Wettbewerb Holtenau-Ost

Wettbewerbsarbeit 1014 - Anerkennung

CROSS Architecture, Aachen | Karres en Brands, Hilversum (NL)

 

 

Übersichtsplan

Übersichtsplan

 

Die Idee

SaHo DIE KIELER KANTE
Sanierungsgebiet Holtenau Ost

Die Stadt Kiel wird ganz wesentlich von ihrem Verhältnis zum Wasser geprägt und geformt. Natur und Wirtschaft umgeben die einzigartige Kieler Förde. Vom Stadtzentrum bis zum offenen Meer begleitet die Förde den Stadtraum, die Natur und die Industrie und verliert sich erst ganz allmählich in den grünen Ufern der Ostsee. Obwohl diese drei Bausteine die Grundlage der Kieler DNA darstellen, entwickeln sie sich ohne Verknüpfung in isolierten Entwicklungsinseln.

SaHo: Die „Kieler Kante“ ist unser Vorschlag für ein neues Stadtquartier an der Kieler Förde. Ein Stadtteil, der zukunftsweisend und experimentell, aber dennoch vertraut bleibt. Die Kieler Kante greift die Grundbausteine von Kiel auf und vermischt sie radikal neu.

Die Leitidee zu diesem Entwurf ist bestechend. In den Fokus rückt die Landschaft, die, in Verbindung mit dem Erhalt der alten Bausubstanz, das strukturelle und räumlich wirksame Grundgerüst für die Entwicklung schafft. Landschaft und Wasserküste werden in eine erfahrbare Beziehung zueinander gesetzt. Es entsteht ein bemerkenswerter Ort, der sich mit Blick auf eine angemessene Maßstäblichkeit und über eine spezifische Interpretation von „urbaner Dichte“ einwebt in den größeren stadträumlichen Kontext, ohne aber darauf zu verzichten, dem Neuen eine zukunftsorientierte Prägung zu geben. Bestimmend in der Gesamtkonzeption ist die sensible Herausarbeitung der unterschiedlichen Landschaftstypen: vom Hochplateau des Flughafens über den Steilhang mit dem Hangwald und die Wiesenebene bis hin zu den Uferzonen an der Förde. In diesem freiraumbezogenen Ansatz begründet sich eine wesentliche Qualität dieses Entwurfes. 

Eingewoben in diesen Landschaftsraum sind drei eigenständig profilierte Quartiere. Jedes Quartier folgt einer spezifischen Logik. Im Norden der Gewerbestandort, der vielfältige Möglichkeiten zur Ansiedlung von Unternehmen bietet und der über die Grundanlage robust genug erscheint, um auf unterschiedliche Flächenbedarfe und Standortanforderungen reagieren zu können. Im Kern das neue mischgenutzte Quartier auf der „Insel“ und im Süden die zu Wohnhöfen gruppierten Einzelbauten, die sich allerdings durch indifferente Raumqualitäten auszeichnen, vor allem was die Differenzierung zwischen öffentlichen und privaten Räumen betrifft. Sicherlich eine der Schwächen dieses Entwurfes. 

Der modulare Aufbau und vor allem die raumbildende Wirkung der Landschaft schaffen die Voraussetzungen zu einer abschnittsweisen Realisierbarkeit. Angesichts des längerfristig angelegten Entwicklungszeitraumes muss dies als wesentliche Voraussetzung zu einem robusten und resilienten Entwicklungsprozess verstanden werden.
Besonders herauszuheben ist das zentrale Quartier, welches sich durch einen spezifischen urbanen Charakter auszeichnet. Bestehende Gebäude, ein Mobility Hub und die als „Markthalle“ umgenutzte Hubschrauberhalle werden in die Entwicklung integriert. Klug gesetzte Hochpunkte wie jener zur Förde schaffen markante Merkpunkte und definieren besondere Adressen. Über einen Mix an unterschiedlichen Bebauungstypologien werden typische Hafen- und Industrietypologien hinsichtlich der Materialität (Ziegel), der Dachlandschaften (Shed- und Giebeldächer) wie der Hallenformate aufgegriffen und interpretiert.

Es entsteht eine vielfältige Bebauungsstruktur für unterschiedlichen Formen des Wohnens und des Arbeitens, die einer umgreifenden städtebaulichen und gestalterischen Leitlinie folgt. „Erkauft“ wird dieser Quartiersansatz mit einer Überbauung des Schmutzwasserhauptsammlers, was sehr hohe finanzielle Investition nach sich ziehen würde, die so nicht darstellbar sein werden. Hinzu kommt, dass die großzügigen öffentlichen (Frei-)Räume auch dazu führen, dass die Dichte innerhalb der Baufelder sehr hoch und die Abstände zwischen den einzelnen Bauten sehr gering ist. Festgehalten wird aber auch, dass sich die Konzeption bezogen auf die Bebauungstypologien wie bezogen auf die öffentlichen Räume noch einem recht konzeptionellen und frühen Stadium der Entwicklung befinden.

