Meldung vom 7. November 2018

Gesunde Fachkräfte für gesunde Kinder in den Kitas der Landeshauptstadt Kiel

Die Arbeit in einer Kindertageseinrichtung ist kein Kinderspiel. Vor allem in den letzten Jahren hat sich die Arbeitsbelastung deutlich erhöht durch gestiegene Ansprüche an frühkindliche Bildung, mehr jüngere Kinder, größere Einrichtungen und wachsende Teams, hinzu kommt der Fachkräftemangel. Und häufig ist es auch recht laut in der Kita. All das zehrt an der Gesundheit der Fachkräfte. Dem begegnet die Landeshauptstadt Kiel nun mit einem dreijährigen Gesundheitsprojekt für die 37 städtischen Kitas inklusive drei Familienzentren mit rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Auch in den Kitas der Stadt ist eine vergleichsweise hohe krankheitsbedingte Ausfallrate aufgrund der gesundheitlichen Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beobachten. Als erste Maßnahme wurden 18 Stellen für Springkräfte geschaffen. Anschließend wurden Regelungen getroffen für die Betreuung bei zu geringer Personaldecke. Nun folgt mit Jahresbeginn 2019 ein weiterer Schritt. Denn schon im Masterplan für den Ausbau der Kindertagesbetreuung vom April dieses Jahres wurde die Gesundheitspolitik in den Kitas in den Fokus gerückt. Es gilt, die Fachkräfte bei dem Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit gut zu unterstützen. Dafür sollen Strategien entwickelt werden.

Für das neue Projekt, das die Gesundheit als Qualitätsmerkmal in den kommunalen Kindertageseinrichtungen in den Mittelpunkt stellt, hat das Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen als Kooperationspartnerin die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein e.V. (LVGFSH) gewonnen. Sie verfügt über fundiertes Wissen und langjährige Erfahrung im Bereich Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten.

Die Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt das Projekt bei einem Gesamtvolumen von 280.108 Euro mit rund 208.000 Euro. Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, erklärt warum: „Die Arbeitsbelastung im beruflichen Alltag nimmt seit Jahren zu – besonders bei der Arbeit mit Kindern sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr und mehr gefordert. Das hinterlässt auch körperlich Spuren. Wir beobachten seit Jahren über alle Branchen hinweg einen hohen Krankenstand. Betriebliches Gesundheitsmanagement und gezielte Projekte zur Stärkung der Gesundheit wie dieses hier sind uns daher ein besonderes Anliegen.“

Eigenmittel der Stadt sind durch Personalressourcen und Sachmittel wie Räume gegeben.

In den kommenden drei Jahren wird die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fokus des Projektes stehen. Dabei sollen zunächst die Erwachsenen in ihrer Vorbildfunktion für gesundheitsförderliches Verhalten gestärkt werden.

Das Projekt ist auf mehreren Ebenen verortet: Das Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen analysiert die gesundheitsunterstützenden Faktoren und initiiert weitere Schritte, beispielsweise ergonomisch gesunde Ausstattung oder Schallschutz. Die Angebote des Betrieblichen Gesundheitsmanagements der Stadtverwaltung werden bedarfsgerecht weiterentwickelt, etwa durch Bewegungsangebote in den Stadtteilen.

In der Kindertageseinrichtung selbst überprüfen Leitung und Team einrichtungsspezifische Ressourcen und Stressoren. Auf dieser Grundlage werden individuelle Schritte und Maßnahmen für einen an der Gesunderhaltung orientierten Kita-Alltag geplant. Die Fachkräfte werden angeregt, sich mit der Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Alltags auseinanderzusetzen. Und sie werden auf die vielfältigen Möglichkeiten zur Gesunderhaltung aufmerksam gemacht.

Es wird Klausurtage in den Einrichtungen geben, themenspezifische Vorträge und Arbeitskreise sowie ergänzende gesundheitsspezifische Angebote der Techniker Krankenkasse, der Unfallkasse und des Betrieblichen Gesundheitsmanagements der Stadtverwaltung.

Stadträtin Renate Treutel ist sich sicher: „Das Gewinnen von Fachkräften für die Kitas ist eine überaus wichtige Aufgabe. Die Gesunderhaltung von Fachkräften wird bei uns nun eine ebenso große Bedeutung bekommen. Mit diesem Gesundheitsprojekt gehen wir mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Arbeitgeberin einen wichtigen neuen Weg, der auch einen großen Vorteil für die betreuten Kinder hat: Gesunde Fachkräfte für gesunde Kinder – das ist unser Motto.“ 

 

Pressemeldung 892/7. November 2018/SH-ang


Das kiel.de-Meldungsarchiv durchsuchen

Freitextsuche
Zeitraum von
Zeitraum bis
Kategorieauswahl
Absenden oder leeren
RSS-Feed

Meldungen abonnieren
Auch interessant
Kontakte für Medien

Annette Wiese-Krukowska, Pressesprecherin
0431 901-1007
 

Arne Gloy
0431 901-2406