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ALLRIS - Drucksache

Interfraktioneller Antrag - 0695/2020

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Beratungsfolge

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Antrag

Antrag:

 

Der Antrag erhält folgende Fassung:

 

Die Ratsversammlung bekräftigt das Ziel, die ungleichen Herausforderungen im Homeschooling zu beheben.
 
Damit ist die Intention verbunden, für alle Kieler Schüler*innen die gleichen Voraussetzungen im selbstständigen Unterricht von zu Hause aus zu gewährleisten. Die Landeshauptstadt Kiel soll im Rahmen ihrer Zuständigkeit die notwendigen Maßnahmen unternehmen, um die Chancenungleichheiten beim Homeschooling zu minimieren. Verantwortung für das Verringern der Chancenungleichheiten beim Homeschooling übernehmen..

 

Den Herausforderungen des Homeschoolings soll durch folgende Einzelmaßnahmen entgegengetreten werden:

 

Die Lehrkräfte sollen zukünftig für den Einsatz digitaler Medien und Werkzeuge besser geschult werden.

Die Schüler*innen sollen von ihren Lehrkräften im Einsatz digitaler Medien und Werkzeugen ausgebildet werden.

 

Die Landeshauptstadt Kiel wird aufgefordert, sich beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur dafür einzusetzen, dass Lehrkräfte und Schüler*innen flächendeckend im Gebrauch bzw. der Anwendung digitaler Medien und Werkzeuge geschult werden.

 

Da das Sofortausstattungsprogramm des Landes Schleswig-Holstein mit rund 1,5 Millionen Euro nur ca. die Hälfte des von der Landeshauptstadt Kiel ermittelten Bedarfs bereitstellt, wird die Landeshauptstadt Kiel aufgefordert, in Zusammenarbeit mit den Kieler Schulen ein Konzept zu entwickeln, wie die bereits finanzierten technischen Geräte auf die Schüler*innen verteilt werden. Dabei soll die Bedürftigkeit das Hauptkriterium sein, um sich vertiefende Chancenungleichheiten zu verringern.

 

Die Abfrage zur Ermittlung der von Schüler*innen benötigten Geräte soll diskret erfolgen und z.B. von einer Bezugsperson (z.B. Sozialarbeiter*innen) übernommen werden. Hierbei soll die Abfrage nicht ndlich in Gegenwart der gesamten Klasse durchgeführt werden. sondern in einem Einzelgespräch, um die Privatsphäre der Schüler*innen zu wahren

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Sachverhalt/Begründung

Begründung:

 

Die Schulschließungen infolge der Corona-Krise führen deutlich vor Augen, wie stark der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft der Schüler*innen abhängt. Kinder und Jugendliche, die über technische Ausstattungen und schulische Unterstützung durch die Eltern verfügen, haben erheblich bessere Chancen, unbeschadet aus dieser Krise hervorzugehen, als Schüler*innen, deren Eltern sowohl die technische Ausstattung als auch die schulische Beihilfe nicht gewährleisten können. Um den Herausforderungen entgegenzutreten, steht bereits eine Fördersumme von rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Da diese Summe nicht ausreicht, um den von den Schulen ermittelten Bedarf vollständig zu decken es fehlen ca. 1,5 Millionen Euro ist es notwendig, dass ein Verfahren etabliert wird, das vor allem finanziell schwächere Schüler*innen ausstattet. Die Schulen haben aktuell noch die Möglichkeit eigenständig anzuordnen, wer die Abfrage unter welchen Bedingungen leitet. Doch falls eine mündliche Abfrage in der Gegenwart der Mitschüler*innen durchgeführt wird, besteht die Gefahr, dass einige Schüler*innen aus Schamgefühl sich nicht melden, um ihre finanzielle Notlage nicht verdeutlichen zu müssen, oder einer Stigmatisierung aufgrund mangelnder ökonomischer Ressourcen ausgesetzt sind. Damit diese Optionen erst gar nicht auftreten können, sollten die Abfragen in einer rücksichtsvollen Atmosphäre betreut werden. Um diese Atmosphäre zu garantieren, sollte nach Möglichkeit eine Bezugsperson die Schüler*innen befragen. Diese Bezugsperson kann ein*e Sozialarbeiter*in sein oder auch der*die Klassenlehrer*in und dies in Einzelgesprächen durchführen. Zu dem Zwecke, dass daraufhin das gemeinsame Arbeiten mit den digitalen Geräten sowohl für Schüler*innen als auch für Lehrkräfte eine Herausforderung darstellen, die von allen angemessen gemeistert werden kann, müssen beide Parteien im Umgang mit digitalen Medien ausreichend geschult werden. Diese Maßnahmen sind von großer Bedeutung, wenn wir für alle Kieler Jugendlichen die gleichen Voraussetzungen im Homeschooling ermöglichen wollen. Die Corona-Pandemie soll keine Beeinträchtigung für Schüler*innen darstellen, die ihre weitere schulische Laufbahn negativ beeinflussen wird. Diese notwendigen Anpassungen müssen vorgenommen werden, sodass Schüler*innen künftig unter gleichen Bedingungen lernen können.

 

 

gez. Ratsherr Tobias Friedrichs   f.d.R.

SPD-Ratsfraktion

 

 

gez. Ratsfrau Andrea Hake    f.d.R.

Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 

 

 

gez. Ratsfrau Annkathrin Hübner   f.d.R.

FDP-Ratsfraktion

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