Wettbewerb Holtenau-Ost

Wettbewerbsarbeit 1013

CITYFÖRSTER architecture+urbanism, Hannover | Felixx Landscape Architects & Planners, Rotterdam (NL)

 

 

Übersichtsplan

Übersichtsplan

 

Die Idee

Neue urbane Küstenlandschaften: Holtenau Ost ist geprägt von zwei eindrucksvollen ortsprägenden Szenerien. Zum einen die Kieler Förde mit ihrer maritim geprägten Wasserkante, zum anderen der Endmoränenwald mit seiner charakterstarken Topografie. Sie sind mit allen Sinnen erlebbar und schaffen einen einzigartigen Ort. Sie schaffen nicht nur die Bühne für die neue Entwicklung, sondern sind selbst Protagonisten, indem sie den klimatischen, ökologischen und kulturellen Kontext darstellen.

Der Entwurf entwickelt diese beiden Elemente landschaftlich und städtebaulich weiter und verbindet ihre räumlichen und atmosphärischen Qualitäten zu einer neuen urbanen Küstenlandschaft. So entstehen drei charakterstarke StadtLandschaften:

  • Im Norden zieht sich das Wasser als Netzwerk aus Gräben, Kanälen und blau-grünen Achsen tief ins Innere des Gebietes, bis an den Waldsaum und gibt dem Gewerbequartier eine klare Struktur mit markanten Sichtbeziehungen zum Wald und zum Wasser.
  • Auf der vorgelagerte Landscholle im Zentrum rückt das Grün klar von der Wasserkante ab und bietet Raum für ein kompaktes, urbanes Stadtquartier mit einem grünen Herz und vielfältigem Wasserbezug. Das tägliche Leben ist geprägt von exponierten Wasserlagen und geschützten Grünräumen.
  • Im Süden entwickelt sich der Hangwald bis an das Ufer und in das Wasser hinein. Dabei formt sich ein üppiges Waldland, gesäumt von einer weichen, geschwungenen Wasserkante und vorgelagerten Inseln. Zusammen mit den sensibel integrierten kleinteiligen „Wohninseln“ entsteht das Waldquartier.

Die Idee

Neue urbane Küstenlandschaften: Holtenau Ost ist geprägt von zwei eindrucksvollen ortsprägenden Szenerien. Zum einen die Kieler Förde mit ihrer maritim geprägten Wasserkante, zum anderen der Endmoränenwald mit seiner charakterstarken Topografie. Sie sind mit allen Sinnen erlebbar und schaffen einen einzigartigen Ort. Sie schaffen nicht nur die Bühne für die neue Entwicklung, sondern sind selbst Protagonisten, indem sie den klimatischen, ökologischen und kulturellen Kontext darstellen.

Der Entwurf entwickelt diese beiden Elemente landschaftlich und städtebaulich weiter und verbindet ihre räumlichen und atmosphärischen Qualitäten zu einer neuen urbanen Küstenlandschaft. So entstehen drei charakterstarke StadtLandschaften:

  • Im Norden zieht sich das Wasser als Netzwerk aus Gräben, Kanälen und blau-grünen Achsen tief ins Innere des Gebietes, bis an den Waldsaum und gibt dem Gewerbequartier eine klare Struktur mit markanten Sichtbeziehungen zum Wald und zum Wasser.
  • Auf der vorgelagerte Landscholle im Zentrum rückt das Grün klar von der Wasserkante ab und bietet Raum für ein kompaktes, urbanes Stadtquartier mit einem grünen Herz und vielfältigem Wasserbezug. Das tägliche Leben ist geprägt von exponierten Wasserlagen und geschützten Grünräumen.
  • Im Süden entwickelt sich der Hangwald bis an das Ufer und in das Wasser hinein. Dabei formt sich ein üppiges Waldland, gesäumt von einer weichen, geschwungenen Wasserkante und vorgelagerten Inseln. Zusammen mit den sensibel integrierten kleinteiligen „Wohninseln“ entsteht das Waldquartier.

Die drei neuen Quartiere geben starke, ortspezifische Antworten auf die zukünftigen Wohn-, Arbeits- und Freizeitbedarfe und stärken die lokalen Ökosysteme. Sie unterscheiden sich im Umgang mit dem Wasser durch jeweils angepasste und integrierte Hochwasser- und Schwammstadtkonzepte. Vielfältige bauliche und freiräumliche Nutzungen dicht am Wasser sorgen für eine hohe Wohn- und Lebensqualität und verbessern zugleich die Freiraumversorgung sowie das Angebot an Arbeitsplätzen, Versorgungs-, Kultur- und Freizeitangebote für Holtenau und die umliegenden Gemeinden.

Gemeinsam schaffen sie eine aus dem Ort entwickelte, eng vernetzte und zirkulär gedachte Quartierslandschaft. Sie vernetzt das bislang isolierte Areal mit den umliegenden Gemeinden Holtenau und Pries und bringt auch diese einander näher. Dabei schafft sie neue Verknüpfungen im übergeordneten Ökosystemverbund. Die markante Sequenz der vielfältigen Küstenlandschaften schafft Orientierung und wirkt Identität stiftend für den gesamten nordwestlichen Kieler Förde-Raum.

