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ALLRIS - Drucksache

Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE / DIE PARTEI - 0206/2024

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Beratungsfolge

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Antrag

 

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Sachverhalt/Begründung

Nach wie vor mangelt es an Taubenschlägen in Kiel, die den Bestand an Stadttauben regulieren und die mit der Überpopulation einhergehenden Probleme reduzieren helfen. Aktuell ist besonders das Finden von Standorten ein großes Problem. Zurzeit betreut der Kieler Tierschutzverein ein Taubenhaus in Bahnhofsnähe und ein weiteres ist in der Nähe des Vinetaplatzes im Gespräch. Dort wäre ein Taubenhaus durch die Nähe von sehr vielen Tauben absehbar erfolgreich. Darüber hinaus steht der Tierschutzverein in lockerem Kontakt mit Kaufland in Mettenhof, um dort eventuell ein Taubenhaus auf deren Immobilie zu errichten. In der Einkaufspassage dort darf er an den Wochenenden/Feiertagen füttern. Da sich dort viele Tauben aufhalten, wäre auch hier ein Taubenhaus wohl zügig voll besetzt. Bereits jetzt unterhält der Tierschutzverein am Germaniahafen einen genehmigten Futterplatz mit ca. 350 Tauben. Auch dort wäre der zweite Schritt ein betreutes Taubenhaus.

 

Von den bis zu 15 Taubenschlägen, die mit dem Beschluss des Antrags „Taubenschlag für Kiel“ (Drs. 1091/2021) anvisiert wurden, ist die Landeshauptstadt aber nach wie vor sehr weit entfernt. Sehr viele Stadttauben haben immer noch keinen Zugang zu artgerechtem Futter und sind darauf angewiesen Abfälle zu essen, die langfristig zu Krankheiten führen. Solange nicht ausreichend Taubenhäuser vorhanden sind, ist es deshalb wichtig, Alternativen dafür bereit zu stellen. Eine Übergangslösung sind betreute Futterplätze für Tauben, welche in Zukunft durch Taubenschläge ersetzt werden müssen. An Futterplätzen werden die Tauben mit artgerechtem Futter versorgt und es wird auf einen gesunden Bestand geachtet. Wo man an Nester herankommen kann, kann ein Eieraustausch vorgenommen werden.

 

Mit der Genehmigung der Stadt hat der Verein StraßenTAUBE und StadtLEBEN e.V. in Herrenberg Fütterungsplätze für Stadttauben angelegt. Zudem wurde dem Verein eine Ausnahmegenehmigung vom offiziellen Fütterungsverbot gegeben. Die Auswirkungen sind insgesamt positiv zu bewerten: So trat beispielsweise eine Zunahme der Taubenpopulation nicht ein und die Tauben halten sich überwiegend vom Stadtzentrum fern, da sie nicht mehr verzweifelt auf Futtersuche gehen müssen. Auch die Beschmutzung von Gebäuden durch Taubenkot hat sich reduziert. Ein alternatives Futterangebot zu den fehlenden Taubenschlägen ist somit nicht nur aus tierschutzrechtlichen Gründen geboten, sondern bietet auch Vorteile für das Stadtleben insgesamt. Auch die ehrenamtlichen Helfer*innen des Tierschutzvereins für Kiel und Umgebung Korp. haben in der Coronazeit eine Ausnahmegenehmigung zur Taubenfütterung erhalten und kennen daher die Hotspots der Taubenpopulation in Kiel. Über den längeren Zeitraum nach der Ausnahmegenehmigung des Fütterns konnten sie leider einen Anstieg von kranken, verletzten und somit hilfsbedürftigen Tauben beobachten. Eine Ausweitung genehmigter Futterplätze erscheint daher bis zur abgeschlossenen Errichtung ausreichender Taubenschläge als geeignete Übergangslösung.

 

Wissenschaftlich belegt ist, dass die heutigen Stadttauben Nachkommen von Brieftauben oder Haustauben sind. Der Ursprung des Taubenleids ist also menschengemacht. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, einen Blick auf Personen zu werfen, die aus verschiedenen Gründen Tauben halten bzw. züchten.

Weiße Tauben, die bei Hochzeiten fliegen gelassen werden, finden oft nicht zum Heimatschlag zurück und schließen sich den Stadttauben an. Dieser "Brauch" ist heute nicht mehr zeitgemäß und kann auf kommunaler Ebene unterbunden werden.

 

gez. bürgerliches Mitglied Niklas Hielscher

Ratsfraktion DIE LINKE/Die PARTEI

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