Wissenschaftspreis 2003

Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herbert Giersch

Die Landeshauptstadt ehrt einen Wirtschaftswissenschaftler für sein Lebenswerk. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herbert Giersch erhält den Wissenschaftspreis 2003.

Herbert Giersch, Jahrgang 1921, gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Ökonomen der Nachkriegszeit. Er studierte in Breslau, Münster und Kiel Volkswirtschaftslehre. Nach einer Professur an der Universität Saarbrücken und seiner Mitgliedschaft im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wurde er im Jahre 1969 als Nachfolger Erich Schneiders als Professor an die Christian-Albrechts-Universität berufen.

Die Professur sowie die Präsidentschaft des Instituts für Weltwirtschaft bekleidete er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1989. In diesen Funktionen prägte er das Profil des Standortes Kiel im Bereich der Wirtschaftswissenschaften sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der internationalen Fachwelt.

Engagiert warnte er vor möglichen Fehlentwicklungen und verfasste wirtschaftspolitische Konzepte zu ihrer Vermeidung. So widersprach er der Auffassung von Wirtschaftspolitikern, mit staatlichem Interventionismus und „Deficit Spending“ die Arbeitslosigkeit beseitigen und die Wirtschaft global in Vollbeschäftigung steuern zu können. Stattdessen betonte er, dass es die mikroökonomischen Mechanismen seien, die das Wirtschaftsgeschehen bestimmten und die Menschen zu wirtschaftlichem Verhalten stimulierten.

Stets betonte er die zentrale Wichtigkeit der Geldwertstabilität für eine prosperierende Wirtschaft. Sehr früh wandte er sich auch gegen das Bretton-Woods-System fester Wechselkurse, weil die Weltwirtschaft nach einem System flexibler Wechselkurse verlange.

Mit zahlreichen Aufsätzen und Büchern, die sich durch analytische Schärfe und exakte Formulierungen auszeichnen und auch Fachfremden verständlich sind, erwarb sich Herbert Giersch eine herausragende Reputation im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Unter seiner zwanzigjährigen Leitung konnte das Kieler Institut für Weltwirtschaft seinen Platz als führendes deutsches Wirtschaftsinstitut behaupten und weiter ausbauen.

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