An der Nordkante. Der Mensch in der finnischen Gegenwartskunst

Ausstellungseröffnung am Freitag, 1. März um 19 Uhr

Samstag, 2. März 2019, 11 Uhr bis 17 Uhr

Stadtgalerie Kiel

Andreas-Gayk-Straße 31, 24103 Kiel

Barrierefreier Zugang


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Die Ausstellung „An der Nordkante“ widmet sich mit neun aktuellen künstlerischen Positionen der Darstellung des Menschen in der finnischen Gegenwartskunst. Auch im hohen Norden gehören die Wiedergabe der Rolle und der Verortung des Menschen mit seiner Identität als Individuum und in der Gesellschaft nach wie vor zu den zentralen Themen der Kunst. In der sich rasch verändernden Welt haben sich auch hier neben traditionellen Bildformen neue Aspekte und Ausdrucksmittel durchgesetzt, nicht zuletzt wegen der erweiterten technischen Möglichkeiten auf dem Gebiet der neuen Medien.

Die Ausstellung offenbart mit Beispielen aus den Gattungen der Malerei, Skulptur, Fotografie und Video ein weites Feld der künstlerischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven. So wird uns der Mensch hier in unterschiedlichen Lebensräumen und Lebenssituationen vor Augen geführt.

Die dokumentarischen Fotografien von Vesa Ranta zeigen Menschen in abgelegenen, von Landflucht betroffenen Dörfern. Sie führen ihr einfaches Leben an der Nordkante des Landes, in starkem Kontrast zu dem globalisierten, urbanen Treiben Helsinkis. Die Fotografin Nelli Palomäki setzt die klassische Gattung der Porträtfotografie in neuer Frische fort, indem sie sehr einfühlsam und berührend, meist in schwarz-weiß, Kinder und Jugendliche ablichtet. Das Metier von Aino Kannisto und Anni Leppälä ist die inszenierte Fotografie, allerdings mit sehr unterschiedlichen Konzepten. Aino Kannisto fungiert selbst als ihre eigene Protagonistin in immer neuen Rollen. In den rätselhaften und stillen Fotos von Anni Leppälä wiederum scheinen junge Frauen in einer Welt zwischen Traum und Wirklichkeit zu weilen.
Die in der Tradition des „bad painting“ zum Teil mit groteskem Humor gewürzten Figuren des Malers Janne Räisänen sind von der ganzen Vielfalt der aktuellen Kultur- und Subkultur sowie von seinen vielen Reisen inspiriert.
Sami Lukkarinen malt „Pixelporträts“ in Selfie-Manier, in denen er die Beziehung zwischen digitalem Image und Gemälden fokussiert. Die Fotografin und Filmemacherin Marja Helander, die samische Wurzeln hat, lässt in ihrem Kurzfilm „Birds in the Earth“ zwei Balletttänzerinnen kritisch, aber auch mit feinem Humor die umstrittene Frage des Landbesitzes in Lappland, dem traditionellen Wohngebiet der Samen erkunden. Das Künstlerduo Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen hat für seine interaktive Videoinstallation „101 für Alle“ 100 Durchschnittsfinnen besucht und ihnen Fragen zu teilweise umstrittenen Themen gestellt. Dabei mussten sie feststellen, dass auch in Finnland die Einstellungen der Menschen zu kritischen Fragen extrem kontrovers sind. Die aufdringliche Bodeninstallation von Kaisaleena Halinen konfrontiert den Betrachter mit einer Reihe von Betonbüsten, die in schwarze Sturmhauben eingemummt sind. Wofür dieser Identitätsschutz dient, muss der Betrachter für sich selbst entscheiden.

Künstlerinnen und Künstler:
Kaisaleena Halinen, Marja Helander, Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen, Aino Kannisto, Anni Leppälä, Sami Lukkarinen, Nelli Palomäki, Janne Räisänen, Vesa Ranta.

Mit freundlicher Unterstützung des Finnland-Instituts in Deutschland, Berlin.


Abb: Vesa Ranta, Cowboys, Simo und Jyrki, 2016


 

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