Wesentlich für die Qualität des neuen Quartiers ist die Uferkante mit ihrem Wechsel aus harten und weichen Kanten. Fraglich allerdings, ob die parkähnlich ausgestaltete Kante im nordöstlichen Bereich des neuen Quartiers unbedingt hätte sein müssen. Hier wäre die Ausbildung einer klareren baulichen Kante zum Wasser angemessener gewesen. 

Die Aussagen zum Energiekonzept und zur Klimaresilienz sind zum jetzigen Zeitpunkt noch relativ offen und unbestimmt. Allerdings weisen die in dem Erläuterungsbericht getroffenen Aussagen auf eine ambitionierte Haltung der Entwurfsverfasser*innen hin. Im Entwurfsstand sind die getroffenen Aussagen allerdings nicht plausibel nachgewiesen.

Die Idee

SaHo DIE KIELER KANTE
Sanierungsgebiet Holtenau Ost

Die Stadt Kiel wird ganz wesentlich von ihrem Verhältnis zum Wasser geprägt und geformt. Natur und Wirtschaft umgeben die einzigartige Kieler Förde. Vom Stadtzentrum bis zum offenen Meer begleitet die Förde den Stadtraum, die Natur und die Industrie und verliert sich erst ganz allmählich in den grünen Ufern der Ostsee. Obwohl diese drei Bausteine die Grundlage der Kieler DNA darstellen, entwickeln sie sich ohne Verknüpfung in isolierten Entwicklungsinseln.

SaHo: Die „Kieler Kante“ ist unser Vorschlag für ein neues Stadtquartier an der Kieler Förde. Ein Stadtteil, der zukunftsweisend und experimentell, aber dennoch vertraut bleibt. Die Kieler Kante greift die Grundbausteine von Kiel auf und vermischt sie radikal neu.

Wo Wald auf Meer trifft
Die Kieler Kante ist ein Stadtquartier, das nicht auf Typologien und Infrastrukturen, sondern auf Ökologie und Ökosystemen basiert. Für lange Zeit unzugänglich durch die industrielle und militärische Nutzung des Fluggeländes, werden in Zukunft Wasser und Wald wieder zusammengeführt und erzeugen ganz spezifische Wohn- und Aufenthaltsqualitäten. Die neue, grün-blaue Infrastruktur bildet die Basis für die Entstehung des neuen Stadtviertels und definiert darüber hinaus die Agenda für die zukünftige Entwicklung der Küste. Die Kieler Kante bringt Vossbrook zurück an die Uferpromenade und schafft eine Reihe von grün-blauen, ökologisch nachhaltigen und klimafreundlichen Verknüpfungen. Vorhandene Landmarken entlang der Promenade werden aktiviert und in das öffentliche Leben integriert.

 
Wasser-DNA
Aufbauend auf der traditionell starken Verbindung der Stadt Kiel zum Wasser, wird auch der neue Stadtteil Kieler Kante in jeder Hinsicht vom Wasser geprägt. Vom Meer bis zum Wald bildet das Wasser das Lebenselixier der Nachbarschaft und ermöglicht unverwechselbare Lebensqualitäten an der Kieler Förde. Das für Kiel so charakteristische Wasser wird zum Fundament für die Kieler Kante. Ein differenziertes System blauer Arterien bringt Süß- und Salzwasser zusammen und schafft neue öffentliche Räume, einzigartige Lebensbedingungen und nachhaltige Produktionsformen. Der Bau von neuen Küstensiedlungen im Kontext des Klimawandels bietet die Möglichkeit, die Agenda für eine langfristig tragfähige Entwicklung festzulegen. Die Kieler Kante greift damit die größte Herausforderung unserer Zeit auf und entwickelt aus diesem Thema die einzigartige Qualität des Projektes. Durch die Arbeit mit Gezeitendynamik, Rückhalte- und Pufferzonen ist die ökologische Resilienz von Beginn in das Konzept eingebettet und bietet damit spannende Möglichkeiten für das Leben in der Stadt.

