Tiergehege: Höhepunkte im Jahresverlauf

.....sind unsere kältesten Monate im Jahr. Bei Dauerfrost, Eis und Schnee verwandeln sich die Tiergehege in eine romantische Winterlandschaft. Die Tiere werden nun täglich gefüttert und zeigen sich dadurch sehr zutraulich.

Die Rothirsche werfen ihre Geweihstangen ab und schieben sofort einen neuen Kopfschmuck nach. Die neuen Stangen wachsen dabei über einen halben Zentimeter pro Tag in die Länge.

Im April werfen auch die Damhirsche ihr Schaufelgeweih ab. Die beiden kreisrunden Wunden am Kopf der Hirsche heilen innerhalb von wenigen Tagen von den Rändern her zu und es bildet sich dort sofort ein neues Geweih, das täglich sichtbar länger wird.

Die Tiergehege befinden sich in landschaftlich sehr reizvollen Teilen Kiels. Der Anblick verändert sich im Mai sehr stark. Überall grünt es, die Bäume schlagen aus und durch die Wärme kehrt das Leben zurück. Ein Spaziergang wird zu einem besonderen Erlebnis.

Im späten Frühjahr werden die Gehege zur Kinderstube. Viele Muttertiere "setzen" nun ihre Kinder in die Welt und sorgen sich rührend um deren Wohlergehen. Die Jungtiere werden gesäugt und lernen bei ersten Ausflügen ihre Welt kennen. Neben Phasen von hoher Aktivität, in denen die Jungtiere ausgelassen umherspringen, gibt es auch lange Ruhephasen, denn zum Wachsen müssen die Kleinen auch viel schlafen.

Das Geweihwachstum der Rothirsche ist jetzt abgeschlossen. Die äußere Bastschicht ist abgestorben und wird an Gehölzen ab-"gefegt". Zum Kämpfen wird der Hirsch sein neues Geweih erst in der Brunft brauchen und bis dahin wird er sich noch viel "Feist" anfressen müssen, damit er diese Anstrengung überstehen kann. Diese sogenannten „Feisthirsche“ sieht man deshalb nur fressen und ruhen.

Auch die Damhirsche fegen jetzt die äußere Bastschicht von ihrem Geweih. Die z.T. blutigen Hautreste hängen dabei noch einige Tage am Geweih. Doch schmerzhaft ist diese Prozedur nicht, weil die Haut nicht mehr lebt und das Geweih selbst aus gefühllosen Knochen besteht.

Nun beginnt die Brunftzeit der Rothirsche. Er wiegt in dieser Zeit ca. 150 kg und röhrt beeindruckend. Der Rothirsch schart ein Rudel weiblicher Tiere um sich und verteidigt diese eifersüchtig.

Im Oktober ist Hochzeitsfest in den Kieler Tiergehegen, denn nun beginnt die Damwildbrunft. Ein Spaziergang durch die Kieler Tiergehege lohnt sich zwar immer. Aber insbesondere im Herbst ist neben dem bunten Laub der Bäume auch noch die Damwildbrunft ein echter Höhepunkt.

Alljährlich gegen Ende Oktober findet das Hochzeitsfest des Damwildes statt. In den Tiergehegen Tannenberg, Suchsdorf, Uhlenkrog und Hammer wird die futterzahme Hirschart mit dem Schaufelgeweih gehalten. Die Damwildbrunft verläuft anders als beim etwas stattlicheren Rotwild. Der Brunftruf des Damhirsches ist weniger spektakulär als bei seinem großen Vetter dem Rothirsch. Die grunzenden Rufe sind kürzer und ein wenig monoton, aber dennoch beeindruckend.

Der im Gegensatz zum Rothirsch mit 100 Kilo deutlich leichtere Damhirsch gräbt eine flache Brunftgrube, in welche er zur Verstärkung seines Brunftgeruchs uriniert und sich darin niederlässt. Der Geruch zieht die weiblichen Damtiere an und sie besuchen den Schaufler.

Natürlich liegt der Damhirsch nicht nur faul in seiner Grube, denn schließlich muss auch er seine Damen glücklich machen, Nebenbuhler vertreiben und manchmal gibt es auch einen kurzen Brunftkampf bei dem die Geweihschaufeln krachend gegeneinander geschlagen werden. Während der Brunftzeit reduziert der Damhirsch seine Nahrungsaufnahme auf ein Minimum. Er lebt von den Fettreserven, die er sich im Sommer angefressen hat.

Die Brunftzeit bei dem Muffelwild ist stiller, da es keinen spektakulären Brunftschrei gibt. Doch dafür kann man das Zusammenschlagen der Hornschnecken von weitem hören, wenn die Widder um ihre weiblichen Schafe kämpfen.

Nun beginnt die Rauschzeit bei Familie Wildschwein. Unter Rauschzeit versteht man die Begattungszeit bei den Wildschweinen. Der Keiler weicht dabei seiner jeweils auserwählten Bache nicht von der Seite. Nach einer Tragzeit von drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen stellt sich der Nachwuchs ein. Wegen der guten Lebensbedingungen in den Tiergehegen nehmen es unsere Wildschweine mit dem Termin der Rauschzeit nicht so genau.

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