Holstein-Stadion Umbau
Die Landeshauptstadt Kiel benötigt mehr denn je ein modernes, für die Bundesliga taugliches Fußballstadion. Das Holstein-Stadion soll weitreichend umgebaut werden.
Die Profifußballmannschaft (Herren) von Holstein Kiel spielt seit 2017 in der Bundesliga oder der 2. Bundesliga. Seitdem gibt es den Wunsch des Vereins und seiner Fans sowie die Forderung der Deutschen Fußball Liga, das Holstein-Stadion für einen Spielbetrieb der Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 e.V. entsprechend der Regularien für Bundesliga-Stadien anzupassen.
Der Plan
Ein modernes, leistungsfähiges Stadion stärkt den Sportstandort Kiel und fördert die Identifikation vieler Menschen mit unserer Stadt.
Mit dem umfassenden Umbau entsteht nun ein zusammenhängender, moderner Baukörper mit klarer architektonischer Handschrift und maritimem Bezug, der das Stadion auch optisch stärker in das Stadtbild einbettet. Die rippenartige Dachkonstruktion erinnert an den Schiffsbau und knüpft so an die Kieler Identität an.
Der Umbau des Stadions ist ein wichtiges Zeichen für die Weiterentwicklung der Kieler Sport-Infrastruktur und für die Zukunft des Traditionsvereins Holstein Kiel.
Visualisierungen: Arge HPP/Ax5
Zahlen & Fakten
- Platz für 22.087 Zuschauer*innen; rund 44 Prozent Stehplätze, 56 Prozent Sitzplätze
- Barrierefreiheit: Das Gelände wird von der Projensdorfer Straße und vom Westring aus um drei Prozent in Richtung Spielfeld angehoben, um eine barrierefreie Zuwegung zu schaffen; 64 Rollstuhlplätze und 60 Plätze für sehbehinderte Fans
- Nachhaltigkeit: Bestmöglicher Erhalt bestehender Infrastruktur (Kioske, Sanitärbereiche, technische Anlagen). Verschieben der Spielfläche um 7,45 Meter nach Westen schont Ressourcen. Die künftige Dachfläche ist geeignet für Photovoltaik.
- Finanzrahmen: 75 Millionen Euro netto; davon bis zu 20 Millionen Landes-Fördermittel, 20 Millionen private Mittel, 10 Millionen Anteil der Stadt und 25 Millionen Kreditmittel
- Möglicher Baustart: 2. Quartal 2026 mit vorbereitenden Maßnahmen. Holstein spielt die Saison im Stadion mit voller Kapazität zuende.
Das Holstein-Stadion wurde unter dem Namen „Holstein-Platz“ am 15. Oktober 1911 als Sportplatz mit einer Holztribüne für 200 Zuschauer*innen eröffnet. Nach mehreren Erweiterungen fasste das Stadion 1943 etwa 18.000 Zuschauer*innen.
Durch mehrere Bombentreffer wurde das Stadion im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Die nötigen Aufbauarbeiten zogen sich bis zum Sommer 1949 hin, zu diesem Zeitpunkt bot das Stadion ca. 20.000 Zuschauer*innen Platz. Zusätzlich wurden eine dritte Tribüne für rund 1.000 Zuschauer*innen sowie Geschäftsräume, ein Klubheim, Umkleideräumen, Waschräumen, Massageräume, eine Platzwärterwohnung und ein Raum für die Heizungsanlagen erbaut. Am 28. Juni 1950 wurde die heutige Haupttribüne aus Stahlbeton eingeweiht. 1965 wurde der „Holstein-Platz“ in das „Holstein-Stadion“ umbenannt.
In prekärer finanzieller Lage verkaufte der Verein das Stadion 1973 an die Stadt, die zwei Jahre später erstmals einen Stadionzaun, neue Sitzbänke und verbessertes Flutlicht errichten ließ. Nach einer Renovierung des Stadions und der Tribünen gab es nur noch Platz für 13.500 Zuschauer.
Im Frühjahr 2004 wurde an die Haupttribüne der heutige Gastronomiebereich mit dem dazugehörigen VIP-Bereich angebaut, welcher seitdem mehrmals erweitert worden ist.
Nachdem das DFB-Kontrollgremium 2005/2006 mit einem Lizenzentzug drohte, wurden mehrere Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. Dazu gehörten die Entfernung von Betonstufen sowie die Schaffung neuer, überdachter Stahlrohr-Tribünen. Zusätzlich wurde die 107 Meter lange Nordtribüne mit 954 Sitzplätzen ausgestattet und von zwei Stehplatzblöcken für je 1.200 Zuschauer eingerahmt. Die alte Westkurve wurde durch eine 79 Meter lange neue Tribüne ersetzt und mit 3.380 Stehplätzen ausgestattet. Die Stehplatzränge in der Ostkurve wurden mit Wellenbrechern und rund 400 Meter neuem Zaun versehen. Es kam zur Neugestaltung der Wege zum Stadion, die nunmehr getrennte Zugänge für Spieler*innen, Schiedsrichter*innen und sonstige Offizielle ermöglichten. Außerdem wurden neue Kioske, WC-Anlagen und ein Polizeicontainer aufgestellt.