 
Zurück in die Zukunft
Eine der wichtigsten Qualitäten des Standortes und somit auch ein elementarer Faktor für die zukünftige Identität des neuen Stadtviertels liegt in der ehemaligen militärischen und industriellen Nutzung mit ihren historische Gebäuden, Start- und Landebahnen und weiteren, vielfältigen Relikten aus der Vergangenheit. Die Kieler Kante bewahrt diese vorhandenen Strukturen, die als Zeitzeugen in das städtebauliche Konzept integriert und durch neue Nutzungen aufwertet werden. Die Kieler Kante ist nach unserem Verständnis kein Stadtteil, der von Grund auf neu aufgebaut wird, sondern die Fortschreibung einer sorgfältigen Lektüre des Ortes und seiner bestehenden Merkmale.

 
STÄDTISCHE STRATEGIE: WASSERGEMEINSCHAFTEN


Vier Nachbarschaften
Die Schnittmenge von Natur, Wasser und Geschichte bildet die Leinwand, auf der vier ganz spezifische, neue Nachbarschaften entstehen. Die einzigartige Durchmischung dieser Zutaten prägt die Identität jedes einzelnen Quartiers und verankert es mit seiner Umgebung. Die typologische Strategie innerhalb der Nachbarschaft fördert Interaktion, Durchmischung und Flexibilität. Großzügige Erdgeschosszonen sorgen für flexible Sockelbereiche, die sowohl Gewerbe- als auch Wohnnutzungen aufnehmen können und sich bei zukünftigen Änderungen jederzeit problemlos anpassen lassen.

 
Waldviertel
Das Waldviertel erhebt sich aus der Hanglage im rückwärtigen Teil des Areals aus dem bestehenden Waldgebiet. Über vielfältige Wegebeziehungen werden Verbindungen bis zum Wasser hin geschaffen und die Strandstraße als grüner Stadtboulevard definiert. In der Form eines Superblocks bietet das Waldviertel die Grundlage für einzigartige Lebenstypologien und direkte Beziehungen zur Natur.

 
Küstenblick
Entlang der südöstlichen Uferlinie bildet ein verspielter, aber robuster, barcodeartiger Rhythmus den Rahmen, auf dem sich das Quartier „Küstenblick“ entwickeln kann. Dieses Stadtgefüge ist im Osten an die Küstenpromenade angedockt und öffnet sich über Blickachsen und öffentliche Räume zum Wald, zum Boulevard und zum Hang im Hintergrund. Öffentliche Räume, gemeinschaftliche und private Höfe schaffen neue Verbindungen zwischen Wald und Meer und erweitern sich bis ins Wasser hinaus um dort neue, lebendige Stadträume zu schaffen. In dieser robusten Grundstruktur entsteht durch unterschiedliche Gebäudetypologien eine spielerische und charakteristische Skyline.

 
Wasserhöfe
Die charakteristische, streng geometrische Form des MFG5-Geländes wird zum urbanen Viertel der Wasserhöfe. Ein neuer Kiez, der das Wasser tief bis in das Herz des Quartiers bringt und jedes Wohnzimmer mit dem Wasser der Kieler Förde verbindet. Der interne Rahmen bestehender Infrastrukturen wird in ein reiches Netzwerk von Kanälen und Wasserstraßen umgewandelt, die jeden einzelnen Block miteinander verbinden. Jede Parzelle integriert Wasser auf eine einzigartige und unverwechselbare Weise und führt zu einer großen Vielfalt von unterschiedlichen Wasserhöfen.

 
Gartenhöfe
Die Gartenhöfe greifen das Gerüst aus Lagerhallen und Natur auf, das den ehemaligen Marinestandort im Norden gliedert und machen es zu einer dynamischen und flexiblen Matrix für alle Produktionsformen der urbanen und maritimen Wirtschaft. Logistische Effizienz und die Notwendigkeit, robuste Grünstrukturen bereitzustellen, formen eine einfache, aber gut erkennbare Typologie von Lagerhäusern und Werkshallen mit breiten Erschließungszonen und natürlichen Gärten.

 
Offene Gebäudestruktur
An der Kieler Kante wird nach den Prinzipien der offenen Gebäudestruktur gebaut. Die Gebäude sind in ihrer Grundstruktur auf eine flexible und austauschbare Nutzung angelegt und können problemlos an verschiedene Typologien, Funktionen und Größen angepasst werden. Auf diese Weise kann sich jedes Gebäude an die Bedürfnisse der Bewohner anpassen und sich mit der Dynamik der Stadt verändern.

