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ALLRIS - Drucksache

Geschäftliche Mitteilung - 1190/2018

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Beratungsfolge

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Antrag

Antrag:

 

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Sachverhalt/Begründung

Die CDU-Ratsfraktion hat in der Sitzung am 06.09.2018 den o. g. Antrag gestellt. In der Sitzung am 27.09.2018 wurde der Antrag bis zur Vorlage einer Geschäftlichen Mitteilung der Verwaltung einstimmig vertagt. Am 22.11.2018 hat das Fahrradforum den Antrag beraten.

 

Antrag:

Die Verwaltung wird gebeten, dem Bauausschuss bis zur November-Sitzung dieses Jahres Vorschläge zu unterbreiten

 

-r geeignete Orte zur Aufstellung von Fahrradgaragen,

-wo es im Stadtgebiet sinnvoll ist, weitere zentrale Fahrradabstellplätze zu schaffen,

-wo zusätzliche oder neue Fahrradbügel aufgestellt werden können,

-wo weitere kleine Fahrradstationen, z. B. nach dem Vorbild der Fahrradstation der

CAU Kiel, im Stadtgebiet entstehen können,

-an welchen Fahrradabstellplätzen im Stadtgebiet eine bessere Beleuchtung erfolgen

kann.

 

Dabei sind die jeweiligen Kosten für die Erstellung, den Betrieb, die Unterhaltung, die Sicherung und eine eventuelle Bewachung der Anlagen darzustellen.

Das Fahrradforum der Landeshauptstadt Kiel ist inhaltlich zu beteiligen.

 

 

Fahrradgaragen

Am Blücherplatz stehen zurzeit 26 Abstellplätze in abschließbaren Fahrradboxen zur Verfügung. Die Vermietung erfolgt über die Fahrradstation am Bahnhof. Die Mietgebühren betragen 90  pro Jahr. Es gibt eine Warteliste mit weiteren Interessenten.

 

Aus gestalterischen Gründen soll eine Ausweitung des Angebotes in dieser Form nicht weiterverfolgt werden.

 

Das Fahrradforum empfiehlt, das komplette Spektrum an Abstellmöglichkeiten für Räder anzuwenden und zu realisieren. Überdachungen, abschließbare Fahrradboxen als auch Fahrradquartiersgaragen mit größerer Kapazität sollen dabei standort- bzw. stadtteilabhängig zum Einsatz kommen.

 

 

Zentrale Fahrradabstellplätze

Die Möglichkeiten, weitere zentrale Abstellplätze zu realisieren, wurden und werden auch zukünftig genutzt. Zuletzt wurden zwischen Rathaus und Opernhaus 60 Fahrradbügel eingebaut. Im Bereich Alter Markt ist die Nachfrage gelegentlich größer als das Angebot. Die Flächenverfügbarkeit für weitere Standorte ist allerdings nicht oder nur eingeschränkt gegeben. Insgesamt stehen in der Innenstadt deutlich über 2000 Fahrradbügel zur Verfügung. Ein Kieler Bügel kostet ca. 80 €, incl. Einbau ca. 200 €.

 

Fahrradgarderoben zur Kieler Woche 2018

Erstmals wurden zur Kieler Woche an drei Standorten (Hiroshima-Park, Gablenzbrücke, Reventloubrücke) sogenannte Fahrradgarderoben angeboten. Gegen eine Gebühr von 1  konnten Radfahrende ihr Rad dort zur Aufbewahrung bzw. zur Bewachung abgegeben. Insgesamt wurden ca. 10.000 Räder aufbewahrt. Zur Kieler Woche 2019 soll das Angebot auf 5 Standorte ausgeweitet werden.

 

Das Fahrradforum sieht in den Fahrradgarderoben einen ersten Schritt in Richtung fahrradfreundliche Kieler Woche.

 

Erste Gespräche mit Kiel Marketing e. V. hinsichtlich des Angebotes von Fahrradgarderoben zu Veranstaltungen z. B. am Bootshafen sind positiv verlaufen.

 

Vorstellbar und wünschenswert ist darüber hinaus auch, an anderen größeren Veranstaltungsorten (z. B. Holsteinstadion, Sparkassenarena) Fahrradgarderoben seitens der Veranstalter anzubieten. So werden seit vielen Jahren am Millerntor-Stadion in Hamburg bei Heimspielen des Fußball-Bundesliga-Zweitligisten Fahrradgarderoben angeboten.

 

 

Neue zusätzliche Fahrradbügel

Der Einbau des Kieler Bügels ist seit vielen Jahren kontinuierliche Aufgabe des Tiefbauamtes. Durchschnittlich werden jährlich ca. 200-300 Fahrradbügel eingebaut. Zwischen Blücherplatz und Vinetaplatz stehen inzwischen ca. 7.000 Fahrradbügel zur Verfügung. Auch zukünftig werden im Rahmen von Straßenbau- und Unterhaltungsmaßnahmen sowie Nachfrage orientiert an geeigneten Stellen zusätzliche Bügel eingebaut. Insbesondere dort, wo aus Sicherheitsgründen die Sichtverhältnisse zwischen den Verkehrsteilnehmenden an Kreuzungen, Querungsstellen für Fußgehende oder an Grundstücks- bzw. Hofzufahrten z. B. gegen Falschparkende gewährleistet werden müssen, entfaltet der Kieler Bügel an vielen Standorten einen wesentlichen Zusatznutzen.

