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ALLRIS - Drucksache

Geschäftliche Mitteilung - 0557/2021

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Beratungsfolge

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Antrag

 

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Sachverhalt/Begründung

Der Sachbereich Internationales und Nachhaltigkeit im Büro des Stadtpräsidenten sowie das Referat Bildungsmanagement im Dezernat für Bildung, Jugend, Kultur und Kreative Stadt informieren über die Aktivitäten bezüglich Bildung für nachhaltige Entwicklung (kurz: BNE) in der Bildungsregion Kiel.

 

Kiel macht sich stark für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

 

Am 7. Mai 2021 unterzeichnete Kiels Bürgermeisterin und Bildungsdezernentin Renate Treutel die Zielvereinbarung zwischen der Landeshauptstadt Kiel und dem BNE-Kompetenzzentrum (siehe Anhang). Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt "Bildung Nachhaltigkeit Kommune: BNE-Kompetenzzentrum für Prozessbegleitung und Prozessevaluation (BiNaKom)" begleitet circa 50 Modellkommunen bundesweit bei der systematischen Weiterentwicklung und Implementierung von BNE auf lokaler Ebene.

 

Durch die Zusammenarbeit soll BNE entlang der gesamten Bildungskette thematisiert und angewendet werden.

 

Die Landeshauptstadt Kiel hat sich als Schwerpunkte vorgenommen, die vielen Akteur*innen besser zu vernetzen, BNE in der Region sichtbar zu machen und Kompetenzen aufzubauen.

Die Ziele der Vereinbarung sind folgende:

-          Die Vernetzung innerhalb der Verwaltung wird weiter ausgebaut und BNE als Querschnittsaufgabe verstanden. Darüber hinaus wird eine Vernetzungsstruktur mit anderen Organisationen und Verbänden der Zivilgesellschaft initiiert. Bestehende und zukünftige Aktivitäten sollen so gezielter, wirksamer und besser abgestimmt umgesetzt werden.

 

-          Die Sichtbarkeit von BNE in der Bildungsregion Kiel wird erhöht. Auf den Vernetzungs-Aktivitäten aufbauend wird eine Plattform für BNE entwickelt, die die BNE-Akteur*innen, -Initiativen und -Aktionen in der Bildungsregion bündelt, die Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit und die Reichweite der Maßnahmen im lebenslangen Lernen erhöht.

 

-          In der Bildungsregion werden Kompetenzen gebildet und Bewusstsein für das Konzept BNE geschaffen. Im Zuge dessen werden Bildungs- und Qualifizierungsangebote systematisiert, ausgebaut und gestärkt.

 

r die Umsetzung des Modellvorhabens auf Kieler Seite sind der Bereich Internationales und Nachhaltigkeit im Büro des Stadtpräsidenten sowie das Kieler Bildungsmanagement im Dezernat für Bildung, Jugend, Kultur und Kreative Stadt verantwortlich.

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung was steckt dahinter?

 

Bildung ist Voraussetzung und entscheidende Wegbereiterin für eine nachhaltige Gestaltung der Gesellschaft. Hier setzt das Konzept BNE an: Es befähigt Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln zur Reflexion des eigenen Handelns und zur Mitgestaltung einer nachhaltigen Entwicklung.

 

BNE vermittelt Gestaltungskompetenz. Diese umfasst die Kompetenzen, Sachverhalte zu analysieren und zu bewerten, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt einzuschätzen und darauf basierend verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

BNE möchte dazu motivieren, mit alten Gewohnheiten zu brechen und diese immer komplexer werdende Welt aktiv mitzugestalten. Wichtige Faktoren für BNE-Lernprozesse und -Umgebungen sind Empathie, Perspektivwechsel, kritisches Hinterfragen, die Reflexion der eigenen Werte, Partizipation, Gemeinschaft und Visionsorientierung.

 

BNE ist in den nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals = SDGs) unter dem Ziel 4 „Hochwertige Bildung“ im Teilziel 4.7. zu finden. Zugleich stellt Bildung eins der wichtigsten Instrumenter die Erreichung der SDGs in ihrer Gesamtheit dar.

 

2017 verabschiedete Deutschland einen nationalen Aktionsplan BNE (NAP) als nationale Übersetzung des Weltaktionsprogramms BNE (WAP), welches 2015 von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) ausgerufen wurde.

