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ALLRIS - Drucksache

Antrag der Verwaltung - 0090/2019

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Beratungsfolge

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Antrag

Antrag:

 

Der Erhöhung der Investitionsmittel für den Neubau einer Sporthalle, einer Mensa und einer Klassenzeile an der Hebbelschule von 5.500.000 Euro auf 6.475.000 Euro wird zugestimmt.

Die zusätzlichen Mittel in Höhe von 975.000 Euro sind im Rahmen der Haushaltsaufstellung für das Jahr 2020 bereitzustellen.

 

Ferner wird der Bereitstellung einer überplanmäßigen Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 450.000 Euro im Teilfinanzplan 1115 - Immobilienwirtschaft - bei der

Investitionsnummer 1115050111 – Sporthalle, Klassenzeile und Mensa Hebbelschule - zugestimmt. Die Deckung erfolgt durch Reduzierung nachstehender Verpflichtungsermächtigungen im

Teilfinanzplan 1115 - Immobilienwirtschaft -:

 

a) Investitionsnummer 1115050112 – Mensa Käthe-Kollwitz-Schule - um 180.000 Euro

 

und

 

b) Investitionsnummer 1115050124 – Anbau Mensa Ernst-Barlach-Gymnasium - um 270.000

Euro.

 

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Sachverhalt/Begründung

Begründung:

 

Die ursprüngliche Kostenberechnung mit einem Gesamtvolumen von 5,5 Mio. Euro für das Projekt Neubau Sporthalle, Mensa und Klassenzeile der Hebbelschule wurde auf Grundlage der BKI-Baukosten 2017 sowie aktuellen Ausschreibungsergebnissen im April und Mai 2017 erstellt.

 

Seit Aufstellung der Kostenberechnung haben Lohnsteigerungen im Bauhauptgewerbe (8,5%) sowie allgemein sehr starke Preissteigerungen bei Bauprodukten (bis zu 21%) stattgefunden, die in Höhe und Umfang nicht vorhersehbar waren.

 

Bei einzelnen Bauprodukten sind zudem Preissteigerungen zu verzeichnen, die fachlich nicht mehr nachvollziehbar sind, da sie deutlich oberhalb der allgemeinen Preis- und Lohnsteigerungen liegen.

 

Dies lässt sich sehr anschaulich am Beispiel der Dämmung für das Sporthallendach darstellen.

 

 

In der Kostenberechnung aus Mai 2017 wurde für das Liefern und Verlegen der Dachdämmung ein Preis von 54,30 Euro je Quadratmeter kalkuliert. Ende 2018 wurde der kalkulierte Preis bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses aufgrund der allgemeinen Preisentwicklung bereits auf 57,10 Euro je Quadratmeter angehoben.

 

Das tatsächlich günstigste Angebot auf die öffentliche Ausschreibung lag dann jedoch bei einem Quadratmeterpreis von rund 80,90 Euro und damit rd. 42% über dem bereits angepassten Kalkulationspreis. Der teuerste Bieter forderte mit rd. 109 Euro je Quadratmeter sogar rd. 90% mehr als aufgrund der allgemeinen Preisentwicklung anzunehmen war.

 

Insgesamt stellt sich die aktuelle Kostensituation der Baumaßnahmen an der Hebbelschule wie folgt dar.

 

Sporthalle

 

Bei der Sporthalle wurden alle Leistungen ausgeschrieben aber noch nicht alle Vergabeverfahren abgeschlossen. Eine Vergabe der aktuell submittierten Gewerke ist bis zum 28.02.2019 vorgesehen, um den Bauablauf und die Fertigstellung nicht zu gefährden.

 

Wie bereits in der Drucksache 0718/ 2018 dargestellt, sind bei den Rohbauarbeiten für die Sporthalle aufgrund der Preissteigerungen Mehrkosten in Höhe von  rund 286.000 Euro eingetreten. Bei den Zimmerarbeiten, Dachdeckungs- und Abdichtungsarbeiten, Gerüstbauarbeiten, Metallbauarbeiten, Aufzugs-, Trafo- sowie Lüftungsanlagen  führt die Preisentwicklung ebenfalls zu Mehrkosten, die je nach Gewerk von 18 % bis 151% variieren.