 
ÖFFENTLICHE RÄUME: GRÜNBLAUER RAHMEN FÜR INTERAKTION

 
Öffentliche Plätze: Holtenau Mikado
Die linearen, streifenförmigen Strukturen der vorhandenen Start- und Landebahnen des ehemaligen Flughafens und Militärstützpunktes bilden eine charakteristische Struktur aus öffentlichen Freiflächen und Grünstreifen. Sie erstrecken sich vom Wald bis in die Kieler Förde und verbinden maßstabsübergreifend Wasser und Natur miteinander. Das Spiel aus breiten Grünflächen und öffentlichen Laufstegen verbindet die einzelnen Teile des Quartiers. Die Freiflächen bieten auf diesem Weg eine spannende, öffentliche und soziale Infrastruktur, die Straßen und Plätze der kleinen Nachbarschaften mit den großen öffentlichen Infrastrukturen verbindet.

 
Die Plaza
Mittig im Areal gelegen, bindet die Plaza die bestehenden Lagerhallen als langgezogener Platz zusammen und schafft einen zentralen Anziehungspunkt für das gesamte Areal entlang der urbanen Promenade, die das Wasser bis in den zentralen Park führt. Bestehende Gebäude auf der Plaza werden entweder umgestaltet, saniert oder neu interpretiert, um eine Reihe von öffentlichen Funktionen wie eine multifunktionale Veranstaltungshalle, ein Hotel, ein Gewerbe oder einen öffentlichen Garten einzuführen.

 
Der Grüne Weg
Ein „Grüner Weg“ verbindet alle Stadtteile miteinander und definiert darüber hinaus eine zentrale Parkstruktur am Schnittpunkt mehrerer Grünstreifen, die sich sowohl in die Gewässer des Fjords als auch in den Wald hinein erstrecken. Diese großzügige, öffentliche Grünanlage verbindet Geschichte, Natur und Wasser mit neuen, öffentlich nutzbaren Funktionen und definiert das pulsierende Herz des Kieler Kante.

 
Das Blaue Band
Die wohl wichtigste öffentliche Struktur verläuft an der Grenze von Stadt und Meer entlang der Küste. Das „Blaue Band“ erstreckt sich von den grünen Ufern in Holtenau bis hinauf zu den nördlichen Yachthäfen und bietet eine unverwechselbare Abfolge von grünen Ökosystemen, urbanem Stadtraum und Produktionsflächen. Das „Blaue Band“ ist mehr als nur eine öffentliche Promenade. Es handelt sich um eine nachhaltige Infrastruktur, die Wasserschutz mit aktiver Programmierung des öffentlichen Raumes und Renaturierung der Küste kombiniert. Es bildet die perfekte Bühne für die Interaktion der Bürger mit der Kieler Förde und schützt gleichzeitig vor Hochwasser.

 
NACHHALTIGKEIT: STADT VON MORGEN

 
Mobilitätskonzept
Das Mobilitätskonzept der Kieler Kante stellt Fußgänger, Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel an die Spitze der Hierarchie. Das Konzept basiert auf einer zukunftsweisenden Idee der Mobilität, die Land- und Wassertransport kombiniert und in den sozialen Alltag der Nachbarschaft einbettet. Der PKW-Verkehr wird eingeschränkt und konzentriert sich auf Hauptachsen des Stadtteils und die Mobility Hubs in den zentralen Quartiersknotenpunkten.

Die Mobility Hubs werden in differenzierten Größen vorgeschlagen und bilden damit ein komplexes Netzwerk, das verschiedene Konzepte und Angebote kombiniert, um eine maximale Flexibilität für die Bürger zu ermöglichen. Die zentralen, großen Hubs bündeln klassische PKW-Stellplätze mit öffentlichem Nahverkehr und Nachbarschaftslogistik. Spezielle Hubs integrieren besondere Transportmittel wie den Anleger für Fähren, während verschiedene Micro-Hubs dem langsamen Verkehr mit Parkplätze für Fahrräder und Anlegern für Wassertransporte vorbehalten sind. Die Positionierung der Mobility Hubs definiert den Übergang von der übergeordneten Infrastruktur in die Nachbarschaft. Sie sind immer an der Schwelle zwischen Straße, Platz und Park positioniert und schaffen so die Verbindung zum öffentlichen Raum der Kieler Kante.
Die Haltestellen des ÖPNV werden als wichtiges Verkehrsmittel zur Anbindung des neuen Stadtteils an die Umgebung an den wichtigen Knotenpunkten platziert und bieten damit eine optimale Erreichbarkeit. Die übergeordnete Straßenbahn fährt entlang der Strandstraße quer durch den gesamten Stadtteil und verbindet alle wichtigen Ziele innerhalb der einzelnen Quartiere mit den angrenzenden Stadtteilen. Darüber hinaus fördert die am Fahrrad ausgerichteten Infrastruktur die nachhaltige Mobilität.

