KulturSpuren Dänemark: Rundgang

Parkfriedhof Eichhof

Jens Immanuel Baggesen (Quelle: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek)

Grabmal von Jens Immanuel Baggesen
(* 1764 in Korsør, Dänemark, † 1826 in Hamburg)

Jens Baggesen, in Dänemark bis heute als Schriftsteller geschätzt und viel gelesen, ist in Deutschland eher unbekannt. Gleichwohl nimmt er eine herausragende Stellung in der dänisch-deutschen Kulturgeschichte ein: Er schrieb nicht nur sowohl auf Dänisch als auch auf Deutsch, sondern war seit 1811 auch der erste Professor für dänische Literatur an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Als Anhänger der Aufklärung galt sein Interesse dem friedlichen kulturellen Austausch und der Zusammenarbeit der beiden Nationen.

Bereits 1789 besuchte Baggesen Kiel und war von Umgebung, Gebäuden und seinen Bekanntschaften in der guten Gesellschaft begeistert. Er befand sich auf einer Reise von Kopenhagen nach Basel, die er in seinem wohl bekanntesten Werk, der Erzählung „Labyrinten“ (dt. „Das Labyrinth“), literarisch verarbeitete. Er hatte Kontakt zu bekannten deutschen Schriftstellern wie Schiller und Klopstock.

Jens Baggesens Grabstein (Quelle: Julia Fendler)
Kapelle auf dem Parkfriedhof Eichhof (Quelle: Julia Fendler)

Zeitlebens war Baggesen bei schlechter Gesundheit und suchte Linderung in verschiedenen Kurorten. Auf der Heimreise nach Kopenhagen von einer Kur in Marienbad starb er 1826 in einem Hamburger Spital.

Er wurde auf dem Kieler St.-Jürgen-Friedhof bestattet. Nach der Zerstörung des St.-Jürgen-Friedhofs im Zweiten Weltkrieg wurden Baggesens Gebeine auf den Parkfriedhof Eichhof in Kronshagen umgebettet, wo heute sein gemeinsames Grabmal mit Ehefrau Sophie auf dem Kapellenvorplatz steht.

Ein Teil von Baggesens Korrespondenz und Manuskripten befindet sich heute in der Nachlasssammlung der Kieler Universitätsbibliothek. Darin enthalten sind auch die Tagebücher, in denen er seine Reise nach Kiel im Jahr 1789 beschreibt.

Der Parkfriedhof Eichhof an der Grenze von Kiel und Kronshagen ist mit 39 Hektar der größte Friedhof Schleswig-Holsteins. Im Jahr 1900 eingeweiht, sollte er sicherstellen, dass der Bedarf an Begräbnisplätzen der ständig wachsenden Stadt Kiel gedeckt war. Auf dem als Park angelegten Friedhof gibt es eine Vielzahl von Pflanzen- und Vogelarten.

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