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ALLRIS - Drucksache

Geschäftliche Mitteilung - 0330/2020

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Beratungsfolge

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Antrag

Antrag:

 

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Sachverhalt/Begründung

 

Antragstext der Drs. 0282/2019:

 

Die Verwaltung wird gebeten, die Anzahl hochwertiger Fahrradparkmöglichkeiten in Kiel zu erhöhen. Dabei sollen die Ortsbeiräte eingebunden und befragt werden, wo es an Fahrradparkplätzen fehlt.

 

Ein Fokus soll auf hochwertige Parkmöglichkeiten, d. h. mit Bedachung und Verschließbarkeit, gelegt werden. Durch das Programm Mobilitätsstationen (Drs. 0213/2018) werden bereits jetzt hochwertige Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen. Dieses soll weiter fortgesetzt werden.

 

Das Programm soll ergänzt werden durch die Schaffung weiterer hochwertiger Abstellmöglichkeiten, möglichst mit verschließbaren Schränken auch für Gepäck. Gemeinsam mit den beratenden Gremien (Ortsbeiräten, Kinder- und Jugendbeirat, Seniorenbeirat, Fahrradforum) sollen Orte ermittelt werden, an denen etwa Fahrradparkhäuser (etwa wie die Bike&Ride-Anlagen von NAH.SH) oder einfach überdachte Fahrradstellplätze benötigt werden.

 

Die Kieler Unternehmen und Verbände sollen eingebunden und motiviert werden, ebenfalls die Anzahl hochwertiger Fahrradparkplätze zu erhöhen.

 

Die hochwertigen Parkmöglichkeiten sollen in das Kartensystem der Stadt Kiel eingetragen und von der Stadt beworben werden. Dem Bauausschuss sowie dem Fahrradforum soll jährlich Bericht erstattet werden, wie sich die Anzahl der Fahrradparkmöglichkeiten entwickelt hat.

 

Antragstext der Drs. 1202/2019:

 

Zur Umsetzung des Beschlusses „Mehr Sicherheit für den ruhenden Radverkehr“ (Drs. 0282/2019) werden für 2020 zusätzlich 125.000 € bereitgestellt. Ergänzend soll geprüft werden, ob auch Fahrradboxen für Lastenräder aufgestellt werden können.

 

Stellungnahme der Verwaltung:

 

In der Geschäftlichen Mitteilung „Maßnahmen 2020/21 Fahrradstadt Kiel“ (Drs. 0236/2020) ist u. a. dargestellt, welche Maßnahmen bezüglich des ruhenden Radverkehrs bereits realisiert sind und welche Maßnahmen in nächster Zeit vorgesehen sind.

 

Fahrradanlehnbügel

Der Einbau von Fahrradbügeln wird seit vielen Jahren als kontinuierliche Aufgabe wahrgenommen. Mehr als zehntausend Bügel wurden bisher eingebaut.

 

In Kombination mit einem geeigneten Schloss ist somit eine Basisdiebstahlsicherung an den Anlehnbügeln mit Knieholm gewährleistet.

 

Vorhandene höherwertige Abstellmöglichkeiten

Überdachte Abstellmöglichkeiten stehen bereits an einigen wenigen Standorten aus früheren Förderprogrammen (Bike&Ride) zur Verfügung (z. B. Haltestelle Schulensee, Anleger Dietrichsdorf, Haltestelle Wellingdorf, Haltestelle Hermannstraße).

 

Abschließbare Fahrradboxen stehen auf dem Blücherplatz (26) und am Haltepunkt Suchsdorf (6) zur Verfügung. Die Vermietung der Boxen erfolgt über die Betreiberin der Radstation am Hbf., die Brücke SH. Es besteht an beiden Standorten eine Warteliste. Die Fahrradboxen werden allerdings als gestalterisch problematisch beschrieben. Zudem ist der Flächenverbrauch von einzelnen Boxen nicht unerheblich. Dies gilt auch für Boxen für Lastenräder. Deshalb wurden bisher keine weiteren Boxen angeschafft, obwohl eine teilweise Refinanzierung durch die Vermietung (70 /Jahr) erkennbar ist. Bezüglich des Flächenverbrauchs und der Gestaltung können zukünftig abschließbare Sammelgaragen für Räder mit 10, 20 oder mehr Plätzen somit eine Lösung sein.

 

Optionen zum weiteren Vorgehen

Durch die zu erwartenden weiter steigenden Verkaufszahlen, sowohl von Pedelecs als auch von Lastenrädern, ist insbesondere die Flächenvergbarkeit und -umverteilung zugunsten der beantragten höherwertigen Abstellmöglichkeiten, insbesondere auch mit anderen Nutzungen im öffentlichen Raum, abzustimmen. Zusätzliche Flächen hierfür werden sich in den z. T. hochverdichteten Wohngebieten bzw. in der Innenstadt schwerlich finden lassen. Aus Sicht der Verwaltung kann die Umwandlung von Parkflächen für PKW zu Abstellflächen für Räder, auch im Sinne der notwendigen Mobilitätswende, eine naheliegende Option sein. In wenigen Einzelfällen wurde dies in Abstimmung mit dem jeweiligen Ortsbeirat in der Vergangenheit bereits realisiert.