 

Konkrete Standortvorschläge für zusätzliche Fahrradbügel werden durch das Tiefbauamt geprüft und ggf. realisiert. Mit in jüngerer Vergangenheit wachsender Bedeutung des Fußngerverkehrs werden zusätzliche Standorte auf Gehwegen kritisch gesehen. Deshalb wird zukünftig auch vermehrt die Umwandlung von öffentlichen Parkplätzen zu Fahrradabstellplätzen geprüft und ggf. realisiert (z. B. Möllingstraße, Brunswiker Straße). Ein Prüfauftrag aus dem Ortsbeirat Schreventeich/Hasseldieksdamm in 2018 hat dazu geführt, dass im Westring zwei Parkplätze in 18 Stellplätze für Räder umgewandelt wurden.

 

Das Fahrradforum begrüßt die Verwendung des Kieler Bügels. Angesichts des hohen Wiedererkennungswertes des Kieler Bügels wird durch das Fahrradforum keine Veranlassung gesehen, den Bügeltyp zu wechseln.

 

Fahrradstation nach dem Vorbild der CAU

Im Bereich der CAU ist keine Fahrradstation bekannt. Vermutlich handelt es sich seitens der Antragsteller um eine Verwechslung von Begriffen. Die einzige Fahrradstation (Abstellen, Verleih, Service von Rädern) in Kiel befindet sich zurzeit am Hauptbahnhof im Umsteiger. Die UKSH hat sich in 2018 vom Tiefbauamt bezüglich einer geplanten Fahrradstation auf dem Gelände der UKSH Kiel beraten lassen. Hier soll in den nächsten Jahren eine weitere Fahrradstation entstehen.

 

Vermutlich ist seitens der Antragsteller mit Fahrradstation die vom Fachhandel bezeichneten Reparaturstationen oder Erste-Hilfe-Stationen für Räder gemeint. Diese Art von Stationen sind mit handelsüblichen Werkzeugen und ggf. auch mit Luftpumpen ausgestattet, um kleinere Reparaturen vor Ort sofort ausführen zu können. Der Verwaltung sind auf dem CAU-Gelände 3 dieser Stationen und am Citti-Park eine Station bekannt. Im Zuge der Errichtung von Mobilitätsstationen ist der Einsatz dieser Stationen auch hier vorgesehen. Zurzeit werden die auf dem Markt angebotenen Produkte für die Nutzung im öffentlichen Raum geprüft. Das Fahrradforum sieht diese Art der Serviceverbesserung für den Radverkehr positiv.

 

Beleuchtung von Fahrradabstellanlagen

Es ist nicht bekannt, dass die Beleuchtung an Fahrradabstellanlagen ausgesprochen schlecht ist. Vielfach werden Standorte in unmittelbarer Nähe zu Laternen realisiert. Diesbezüglich bedarf es konkreter Hinweise zu bestimmten Standorten. Bei der Planung der Mobilitsstationen ist für die Fahrradabstellanlagen eine Beleuchtung vorgesehen.

 

Weitere Informationen zum Thema Fahrradparken:

 

In der Kategorie Fahrradabstellanlagen hat Kiel in den vergangenen Fahrradklimatests jeweils den 1. Platz belegt.

 

Mobilitätsstationen

Standortabhängig sind an den geplanten Mobilitätsstationen unterschiedliche Fahrradabstellanlagen (abschließbare Fahrradgaragen für mehrere (Lasten-)Räder, überdachte und nicht überdachte Fahrradbügel) vorgesehen. Weitere Informationen zum Mobilitätsmanagement mit dem Programm Mobilitätsstationen 2018 ff. sind der Beschlussvorlage Drs. Nr. 0213/2018 zu entnehmen.

 

Diebstahlzahlen 2012 2017

Die Polizei hat am 27.11.2018 mitgeteilt, dass im o. g. Zeitraum insgesamt 15.276 Fahrraddiebstähle gemeldet wurden. Allein in 2016 wurden 3.314 Diebstähle gemeldet. Nimmt man z. B. pro gestohlenem Rad einen durchschnittlichen Wert von lediglich 300  an, ist allein in 2016 ein Schaden von 994.200 € entstanden.

 

Kieler Bügel 4.0 Digitales Radparken

In der Sitzung des Fahrradforums am 22.11.2018 hat das Startup-Unternehmen citynode einen neu entwickelten Fahrradbügel vorgestellt, der den Anspruch hat, der sicherste Bügel auf dem Markt werden zu wollen. Das besondere an dem Fahrradbügel ist, dass das sehr massive Schloss in den Bügel integriert ist und über eine digitale App-Anwendung genutzt werden kann. Denkbar ist die Integration in die NAH SH-App, über die auch die Nutzungsgebühr abgerechnet werden kann. Die Kosten pro Bügel werden mit ca. 1.000 € veranschlagt. Der Bügel benötigt darüber hinaus eine Stromzufuhr. Ohne Handy kann der Bügel nicht genutzt werden.

 

Das Meinungsbild im Fahrradforum war uneinheitlich. Der Vorsitzende des Fahrradforums würdigte den innovativen und digitalen Ansatz, kann sich eine rein städtische Finanzierung allerdings nicht vorstellen. Private Partner werden als potentielle Partner gesehen. Die Einzelhändlergemeinschaft „Kiels gute Adressen“ werden als denkbare Partner genannt. Die Verwaltung wird gebeten, das Thema dort anzusprechen.

 

 

 

 

 

Doris Grondke

Stadträtin

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