 
Freiraumkonzept
Die globale Erwärmung des Ostseeraums ist seit etwa einem Jahrhundert zu beobachten. Infolgedessen ist der 100-jährige Erwärmungstrend in diesem Gebiet um 0,03 °C höher als auf dem Rest der Erde. Auch die geografischen und saisonalen Niederschlagsmuster ändern sich, was zu einer allgemeinen Zunahme der Niederschläge, insbesondere in den Wintermonaten, führt. Darüber hinaus stellt der allgemeine Anstieg des Meeresspiegels, der mit einem erhöhten Risiko von Sturmfluten und Überschwemmungen einhergeht, eine weitere Herausforderung für das Küstenmanagement und die Entwicklung der Küstengebiete dar. Die Kieler Förde erlebt Sturmfluten, bei denen die Wasserstände zwischen +1,0 und +2,0 über dem normalen Wasserstand schwanken. Von besonderer Bedeutung ist auch das Hochwasser von 1872, bei dem der Wasserstand auf 3,4 m anstieg. All diese Hochwasserereignisse können aufgrund des Klimawandels und der Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs potenziell noch extremer werden.

Vor diesem Hintergrund sollten neue Entwicklungsgebiete die künftige Dynamik der Ostsee berücksichtigen und antizipieren, indem Hochwasserschutzstrategien in die Planung und Gestaltung integriert werden. Eine ganzheitliche Art der Planung von Küstengebieten, in denen Hochwasserschutz und Lebensqualität bestärkend miteinander kombiniert werden können und vielfältige Synergien aufbauen.
Unser Vorschlag reagiert auf diese einzigartige Lage, indem er drei unterschiedliche, zukunftsfähige Quartiere vorsieht, die die Menschen dazu einladen, mehr Zeit im Freien zu verbringen, sich zu erholen, zu spielen und ihre Gesundheit zu fördern. Die Quartiere integrieren nahtlos den Küstenschutz und beinhalten die Klimaanpassung als wesentlichen Teil ihrer Identität.

Der urbane Kai, der in die Förde hineinragt, ist überwiegend städtisch geprägt und bildet das Zentrum und Herzstück des Gebietes. Er schützt als robuste Plattform seine Gebäude und öffentlichen Räume. An den felsigen Uferböschungen gedeihen Austernriffe, die lokal angepassten Austernarten wie Magallana Gigas einen Lebensraum bieten. Sie bilden sie Grundlage für eine wachsende Artenvielfalt in der Ostsee, reinigen das Wasser und absorbieren die Energie der anlaufenden Wellen.

Das Regenwasser wird dezentral auf Gründächern und Retentionsflächen gesammelt und speist ein zentrales Feuchtgebiet, wodurch die Regenwasserbelastung auf das Entwässerungssystems bei Niederschlagsspitzen verringert wird. Das Feuchtgebiet spart Versorgungskosten ein und ergänzt den öffentlichen Raum durch atmosphärische Elemente. Es biete außerdem ein Habitat für Vögel und Schmetterlinge, biete Potenziale für naturpädagogische Angebote und schützt das Quartier vor Überschwemmungen, Das gespeicherte und gereinigte Wasser kann in Dürreperioden wiederverwendet werden. Das System der öffentlichen Grünflächen verbessert das Lebensumfeld des urbanen Kais, wobei die Baum- und Pflanzenarten speziell für die Bedingungen am Wasser ausgewählt wurden. Der Baumbewuchs wirkt der zunehmenden Sommerhitze entgegen, indem er die Umgebungstemperaturen durch Verdunstungskälte senkt.

Der nördliche Produktivquartier ist ebenfalls vielfältig von seiner wassernahen Lage geprägt. Das Wasser der Förde durchfließt in Gräben und Kanälen die Landschaft und das Quartier, es mildert die harte Kante industrielle Wasserkante ab und schafft attraktive Adressen. Grüne Korridore verbinden die dicht bewachsenen Waldflächen im Westen mit dem Wasser und schaffen ein zusammenhängendes Wasser-Wald-Landschaftsmosaik. Die Korridorstruktur verbessert die Durchgängigkeit im Ökosystemverbund und erhöht die biologische Vielfalt des neuen Stadtteils. Geeignete Baumarten, die gut an die örtliche Umgebung angepasst sind, schaffen einen attraktiven Rahmen für die produktiven Funktionen des Quartiers und verbessern Arbeitsumfeld für die Beschäftigten.