Bei den Ausbaugewerken sind Kostensteigerungen in diesen Größenordnungen wiederum nicht zu verzeichnen, so dass die angebotenen Preise sogar unter denen der Kostenberechnung liegen

 

Dies kann die Mehrkosten der anderen Gewerke jedoch nur zum Teil auffangen, so dass für die Sporthalle insgesamt Mehrkosten in Höhe von 690.000 Euro zu tragen sind.

 

Klassenzeile

 

Alle Gewerke für die Klassenzeile sind bereits vergeben. Für fast alle Gewerke der Klassenzeile waren zwei Vergabedurchläufe erforderlich. Erst im zweiten Durchlauf lagen für alle Gewerke wirtschaftliche Angebote vor.

 

Die Abweichungen zwischen Kostenberechnung und Auftrag fallen geringer aus als bei der Sporthalle. Nur bei den Tiefbau- und Tischlerarbeiten sind große Abweichungen vorhanden. 

Die Abweichungen bei den Tiefbauarbeiten entstehen durch die hohen Entsorgungskosten des belasteten Erdreichs während die Mehrkosten bei den Tischlerarbeiten auf die gestiegenen Lohn- und Materialkosten zurückzuführen sind. Auch hier können die Mehrkosten nicht durch die Minderkosten in anderen Gewerken abgedeckt werden.

 

Es ergibt sich ein Mehrbedarf von 160.000 Euro für die Klassenzeile.

 

Mensa

 

Die Ausschreibungen für die Mensa stehen noch aus. Auf Grundlage der aktuell vorliegenden Ausschreibungsergebnisse für die Sporthalle und die Klassenzeile wurde die Kostenberechnung für die Mensa überprüft und wo erforderlich, an die aktuelle Kostensituation angepasst.

 

Gegenüber der ursprünglichen Kostenberechnung ergeben sich hier aktuell kalkulatorische Mehrkosten in Höhe von voraussichtlich 125.000Euro.

 

 

 

 

Die tatsächlichen Kosten werden erst nach erfolgter Ausschreibung bei Vorliegen der Angebote bewertet werden können.

 

Der aktuelle Mehrbedarf im Gesamtprojekt beläuft sich somit zurzeit auf 975.000,00€.

 

Damit die bei der Sporthalle ausstehenden Vergaben getätigt und die Ausschreibungen für die Mensa auf den Weg gebracht werden können, muss die Gesamtfinanzierung des Projektes auf der Grundlage der aktuellen Kostenprognose sichergestellt sein. Daher benötigt die Verwaltung den Beschluss der Ratsversammlung über die Fortsetzung des Projektes mit den gestiegenen Baukosten, die Bereitstellung der zusätzlichen Mittel im Haushalt 2020 und die Erhöhung der Verpflichtungsermächtigung in 2019.

 

 

Die Baumaßnahme ist im Haushalt unter der Investitionsnummer 1115050111 aktuell wie folgt veranschlagt.

 

Ansatz 2017

Ansatz 2018

Ansatz 2019

VE 2019

Ansatz 2020

1.550.000 Euro

825.000 Euro

2.400.000 Euro

375.000 Euro

725.000 Euro

 

Durch Umsetzung des vorliegenden Beschlusses würde sich folgende Veranschlagung ergeben.

 

Ansatz 2017

Ansatz 2018

Ansatz 2019

VE 2019 NEU

Ansatz 2020 NEU

1.550.000 Euro

825.000 Euro

2.400.000 Euro

825.000 Euro

1.700.000 Euro

 

Die Deckung der überplanmäßigen Verpflichtungsermächtigung aus den Investitionsmaßnahmen an der Käthe-Kollwitz-Schule und dem Ernst-Barlach-Gymnasium ist möglich, da bei beiden Maßnahmen die vorhandenen Verpflichtungsermächtigungen in 2019 nicht in vollem Umfang für Auftragsvergaben benötigt werden. Die Reduzierung hat keine Auswirkungen auf die geplanten Bauzeiten der Gesamtmaßnahmen.

 

 

Das Amt für Finanzwirtschaft hat die Vorlage mitgezeichnet.

 

 

 

 

 

Doris Grondke

Stadträtin

 

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