Um Sicherheitsauflagen gerecht zu werden, wurden Spielfeldbeleuchtung, Pufferzonen in den Blöcken, neue Rettungs- und Fluchtwege, Sicherheitsbeleuchtung inklusive Ersatzstromversorgung, die Befestigung der Parkflächen, eine Videoanlage, eine Sicherheitszentrale sowie medientechnische Einrichtungen erbaut beziehungsweise erneuert.
Im Jahr 2011 hing erstmals eine 40 m² große digitale Anzeigetafel in der Gästekurve. Ende 2013 wurde die Drainage erneuert und das Spielfeld mit einer Rasenheizung ausgestattet. Zwei Jahre später wurden brandschutzbedingt weitere Umbaumaßnahmen nötig. Dazu zählten neue Spundwände, neue Gastroangebote und neue Toilettencontainer. An der Rückseite der Gegengerade wurde der Weg um etwa zehn Meter erweitert, ein neuer Zugang vom Fögeplatz zu den Sitzblöcken K1 bis K3 erbaut und größere Dachüberstände zum Schutz vor Regen errichtet. Die Seitenenden der Stehblöcke I und J wurden zum Schutz vor Wind mit Wellblechmatten versehen, der nicht überdachte Stehbereich G komplett neu gepflastert, bestuft und ebenfalls mit neuen Wellenbrechern versehen und dahinter die Polizeileitzentrale umgebaut. Die Gesamtkapazität des Stadions verringerte sich auf offiziell 10.200 Plätze.
Im Jahre 2017 wurde das Flutlicht ausgebaut sowie Umkleidekabinen, Mixed Zone und ein Pressebereich gebaut sowie die Haupt-, West- und Nordtribüne erweitert. Ein Jahr später wurde die Ostkurve abgerissen. Neben der Haupttribüne wurde eine Zusatztribüne mit rund 300 weiteren überdachten Sitzplätzen errichtet. Als Ersatz für die Osttribüne wurde eine provisorische Stahlrohrtribüne für insgesamt 7.000 Personen erbaut, um auf eine Kapazität von über 15.000 Zuschauer*innen zu kommen. Seit 2019 verfügt das Stadion über zwei gegenüberliegende LED Anzeigetafeln, die vom Verein angemietet worden sind.
Hinzu kommen ein neuer Kreisverkehr an der Ostseite des Stadions, neue barrierefreie Bushaltestellen, weitere Fahrradstellplätze und neue Geh- und Radwege, die 2020 gebaut worden sind. Zudem wurde vom Verein ein Hybridrasen angelegt.
- DRS 0784/2024: Veröffentlichung der europaweiten Ausschreibung zur Vergabe von Planung und Bau vom Holstein-Stadion
- DRS 1306/2023: Anpassung der Gesellschaftsverträge der KSSG
- DRS 0871/2023: Gründung der Kieler Sportstätten- und Stadiongesellschaft mbh & Co KG (KSSG)
- DRS 1125/2022: Neubau Holstein-Stadion – Neuorganisation der Projektstruktur, Prüfungsauftrag zur Gründung einer städtischen Stadiongesellschaft und Anpassung der Stadionplanung
- DRS 0670/2022: Sachstand und weiteres Verfahren zum Projekt Holstein-Stadion
- DRS 0612/2022: Bebauungsplan Nr. 1014 Holstein-Stadion (Satzungsbeschluss)
- DRS 0541/2021: Neubau Holstein-Stadion – Ausschreibung eines Konzepts für die Nutzung und Ertüchtigung des Holstein-Stadion im Rahmen eines langfristen Überlassungsvertrages
- DRS 0447/2021: Neubau Holstein-Stadion – Sachstand zum Verfahren außerhalb des Bauleitplanverfahrens
- DRS 0582/2018: Erweiterung Holstein-Stadion: Herstellung der Zweitligatauglichkeit - Sachstand Kosten
- DRS 0871/2017: Holstein-Stadion - Sachstand -
- DRS 0660/2017: Erweiterung Holstein-Stadion: Herstellung der Zweitligatauglichkeit
- DRS 0525/2017: Umbau Holstein-Stadion zur Herstellung der Zweitligatauglichkeit
Die Landeshauptstadt Kiel hat nach Ratsbeschluss die Kieler Sportstätten- und Stadiongesellschaft mbH & Co. KG (KSSG) gegründet, mit der sie eine Ertüchtigung des Holstein-Stadions plant, um den lizensierungsspezifischen Anforderungen für den Spielbetrieb in der Bundesliga und 2. Bundesliga gerecht zu werden.
Ziel ist ein modernes Fußballstadion, das nicht nur den infrastrukturellen Anforderungen entspricht, sondern auch die Attraktivität des Sportstandorts Kiel weiter steigert. Dabei sollen Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele ebenso wie Diversität, Inklusion und Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigung berücksichtigt werden.




