Preisträger*innen 2020

Zwei Preisträger*innen im Wettbewerb um den Jungen Kulturpreis Kiel  2020

Der erste Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro geht an die Schülerin Martha Ludwig für ihr Kunstprojekt „Ein Goldlaufkäfer als Marionette". Die 17-Jährige gestaltet seit mehr als zwei Jahren künstlerische Tierobjekte, deren vorläufiger Höhepunkt ein naturgetreu nachgebildetes Marionetten-Insekt darstellt.

Den zweiten Preis in Höhe von 500 Euro erhält das Sinfonieorchester am Ernst-Barlach-Gymnasium für das Konzertprojekt „Digital diesmal". Statt des großen Jahreskonzertes im Kieler Schloss, das pandemiebedingt ausfallen musste, erstellten die 54 jungen Orchestermitglieder eigene Musikvideos, die sie zu einem filmischen Gesamtkunstwerk zusammenfügten und online präsentierten.

Bereits zum zweiten Mal musste die feierliche Preisverleihung vor Publikum im KulturForum der Stadtgalerie Kiel abgesagt werden. Zwei Filme stellen die Preisträger*innen und ihre Projekten nun vor. Bürgermeisterin und Kulturdezernentin Renate Treutel würdigt die Preisträger*innen und überreicht die Urkunden in einer Videobotschaft.



Martha Ludwig

Das Filmporträt über Martha Ludwig wurde von Moritz Boll, Preisträger 2012, erstellt.


Von der Tonform zum Marionetten-Insekt
Image Slider Alt Text
Tonform
1/5
Image Slider Alt Text
Gipsnegativ
2/5
Image Slider Alt Text
Kopf und Thorax von unten
3/5
Image Slider Alt Text
Käfer mit Marionettenkreuz
4/5
Image Slider Alt Text
Käfer in Aktion
5/5

In der Begründung der Jury heißt es:

Über einen Zeitraum von zweieinhalb Monaten konstruierte und fertigte Martha Ludwig eine überdimensional große Marionette eines Goldlaufkäfers.
Das naturgetreue Marionetten-Insekt bildet den vorläufigen Höhepunkt einer Reihe von Tierobjekten, die die 17-Jährige seit mehr als zwei Jahren anfertigt.

Nachdem Martha Ludwig bisher vornehmlich Säugetiere aus Stoff, Filz und Draht gestaltet hatte, verwendete sie beim Bau des Käfers neue Materialien und erprobte neue Techniken. Mit bemerkenswertem Forschergeist beobachtet und studiert sie Tiere, um ihre Studien in Kunstprojekte umzusetzen. Ihre Leidenschaft für Insekten begann bereits im Grundschulalter.
Von den ersten Konstruktionsskizzen über das Modellieren einzelner Körperteile aus Ton, dem Erstellen der Negativformen bis zur endgültigen Fertigung der Marionette aus Pappmaschee, Holz, Draht, Knetmasse, Sprungfedern und vielem mehr, dokumentierte Martha Ludwig jeden gelungenen und auch misslungenen Arbeitsschritt gewissenhaft. Entstanden ist eine detailreiche, naturgetreue und überaus lebendige Nachbildung eines Goldlaufkäfers.
Ihr unermüdliches Streben Neues zu schaffen, sich technisch zu vervollkommnen und alle Aspekte ihrer Arbeit zu durchdringen, sind Ausdruck eines intensiven künstlerischen Prozesses, der normalerweise nur bei reifen Künstler*innen zu beobachten ist.

Martha Ludwig ist eine selbstständig arbeitende und sich stetig entwickelnde junge Künstlerin, deren Tierdarstellungen schon jetzt ein hohes gestalterisches Niveau erreicht haben. Nach Meinung der Jury: Die besten Voraussetzungen für eine erfolgversprechende künstlerische Karriere.



Sinfonieorchester am Ernst-Barlach-Gymnasium

 Zum Sinfoniekonzert "Digital diesmal"

 

Die Dreharbeiten zu "Digital diesmal"
Streichensemble an der Förde
Streicher*innen an der Förde
1/5
Bläserensemble im Wald
Musik im Wald
2/5
Musik auf den Schienen
Musik auf den Schienen
3/5
Musik am Fleet
Wassermusik
4/5
Schattenensemble
Schattenspiel
5/5

Die Begründung der Jury lautet:

In einem besonderen Jahr stehen 54 junge Musiker*innen vor einer besonderen Herausforderung: Das traditionelle Sinfoniekonzert kann pandemiebedingt nicht zum 51. Mal im Kieler Schloss stattfinden.

Statt es ausfallen zu lassen, nehmen die Jugendlichen die Herausforderung an und stellen in kurzer Zeit ein Online-Ersatzkonzert auf die Beine. In kleinen Ensembles auf sechs Musikstücke von Elgar über Grieg bis Satie verteilt, erarbeiten sie die Musik, spielen sie ein, visualisieren sie mit eigenen Videos, fügen Bild und Ton synchron zusammen, schneiden daraus einen Film mit über einer Stunde Länge. Am Ende steht das Gesamtkunstwerk „Digital diesmal“, das immer noch auf YouTube einzusehen ist. Dabei findet jede Gruppe – nahezu ohne Hilfe des Lehrkörpers – eigene, spannende, intelligente, mal witzige, mal ernste, immer kreative Zugänge zu der Musik und ihrer Vermittlung.

Prozess und Ergebnis sind sehenswert, hörenswert und absolut preiswürdig.