauen zu vermitteln, dass sie die gleichen Rechte und Pflichten haben. Hierbei muss vorsichtig vorgegangen werden.
     
    Es gilt zu bedenken, dass auch hier in Deutschland bis vor 60 Jahren der Mann der Berufstätigkeit der Frau zustimmen musste. Es braucht Zeit!
     
     
  • Haben ältere Flüchtlinge Chancen am Arbeitsmarkt?
     
    Für die Altersgruppe von 15 bis 65 Jahren ist das Jobcenter zuständig. Aktive Maßnahmen durch das Jobcenter sind für Menschen über 65 Jahre nicht möglich.