Nachhaltiges Kiel

Wir machen Zukunft - Archiv

In Kiel gibt es viele engagierte Menschen, die sich mit guten Ideen und viel Tatendrang dafür einsetzen, dass unsere Fördestadt nachhaltig und zukunftsfähig wird.

Jeden Monat stellen wir ein*en Kieler Zukunftsmacher*in in einem Kurzinterview vor. Sie kennen Leute, die unbedingt dazugehören? Dann lassen Sie uns das gerne wissen.

 

Januar 2019: Katrin Kolbe - Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein

Katrin Kolbe title=
Foto: Sara Ghazi Alkoud
Was hat dich nach Kiel geführt?

Ehrlich gesagt, hatte sich Kiel als Studienort einfach ergeben. Im Sommersemester 2006 habe ich an der Chistian Albrechts - Universität den Magisterstudiengang mit Volkskunde, Politikwissen-schaft und öffentlichem Recht angefangen.

Was genau machst du?

Seit 2012 bin ich unter anderem für das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI) tätig. In verschiedenen Projekten habe ich zu entwicklungspolitischen Themen gearbeitet.

Seit dem habe ich auch die Post-Agenda-Prozesse nach Ablauf der Millenniumentwicklungsziele, sozusagen die Vorgänger der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) verfolgt. Diese Agenden bilden den Rahmen unserer Arbeit in Schleswig-Holstein und bestätigen die Forderungen der Zivilgesellschaft nach mehr Globaler Gerechtigkeit weltweit.

Anhand der SDGs können globale Herausforderungen auf konkrete Handlungsfelder heruntergebrochen werden. Das wiederum macht die Arbeit der Politik auf allen Ebenen messbar, denn die Regierungen der 193 Staaten haben sich auf diese 17 Ziele verständigt und sich dazu verpflichtet, diese umzusetzen.

Unsere Aufgabe als Zivilgesellschaft besteht darin, den Politiker*innen hinsichtlich der Agenda 2030 auf die Finger zu schauen und die Umsetzung der 17 Ziele (SDGs) zu fordern. Sie haben sich diese Ziele selber gesetzt! Wir machen zum Beispiel Parlamentarische Abende und fragen dabei konkret nach, was die Politik tut, um die Ziele zu erreichen.

Neben der politischen Arbeit führen wir auch Projekte durch, die dazu dienen, die SDGs an sich bekannter zu machen. So haben wir beispielsweise in 2017 gemeinsam mit der offenen Jugendarbeit der Räucherei in Kiel-Gaarden ein Motiv zu den SDG erarbeitet, dieses mit Hilfe von Graffitikünstlern an den Sandkrugbunker bringen lassen und das Kunstwerk dann im Rahmen eines Stadtteilfestes eröffnet.

Welche SDGs sind von deinem Engagement besonders berührt?

Wir arbeiten zu den SDGs insgesamt. Im Streben nach Globaler Gerechtigkeit ist die Agenda 2030 als Gesamtkonzept wichtig. Wenn wir den gesellschaftspolitischen Wandel wollen, müssen alle Ziele gleichermaßen umgesetzt werden. Sie hängen miteinander zusammen, ergänzen sich und werfen auch Zielkonflikte auf, die es im Sinne der SDGs zu lösen gilt.

Letztendlich ist es aber auch nur der kleinste gemeinsame Nenner der Staatengemeinschaft - ein Prozess, der in Gang gesetzt wurde, fortgeschrieben und ergänzt werden kann und sollte. Für diesen Ansatz engagieren wir uns beim Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. und daran erinnern wir auch immer wieder gerne die politischen Vertreterinnen und Vertreter im Land.

Warum findest du Nachhaltigkeit wichtig?

Nachhaltigkeit an sich ist ein weiter Begriff, der sich mit so vielen Bedeutungen füllen lässt, dass er oft inhaltslos erscheint.

Seit dem 18. Jahrhundert wird er im Kontext der Forstwirtschaft verwendet und meint heute, dass wir nicht mehr verbrauchen sollten, als nachwächst, sich regeneriert oder künftig wieder bereitgestellt werden kann – was an sich eine vernünftige Idee ist!

Für mich und im Kontext meiner Arbeit bedeutet es, dass wir versuchen, Prozesse und gesellschaftspolitische Entscheidungen so zu begleiten, dass sie nachhalten, Bestand haben und im besten Fall vernünftig und im Sinne des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung sind.

Neu ist diese Idee nicht, bereits 1992 hat sich die Weltgemeinschaft mit der Agenda 21, die nach der Umwelt-Konferenz von Rio verabschiedet wurde, auf diesen Weg gemacht. Mit Blick auf die SDGs geht es uns bei Nachhaltigkeit insbesondere darum, die drei Dimensionen - die Ökologische, Ökonomische und Soziale - möglichst in Einklang zu bringen und perspektivisch auch die Auswirkungen unserer Entscheidungen auf die Entwicklungen im globalen Süden mit in den Blick zu nehmen.

Kiel 2030 - was ist Deine Vision für unsere Stadt?

Dass Konzepte zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 2030 ernst genommen werden.

Kleine lokale Projekte, Aktionen und Initiativen sind auch wichtige Impulsgeber, aber sie verändern nicht unsere gesellschaftspolitischen Strukturen!

Das können nur Politik und Verwaltung erreichen. Ich weiß, dass es eine Vielzahl von Zielkonflikten gibt. Daher brauchen wir Menschen, die mutig sind, Entscheidungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu treffen und auch umzusetzen.

Derzeit wird in bester Lage zur Förde, am alten ZOB, ein Parkhaus gebaut – wie wäre es stattdessen mit einem Mobilitätskonzept mit dessen Hilfe ein neues Parkhaus in der Innenstadt gar nicht gebraucht werden würde? Aber dies ist nur eines von vielen möglichen Handlungsfeldern für die Landeshauptstadt Kiel.


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Kontakt

Stefanie Skuppin
Leiterin des Büros des Stadtpräsidenten

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Frauke Wiprich
Koordinatorin kommunale Entwicklungspolitik

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