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ALLRIS - Drucksache

Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE - 0886/2019

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Beratungsfolge

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Antrag

Antrag:

 

Die Verwaltung wird gebeten, zu prüfen, wie derzeit Autos vorbehaltener öffentlicher Raum den Menschen zurückgegeben werden kann, indem zum Beispiel Parkplätze von ihrer Funktion befreit werden.

 

Als Testfeld bietet sich der Wilhelmsplatz an, da die Öffentlichkeit in den letzten Monaten bereits lebhaft über die Parkplätze auf dem Wilhelmsplatz diskutiert hat.

Die öffentlichen Plätze sollen für die Menschen verfügbar sein und Aufenthaltsqualität bieten. Der Wilhelmsplatz könnte als Ergänzung zu Schrevenpark und Arndtplatz begrünt und mit einer Spiellandschaft ausgestattet werden. Außerdem sollten Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Lademöglichkeiten für E-Bikes vorgesehen werden.

 

Die konkrete Ausgestaltung der jeweiligen Plätze soll durch Bürger*innenbeteiligung und Werkstattverfahren festgelegt werden.

 

Es geht ausdrücklich darum, die Zahl der Parkplätze im Innenstadtbereich zu verringern. Mit einer allmählich fortschreitenden Reduzierung der Parkmöglichkeiten im Quartier soll mittel- und langfristig eine Steuerung der Verkehrssituation hin zu einer Senkung des innerstädtischen Autoverkehrs erfolgen.

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Sachverhalt/Begründung

Begründung:

 

Die Infrastruktur unserer Städte, auch die Kiels, ist bislang hauptsächlich an den Erfordernissen des Automobilverkehrs ausgerichtet. Die autogerechte Stadt ist aber ein längst überholtes Leitbild der 60er und 70er Jahre. Die jahrzehntelange automobilfreundliche Politik hat erhebliche Schäden angerichtet, den Bewohner*innen Raum genommen, die Aufenthaltsqualität stark beeinträchtigt und, wie im Falle Kiels, Grüngürtel zerstört.

 

Moderne Städte sollten sich an den Bedürfnissen der Menschen und nicht an denen ihrer Autos orientieren. Es wird daher Zeit, bisher für Autos vorgehaltenen Raum den Menschen zurückzugeben.

 

Wer es zudem ernst meint mit der Verkehrswende, muss bemüht sein, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Eine der wenigen Möglichkeiten, die Kommunen dafür haben, ist es, die Nutzung eines eigenen Autos durch Verknappung von Parkmöglichkeiten unattraktiver zu machen und Verkehrsinfrastruktur an alternativen Verkehrsmitteln wie Fahrrädern auszurichten.

 

 

gez. Ratsfrau Svenja Bierwirth  f.d.R.

Ratsfraktion DIE LINKE

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