 

Kurzfristig wird es deshalb weiterhin eine private Aufgabe sein, höherwertige Abstellplätze für höherwertige Räder auf privaten Flächen herzurichten.

 

Bezüglich der beantragten Überdachungen kann die Verwaltung in einem ersten Schritt vorhandene Standorte daraufhin prüfen, ob Überdachungen ggf. nachrüstbar sind. Als Überdachung bietet sich die Bauart an, die an den vorhandenen und geplanten Mobilitätsstationen zum Einsatz gekommen ist bzw. kommt. Um eine Einheitlichkeit der Überdachungen und Sammelgaragen für Räder im Stadtgebiet zu erreichen, kommen die jeweiligen Module auch stadtweit in Frage (s. herwertige Abstellmöglichkeiten an Haltepunkten der Bahn bzw. Mobilitätsstationen).

 

Fahrradparkhäuser in Wohngebieten mit 12 bzw. 16 Abstellplätzen nach Hamburger bzw. Dortmunder Vorbild konnten in Kieler Wohngebieten bisher nicht realisiert werden. Fragen zur notwendigen Flächenverfügbarkeit auf öffentlicher Fläche, der Sondernutzung durch private Nutzer, eine einheitliche Gestaltung und der dauerhafte Betrieb konnten bisher nicht abschließend geklärt werden.

 

herwertige Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und Haltepunkten der Bahn bzw. Mobilitätsstationen

r längere Abstelldauern bzw. hochwertigere Räder (z. B. Pedelecs) bedarf es zukünftig höherwertige Abstellmöglichkeiten mit Überdachung und Verschließbarkeit. Diese gibt es seit Ende März d. J. an dem als Mobilitätsstation neu ausgebauten Bahnhof Oppendorf. Hier können Räder überdacht (17) und/oder verschließbar (8/gebührenpflichtig) abgestellt werden. Auch werden zwei extrabreite Stellplätze für Lastenräder, Erwachsenendreiräder oder Anhänger angeboten. Schließcher stehen im abschließbaren Bereich ebenfalls zur Verfügung. Als zusätzlicher Service kann eine Luftpumpe öffentlich genutzt werden. Die Gestaltung der Überdachungen ist grundsätzlich durch die Fördermodalitäten von NAH SH vorgegeben, kann jedoch im Detail (z. B. Kapazität, Seitenwände) an den jeweiligen Standort angepasst werden.

 

Am Haltepunkt Russee wird im Rahmen der Bauarbeiten zur Mobilitätsstation eine überdachte Fahrradabstellanlage für 12 Räder entstehen. Bei den bevorstehenden Arbeiten am Rungholtplatz in Suchsdorf wird ebenfalls eine Überdachung entstehen. Weitere Überdachungen sind am Haltepunkt Schulen Am Langsee und den geplanten Mobilitätsstationen an den Standorten Tilsiter Platz, Wilhelmplatz sowie an den Anlegern Reventloubrücke und Dietrichsdorf im Rahmen des Förderprojektes „ckenwind für den Velocampus“ vorgesehen (s. hierzu auch das Programm Mobilitätsstationen 2020 ff. (Drs. 0316/2020)).

 

Fahrradparkhäuser

Die in 2010 eröffnete Radstation im Umsteiger kann als Premiumangebot des Radabstellens in Kiel gesehen werden. Hier stehen neben der Überdachung und der Verschließbarkeit auch ein Reparaturangebot sowie Schließcher zur Verfügung. Es darf erwartet werden, dass die Radstation in absehbarer Zeit die Vollauslastung erreicht. Es ist deshalb naheliegend, in Zeiten der vieldiskutierten Mobilitätswende weitere Überlegungen anzustellen. Dies gilt auch für das nähere Bahnhofumfeld. Hier werden zurzeit ca. 450 Räder außerhalb der Radstation abgestellt. Erste verwaltungsinterne Gespräche zur Schaffung eines weiteren Fahrradparkhauses in der Innenstadt, z. B. am nördlichen Ende der Fußngerzone in Höhe Kieler Altstadt, haben stattgefunden. Die Brücke SH als Betreiberin der Radstation im Umsteiger am Hauptbahnhof hat die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bezüglich eines weiteren Fahrradparkhauses signalisiert.

 

Auf nicht städtischen Flächen werden zurzeit Fahrradparkhäuser z. B. auf dem Gelände der UKSH sowie als Teil eines Pkw-Parkhauses auf dem Gelände der Universität geplant.

 

Eine Kopie dieser Geschäftlichen Mitteilungen erhalten alle Ortsbeiräte.

 

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

 

 

 

 

Doris Grondke

Stadträtin

 

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