Gleichstellung

Gewalt und ihre Auswirkungen

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist nach wie vor ein entscheidendes Hindernis für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter.

Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums üben überwiegend Partner und / oder Verwandte / nahestehende männliche Personen gewalt gegenüber Frauen und Mädchen aus. Das reicht von psychischer über physische bis hin zu sexualisierter Gewaltausübung. Bundesweit ist jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben davon betroffen.

In Studien zur sexualisierten Gewalt gilt bei Vergewaltigungen die Bemächtigung und Unterdrückung des weiblichen Opfers als stärkstes Motiv. (vgl. Harten 1995; Seifert 1993).

Alle Formen der Gewaltausübung haben nicht nur weitreichende Auswirkungen auf die betroffenen Frauen, beispielsweise auf ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit und ihre Gesundheit, sondern auch auf die Familie. Die Auswirkungen häuslicher Gewalt sind insbesondere für Kinder und Jugendliche massiv.

Schutz vor Gewalt

Das sogenannte Gewaltschutzgesetzt, das seit 2002 in Kraft ist, ermöglicht es Zivilgerichten, Näherungs- und Belästigungsverbote gegenüber Personen auszusprechen, die andere in ihrer Freiheit und Gesundheit bedrohen. Es räumt der bedrohten Person ein, die gemeinsame Wohnung zeitweise alleine nutzen zu können.

In bestimmten Bundesländern hat die Polizei auch die Möglichkeit den Täter (oder in Einzelfällen die Täterin) der Wohnung zu verweisen. Allerdings kann das oben genannte Näherungsverbot durch das Sorge- und Umgangsrecht unterlaufen werden, denn der rechtmäßige Kontakt des Vaters zu den Kindern beinhaltet natürlich auch den Kontakt zur Mutter.

Bei Gerichtsverhandlungen bezüglich des Sorge- und Umgangsrechtes muss also dringend ein Gewaltschutzverfahren Berücksichtigung finden. Neben dem Schutz der Mutter ist es ebenso notwendig, das Kindeswohl nicht zu gefährden.

Wer Ihnen helfen kann

Schutz vor gewalttätigen Personen im persönlichen Umkreis bieten Frauenhäuser, Zufluchtswohnungen, Notrufe und Beratungsstellen.

Ansprechpartnerinnen finden Sie auf der Website des Verbundes der feministischen Mädchen- und Frauenfacheinrichtungen in Kiel.

Unterstützung für Frauen in Not bietet das kostenfreie Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter der Nummer: 08000 116 016

Sexualisierte Gewalt an Jungen und Männern

Lange Zeit verdrängt und verschwiegen, kommen in der Vergangenheit immer neue Berichte an die Öffentlichkeit, die den sexuellen Mißbrauch von Jungen und Männern thematisieren. Dieser Missbrauch geschieht, wie bei Mädchen und Frauen auch, zum großen Teil im (familiären) Nahbereich, aber auch an Schulen oder in der Kirche.

In Deutschland gibt es nur wenige Therapieangebote für männliche Opfer und ihre Vertrauenspersonen. In Kiel hilft die Informations- und Beratungsstelle für männliche Betroffene von sexueller Gewalt den Ratsuchenden weiter.

Kontakt

Landeshauptstadt Kiel
Die Gleichstellungsbeauftragte /
Referat für Gleichstellung
Andreas-Gayk-Straße 31
24103 Kiel

 

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag 9-15 Uhr

Freitag 9-12 Uhr

Eine vorherige telefonische Terminvereinbarung ist empfehlenswert

 

Referat für Gleichstellung

0431 901-2056