Die optimale Integration der Logistik für die Gartenhöfe und das ABZ Kiel sind elementarer Bestandteil für einen funktionierenden Stadtteil. Alle Flächen sind so an die übergeordnete Infrastruktur angebunden, dass große öffentliche Räume nicht durchschnitten werden und dennoch eine optimale Erreichbarkeit gewährleistet wird.
Die Kieler Kante ist ein ausgewogener Stadtteil mit einem komplexen Mobilitätssystem, das den langsamen Verkehr und den öffentlichen Verkehr fördert, gleichzeitig jedoch Logistik und Großverkehr optimal integriert.

 
Kreislaufwirtschaft
Der Kieler Kante ist in jeder Hinsicht als eine Stadt im Sinne der Kreislaufwirtschaft konzipiert. Das Quartier wird von Beginn an auf dem Bestand aufgebaut, so dass alle Materialien vor Ort verwendet und recycelt werden. Bestehende Straßen bilden die Basis für die neue Infrastruktur oder werden in neue öffentliche Räume integriert. Militärische Relikte werden zu besonderen Aktionspunkten in den öffentlichen Räumen, Bestandsgebäude werden entweder recycelt oder saniert.

Die Kieler Kante funktioniert als Ökosystem, in dem Material- und Energieverbrauch, Stromerzeugung, Wasser und Mikroklima zusammengeführt werden, um die Auswirkungen der Stadt auf die Umwelt zu minimieren und einen komfortablen Ort für ihre Bewohner zu schaffen. Die Nachbarschaft zielt darauf ab, die Verwendung von Holz und kohlenstoffarmen Materialien zu maximieren. Auf großen Lager- bzw. Produktionsdächern und Mobilitätszentren wird Energie erzeugt und an den Mobilitätszentren in E-Batterien gespeichert, um ausreichende Reserven bei Spitzenlast zu gewährleisten. Die neu geschaffenen Kanäle und Wasserstraßen in den Wasserhöfen sind tatsächlich ein voll integriertes Gezeitenenergiesystem, das die Flut berücksichtigt und zur Stromerzeugung nutzt. Diese wiederum kann zusammen mit PV-Energie in den Mobility Hubs gespeichert werden.

Die Kieler Kante ist ein Stadtteil, der mit der Natur und ihren Prozessen im Einklang arbeitet. Der gesamte Stadtplan ist so angelegt, dass der Energieverbrauch, die Kühlkorridore und die Wiederaufbereitung von Wasser am Standort optimiert werden können. Ein weitläufiges System von begrünten Korridoren bringt kühle Luft von den Hügeln und der Umgebung sowie vom Meer ins Herz des neuen Stadtteils.
Vor allem aber fördert die Kieler Kante die soziale Nachhaltigkeit. In jedem Block und Quartier sind Räume zur gemeinsamen Nutzung und zur Förderung der Gemeinschaft vorgesehen. Mobility Hubs integrieren alle Formen der Mobilität sowie nachbarschaftliche Dienstleistungen. Kleinere Geschäfte, Büdchen und Kioske, Fahrradläden, Upcycling-Zentren und vergleichbare Angebote fördern die Nachbarschaftsbeziehungen. Zusammen mit der typologischen und architektonischen Strategie fördert dies eine inklusive und vielfältige Nachbarschaft.

 
Lebendes Labor

Die Kieler Kante ist nicht nur eine Stadt für heute, sondern vielmehr der Nährboden für die Stadt von morgen. Aus diesem Grund sind Innovation und Experiment entscheidende Aspekt des Entwurfskonzeptes. Der neue Stadtteil kombiniert bewährte Technologien und Techniken mit experimentellen und zukunftsweisenden Initiativen. Das Gartenviertel kombiniert Räume für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion, neue Mobilitäts-, Energie- oder Wirtschaftsmodelle. Die hier angesiedelten Initiativen werden von einem anspruchsvollen, dynamischen Ökosystem und den umliegenden Nachbarschaften profitieren und darüber hinaus von ihnen lernen können. Speziell ausgewiesene Räume in der Kieler Kante regen zum Experimentieren als Living Lab an.


Einzelpläne

Vogelperspektive
Entwurfsplan
Entwurfsplan

 

Visualisierung Häuser am Ufer
Visualisierung Wasserplätze zwischen Gebäuden

Die anderen Wettbewerbsarbeiten

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