Das Waldquartier bietet in seinen Wohnclustern sowohl urbane als auch naturnahe Wohnqualitäten. Die Nachbarschaften sind sensibel in die Landschaft eingefügt und von Wald umgeben. Diese Oasen in der Stadt profitieren von der sauberen Meeresluft, dem Schatten der Bäume, und den wohntuenden Gerüchen der Kiefern. Die Lebensqualität hier wird durch die unmittelbare Nähe zum Wasser und das Zusammentreffen von Wald und Meer bestimmt. Die angrenzende Wasserkante ist geprägt durch sein "lebendiges Ufer": Die weiche, von der Brandung geschützte Küstenlinie ist geprägt von wasseraffiner Ufervegetation, Felsen, Stränden und seichten Flachwasserzonen. Im Gegensatz zu einem befestigten Ufer wachsen lebendige Ufer mit der Zeit. Sie stabilisieren die Küstenlinie, verhindern Erosion, reduzieren die Wellenenergie und bewahren die Wasserqualität, indem sie verhindern, dass das Regenwasser direkt ins Meer fließt. Sie verbessern die Artenvielfalt und sind eine erprobte Möglichkeit, eine Küste gegen den Anstieg des Meeresspiegels abzusichern. Als starkes Instrument der Klimaanpassung verleihen sie dem Waldquartier eine einzigartige Identität und bildet einen markanten Kontrast zu den nördlichen Bereichen. Bei Ebbe kann das lebende Ufer für Wanderungen, Picknicks und andere Freizeitaktivitäten genutzt werden.

 
Energiekonzept
Der Stadtteil ist CO2-neutral konzipiert – und das sowohl in der Konstruktion als auch im Betrieb. Dazu wird vorgeschlagen, die Konstruktion der Gebäude als Holzmassivkonstruktion oder als Holz-Beton-Massivkonstruktion umzusetzen. Durch die Nutzung der vorhanden Umweltenergie (Sonne und Erdwärme) wird eine autarke, CO2 neutrale Energieversorgung möglich: Zum Einsatz kommt hier eine „kalte Nahwärme“, die über Erdsonden gespeist wird. Die dezentralen Wärmepumpen in den Häusern nutzt diese Quelle zur Beheizung der Gebäude. PV-Anlagen auf den Dächern und als Dünnschichtzellen an Fassaden versorgen die Wärmepumpen mit sauberer Energie.

Das Quartiers-Design ist energetisch optimiert. Die Anordnung der Gebäude ermöglicht die maximale Besonnung der Fassaden und minimiert ungewünschte gegenseitige Verschattung. Passive solare Gewinne im Winter und eine effektive Sonnenenergienutzung über Photovoltaik werden möglich. Darüber hinaus entstehen so Außenbereiche mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Diese wird unterstützt durch eine starke Begrünung und gute Durchlüftung der Quartiere. Die so geschaffenen „grünen Zonen“ erzeugen ein angenehmes Mikroklima, verhindern Überhitzungen und bieten schattige Außenbereiche zum Verweilen.

 
Mobilitätskonzept
Das Mobilitätskonzept für den neuen Stadtteil ist

  • nachhaltig, weil es auf die Verkehrsträger des Umweltverbunds und CO2-arme Mobilität setzt, den Flächenverbrauch minimiert und sich an die Anforderungen von Landschaft und städtebaulicher Qualität anpasst (z. B. beim Wander- und Fußwegenetz). <
  • effizient, weil es die Stärken der Verkehrsmittel des Umweltverbunds gezielt unterstützt und intelligent miteinander verknüpft (Mobilitätshubs als Umsteigepunkte, nach Fahrtzweck wie Alltagsberufspendeln und Freizeit differenziertes Radroutennetz etc.).
  • gerecht, weil es die Menschen in den Mittelpunkt stellt, u. a. durch qualitativ hochwertige und auf Aufenthaltsqualität ausgerichtete öffentliche Räume, Barrierefreiheit, Zugangs- und Teilhabemöglichkeiten für alle.
  • innovativ, weil es den „klassischen“ ÖPNV durch den Wasserweg (Elektro-Schnellfähren in die City vom neuem Fährterminal als „Leuchtturm“ des neuen Stadtteils) und einen On-demand-Shuttle zur Verknüpfung zentraler Ziele im Stadtteil ergänzt und deutlich aufwertet.
  • robust und realistisch, weil es aus der Gegenwart heraus und dem Bebauungsfortschritt folgend entwickelt wird, den jetzigen Regulierungsrahmen (z. B. Stellplatzverordnung) respektiert (und dabei gegebene Spielräume gezielt bis an die Grenze ausnutzt), aber auch an spätere Veränderungen angepasst werden kann (z. B. durch rückbaubare bzw. umnutzbare Quartiersgaragen, Integration eines neuen trassengebundenen ÖV-Systems auf freigehaltener Trasse).

 
Phasierungskonzept
Die Realisierung des neuen Stadtteils erfolgt vom Bestand aus. Das Gewerbe entwickelt sich vom nörd- lichen Anschlusspunkt Schusterkrug nach Süden. Die Bauphasen gliedern sich dabei durch die in Ost-West-Richtung verlaufenden Freiraumkorridore. Das Wohnen entwickelt sich vom südlichen Anschluss- punkt Strandstraße nach Norden. Der urbane Kai, der als urbanes Gebiet entwickelt wird, stellt die zweite Bauphase der Wohnnutzung dar. Die Gebietstypen können somit flexibel und bedarfsgerecht entwickelt werden.


Einzelpläne

Vogelperspektive
Entwurfsplan Waldquartier
Entwurfsplan Kaibereich

 

Visualisierung Gewerbegebäude um ein Feuchtbiotop
Visualisierung Waldwege und Gebäude im Hintergrund

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