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ALLRIS - Drucksache

Antrag der Ratsfraktion Die FRAKTION - 0826/2019

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Beratungsfolge

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Antrag

 

Antrag:

 

Die Landeshauptstadt Kiel wird dem Erhalt der Kieler Bäume und der Neupflanzung eine höhere Priorität als bisher einräumen. Dafür wird die Verwaltung gebeten, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

 

Erhaltung von Bäumen

 

-          Die Verwaltung wird gebeten, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um Bäume im Stadtgebiet zu erhalten. Dabei sollen auch die bestehenden Standorte aufgewertet werden, um sicherzustellen, dass die Bäume nicht absterben. Dafür werden für den nächsten Haushalt Gelder bereitgestellt.

-          Die Verwaltung wird gebeten, bei Bauvorhaben verstärkt auch auf den Erhalt von Bäumen zu achten und stärker in die Abwägung miteinzubeziehen.

-          Die Verwaltung wird bis Ende 2020 eine überarbeitete Baumschutzsatzung als Beschlussvorlage vorlegen. Bei der Neubearbeitung sollen in einem offenen Verfahren politische Verbände und Umwelt- und Naturschutzverbände einbezogen werden.

 

Neupflanzung von Bäumen

 

-          Es wird eine jährliche Pflanzaktion initiiert, bei der eine mindestens zweistellige Zahl möglichst standortheimische Bäume öffentlichkeitswirksam im Kieler Stadtgebiet (im bebauten städtischen Bereich) gepflanzt werden. Diese Bäume werden zusätzlich gepflanzt und ersetzen keine Ersatzpflanzungen. Im Rahmen dieser Aktion werden auch Private motiviert, selber Bäume zu pflanzen und auf die Bedeutung von Bäumen für den Klimaschutz, aber auch für das Stadtklima hingewiesen. Dabei wird auch für den Umweltschutzfonds geworben. Die Mittel des Fonds werden dementsprechend erhöht. Kieler Kindertagesstätten werden eingebunden. Bei Bedarf werden für die Pflege der Bäume in den nächsten Haushalt Mittel eingestellt und Personal bereitgestellt.

 

-          Bei Straßenneuplanungen wird verstärkt auf Neupflanzungen von Bäumen geachtet. Besonders in Straßenzügen, in denen es zurzeit an Bäumen fehlt, sollen Bäume gesetzt werden. In Straßenzügen ohne oder mit einer unterdurchschnittlichen Anzahl von Bäumen soll die Verwaltung den Ortsbeiräten zum Beschluss vorschlagen, wo Bäume gepflanzt werden können. Dabei sollen auch straßenbegleitende PKW-Stellplätze in Betracht gezogen werden. Die Umsetzung soll durch Öffentlichkeitsarbeit in den Ortsbeiräten unterstützt und begleitet werden.

 

-          Die Verwaltung wird gebeten, Flächen für weitere Baumpflanzaktionen zu ermitteln.

 

-          Die Verwaltung wird gebeten, weitere Vorschläge zu machen, wie mehr Bäume in der Stadt gepflanzt und erhalten werden können.

 

Ziel ist es, dass langfristig in jeder Kieler Straße, Bäume stehen. Bei Baumaßnahmen ist dies als Grundsatz zu übernehmen. Ausnahmen sind möglich, wenn technische Gründe eine Baupflanzung nicht zulassen oder der zuständige Ortsbeirat dem widerspricht.

 

Die Verwaltung wird dem Innen- und Umweltausschuss sowie dem Bauausschuss in Form einer Geschäftlichen Mitteilung jährlich darstellen, wie viele Bäume zusätzlich gepflanzt wurden.

 

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Sachverhalt/Begründung

 

Begründung:

 

Es ist gängige Praxis Bäume, die entfernt werden müssen, durch Nachpflanzungen zu ersetzen. Baumneupflanzungen werden vorwiegend in Neubaugebieten vorgenommen. Allerdings gibt es auch in bestehenden Stadtteilen Straßen, in denen kein einziger oder nur sehr vereinzelt Bäume stehen. Auch hier sind Neupflanzungen prinzipiell möglich.

 

nschenswert sind Baumpflanzungen in vielerlei Hinsicht. Sie binden das klimawirksame Kohlendioxid langfristig und reduzieren den Feinstaubgehalt in der Luft. In heißen Sommern spenden Bäume Schatten und kühlen die Luft mittels Wasserverdunstung (Verdunstungskälte) über das Laub. Viele Baumarten stellen zudem eine reichhaltige Bienenweide dar und bieten vielen Insekten- und Vogelarten Nahrung sowie Unterschlupf.

 

Stadtbäume sind allerdings einer Reihe unterschiedlicher Stressfaktoren ausgesetzt. So sind die Böden in der Stadt relativ trocken, weil ein Großteil des Regenwassers in die Kanalisation mündet und nicht im Erdreich versickert. Dies führt insbesondere im Sommer zu akutem Hitzestress und Wassermangel. Durch einsammeln des herunterfallenden Laubes im Herbst wird der natürliche Nährstoffkreislauf unterbrochen. Auch im Winter ausgebrachtes Streusalz setzt den Bäumen zu. Im Zuge von Tiefbauarbeiten kommt es zu Schädigungen der Wurzeln.

 

Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit soll den Menschen sowohl die Bedeutung von Stadtbäumen verdeutlichen als auch auf deren Probleme hinweisen. Baumpatenschaften, zum Beispiel durch Kita-Gruppen oder Schulklassen und Kooperationen mit anderen Interessierten/Vereinen, sind dabei für die weitere Pflege und Beobachtung der Bäume wünschenswert.

 

Die Verwaltung wird gebeten ein Konzept zu erarbeiten, in dem mögliche Standorte markiert, eine Zielstellung für die künftige Entwicklung dargestellt und ein Zeitplan sowie konkrete Maßnahmen zur Umsetzung beschrieben werden. Darin sollen besonders Vorschläge für Neupflanzungen aus den Ortsbeiräten einfließen. Gemäß den vorhandenen Ressourcen werden jedes Jahr schrittweise so viele Bäume wie möglich neugepflanzt. Vorwiegend in Straßen, in denen bislang keine oder nur vereinzelt Bäume stehen.

 

Bäume haben nicht nur eine Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel, sondern verbessern auch das Stadtklima. Sie reduzieren nicht nur Temperatur und Schadstoffe in einer Stadt, sondern erhöhen auch die Aufenthaltsqualität. Die Stadt Kiel muss sich daher zum Ziel setzen, bestehende Bäume verstärkt zu erhalten und gleichzeitig neue Bäume zu pflanzen.

 

 

Ratsherr Andreas Halle
Ratsfraktion Die FRAKTION     f. d. R.

 

Ratsfrau Svenja Bierwirth
Ratsfraktion DIE LINKE     f. d. R.

 

Max Dregelies           

SPD-Ratsfraktion      f. d. R.

 

Ratsherr Arne Stenger        

Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN   f. d. R.

 

Tobias Gürtler (Innen- und Umweltausschuss)
Ratsfrau Musculus-Stahnke (Bauausschuss)     

FDP-Ratsfraktion      f. d. R.

 

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Anlagen

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