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ALLRIS - Drucksache

Geschäftliche Mitteilung - 0592/2017

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Beratungsfolge

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Antrag

 

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Sachverhalt/Begründung

I.                        Zusammenfassung

 

Die kreisfreien Städte und Kreise sind auf Grundlage des Landespflegegesetzes Schleswig-Holstein (§ 3 LPflgeG) verpflichtet, regelmäßig Bedarfspläne zur Pflegeinfrastruktur zu fertigen sowie die pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

 

Bereits seit dem Jahr 2000 erstellt die Landeshauptstadt Kiel Pflegebedarfspläne, die sich über die Versorgungssituation hinaus mit dem Vor- und Umfeld von Pflege beschäftigen. Im Laufe der Jahre haben sich die Schwerpunkte dieser Pflegebedarfsplanungen gewandelt. In der ersten Fortschreibung des Pflegebedarfsplans von 2005 bis 2010 lag der Schwerpunkt auf den professionellen Versorgungsstrukturen für ältere Menschen mit der Zielsetzung, die eigene Häuslichkeit zu erhalten. In der zweiten Fortschreibung des Pflegebedarfsplans von 2010/2011 bis 2016/2017 standen infolge des Paradigmenwechsels in der Arbeit und Politik für Seniorinnen und Senioren die Aspektenormales Wohnen“ sowie die Verankerung verlässlicher Mitwirkungsstrukturen im Vordergrund. Aus der reinen Pflegebedarfsplanung wurde die sozialraumorientierte Infrastruktur- und Pflegebedarfsplanung, die aktuell für den Zeitraum 2016/2017 bis 2021 neu erstellt wurde. Auch jetzt ist oberste Zielsetzung der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit, auch wenn Pflege- und Unterstützungsbedarf steigen. Allerdings sind die Lösungsansätze andere. So rücken der Erhalt von Eigenständigkeit und Selbstbestimmung, die Stärkung von Vernetzung und Kooperation im Sozialraum und die Entwicklung lebendiger Nachbarschaften sowie eine ressourcenorientierte Perspektive verstärkt in den Fokus. Wichtige Bausteine sind die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und die Förderung informeller Netzwerke, die auch im 7. Altenbericht der Bundesregierung als tragende Säulen des Gemeinwesens hervorgehoben werden. 

 

 

II.                        Aktualisierte sozialraumorientierte Infrastruktur- und Pflegebedarfsplanung der Landeshauptstadt Kiel

 

In der hier vorgelegten Planung werden theoretische Grundlagen und Konzepte kurz skizziert. Der Schwerpunkt liegt in der auf die Kieler Ortsteile bezogenen sozialräumlichen Darstellung der Situation älterer Menschen. Die Analyse erfolgt anhand soziodemografischer Daten sowie von Themenfeldern, die in Anlehnung an das Lebenslagenkonzept für die Zielgruppe der älteren Menschen abgeleitet wurden. Diese beleuchten die Dimensionen Partizipation/ bürgerschaftliches Engagement, Wohnen im Alter, Bildung/Kultur/Freizeit/Sport sowie Gesundheit und Pflege. An die Darstellung der aktuellen Situation älterer Menschen in Kiel und in den Kieler Ortsteilen schließt sich die Evaluation der Empfehlungen aus der vorhergehenden Planungsperiode an. Aus den Ergebnissen der Situationsanalyse sowie den Evaluationsergebnissen wurden 46 Empfehlungen für den kommenden Planungszeitraum bis 2021 abgeleitet. Da es sich um einen längerfristigen Entwicklungsprozess handelt, wurden 33 Empfehlungen aus der vorherigen Planung übernommen und 13 neue Empfehlungen formuliert.

Eine Beteiligung der maßgeblichen Gremien und Ämter erfolgte von November 2016 bis Anfang März 2017.

 

 

III.Fazit

 

Die Planung hat sich in den letzten Jahren als Grundlage für die Initiierung langfristiger Veränderungsprozesse in der gesamten Landeshauptstadt Kiel bewährt. Sie dient den unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren insbesondere zur sozialräumlichen Gestaltung von Rahmenbedingungen für das Leben im Alter in den Kieler Ortsteilen.

 

In einem nächsten Schritt nach der Veröffentlichung ist die Diskussion der Ergebnisse in den Ortsteilen vorgesehen. In Zusammenarbeit mit den Gremien vor Ort, den Ortsbeiräten sowie den Einwohnerinnen und Einwohnern wird es darum gehen, auf der Grundlage der Empfehlungen aus der sozialraumorientierten Infrastruktur- und Pflegebedarfsplanung in den Ortsteilen weitere Entwicklungsprozesse zu initiieren und zu begleiten. Zudem wird es für die Menschen in den Ortsteilen über eine Internetplattform die Möglichkeit geben, sich an der Diskussion zu beteiligen.

 

 

 

 

Gerwin Stöcken

Stadtrat

 

 

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Anlagen

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