Ranuccio Bianchi Bandinelli. Archäologie und Kultur in Italien vor und nach dem zweiten Weltkrieg – Vortrag der Freunde der Antike e.V.

Im Archiv - Veranstaltung vom 12. Dezember 2019

Antikensammlung

Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel


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Prof. Dr. Marcello Barbanera (Rom)

Mit dem Ersten Weltkrieg ging eine Epoche der italienischen Archäologie zu Ende. Die philologische Archäologie fand ihre Verteidiger nur noch unter der alten Generation, ansonsten folgte die Disziplin unterschiedlichen Direktiven wie positivistischen Ansätzen oder der philologischen Archäologie, und in einigen Bereichen setzte sich der Idealismus Benedetto Croces durch. Dies waren auch für Ranuccio Bianchi Bandinelli (1900-1975) die Lehrjahre an der Universität, dessen Einfluss auf die italienische Archäologie wiederum prägend werden sollte durch. Nach seiner Doktorarbeit über Clusium, regte sich Bianchi Bandinellis Interesse für die römische Kunst, die ihn für die längste Zeit beschäftigen sollte. Sie wird bereits im Spannungsfeld von hellenischem Element und italischem Beitrag gesehen. Die etrusko-italische Strömung wird also als ein grundlegender Bestandteil der römischen Kunst gesehen, über ihre gesamte Entwicklung hinweg, bis in die Spätantike und den Übergang in die mittelalterliche Kunst. Bianchi Bandinelli war eine emblematische Figur im Panorama der Kunstgeschichte und der italienischen Kultur, der nicht nur grundlegende methodische und kritische Vorschläge auf dem Gebiet der etruskischen, römischen und griechischen Archäologie vorgebracht hat, sondern auch bedeutende Eingriffe in die Rolle und Funktion des Archäologen als Historiker, in das Verhältnis zwischen philologischer Untersuchung, stilistischer Interpretation und sozialer Kunstgeschichte. Geborener Aristokrat, Kommunist aus Wahl, durch historisch-kritische Untersuchungen und Überwindung der Grenzen der Ästhetik Croces nähert er sich der marxistischen Soziologie durch historischen Materialismus und leitet eine grundlegende Revision der Geschichte der klassischen Kunst ein. Durch diese außergewöhnliche intellektuelle Figur die, ein intensives Leben mit wichtigen Begegnungen getrieben hat, kann man eine ganze Epoche der italienischen Kultur rekonstruieren.

Mitglieder der Freunde der Antike: frei

Nichtmitglieder: € 2,50

Studenten/Schüler: freier Eintritt

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Quelle

Antikensammlung in der Kunsthalle zu Kiel
Manuel Flecker