Der NAP stellt Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen für folgende Bildungsbereiche auf: frühkindliche Bildung, Schule, berufliche Bildung, Hochschule, non-formales und informelles Lernen/ Jugend und Kommunen. Mit dem Programm „BNE 2030“ hat die UNESCO 2020 eine neue BNE-Dekade gestartet, die in den kommenden 10 Jahren zur Implementierung von BNE in der globalen Bildungslandschaft beitragen soll.

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kiel!

 

Als weltoffene, familienfreundliche, soziale und umweltbewusste Großstadt an der Ostsee bekennt sich die Landeshauptstadt Kiel zu der lokalen Agenda 2030 und den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen.

Die Stadt sieht sich hierbei auch als lernende Organisation, die sich als Ziel gesetzt hat, ökonomische, soziale und ökologische Gerechtigkeit in Einklang miteinander zu bringen. Unter dem Motto „r Kiel und die Welt: global denken, lokal durchstarten“ macht sich Kiel auf den Weg zur nachhaltigen Stadt: Kiel ist Zero Waste City, Fair Trade Stadt, sicherer Hafen für Geflüchtete, Masterplan 100% Klimaschutz-Kommune und möchte sich zukünftig als Meeresschutzstadt positionieren. Dieses breite Engagement wurde mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2021 gewürdigt.

 

Ein bedeutender Punkt auf dem Weg zur nachhaltigen Stadt ist es, BNE in der kommunalen Bildungslandschaft zu stärken und weiterzuentwickeln. Die 30.000 Euro Preisgeld des Deutschen Nachhaltigkeitspreises sollen dieses Vorhaben unterstützen.

 

Das Engagement im Bereich BNE knüpft hierbei sowohl an den genannten Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit als auch an das verstetigte kommunale Bildungsmanagement der Landeshauptstadt Kiel an.

Bildungsqualität und Bildungsgerechtigkeit in der Bildungsregion stehen hier seit Jahren im Fokus. Kiel engagiert sich dabei für die Bildung für alle darunter die digitale Bildung, die frühkindliche Bildung, der Übergang von der Kita in die Grundschule sowie von der Schule in den Beruf, die Integration von jungen Geflüchteten und jüngst Bildung in Corona-Zeiten.

 

Schon jetzt gibt es einige konkrete BNE-Angebote. Das Klimaschutzteam der Stadt kooperiert dabei beispielsweise eng mit der Förde vhs und dem Ferienpassbüro. Das Klimaschutzteam und der Bereich Internationales und Nachhaltigkeit im Büro des Stadtpräsidenten bieten in Kooperation mit dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“ kostenlose Workshops für Schulklassen rund um die Themen Klima- und Umweltschutz, globale Gerechtigkeit, Meeresschutz sowie die SDGs an.

 

Auch in der Stadtgesellschaft - zum Beispiel in der Wissenschaft, in Schulen, in Kindertageseinrichtungen oder in sozialen Projekten - gibt es viele BNE-Engagierte. Dieses breite BNE-Engagement und -potential gilt es nun zu bündeln, zu vernetzen und zu stärken.

 

Erste Meilensteine

 

In einem verwaltungsinternen Auftaktworkshop „Bildung für nachhaltige Entwicklung und Kiel“ am 26.08.2020 haben die Teilnehmenden gemeinsam den Ist-Stand der Aktivitäten und Kooperationen zusammengetragen. Im nächsten Schritt wurde in die Zukunft geschaut: Zentrale Punkte dazu waren die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von BNE, eine stärkere Vernetzung der Akteur*innen bzw. die Gründung eines Kieler-BNE-Netzwerks und eine weitere Sensibilisierung für das Konzept.

 

Das zentrale Ergebnis war, die Gründung des verwaltungsinternen Runden Tisches BNE[1], um sich in diesem Rahmen auf den Weg zu machen, gemeinsam BNE in Kiel zu stärken.

 

In der ersten Sitzung im Januar 2021 wurde sich auf eine gemeinsame Arbeitsweise verständigt und ein Tagungsturnus von drei Monaten festgelegt. Im Zentrum der Sitzung stand die Sammlung der Schwerpunkte für die zukünftige Zusammenarbeit. Diese wurden als inhaltliche Basis für die Zielformulierung für den Entwurf der Zielvereinbarung erarbeitet, welche in der zweiten Sitzung des Runden Tisches im April abgestimmt und verabschiedet wurde (siehe Anhang Zielvereinbarung).

In den kommenden Monaten werden die Rollen und Prozesse geschärft und ein Umsetzungsplan erarbeitet. Über den weiteren Fortgang der Entwicklung wird berichtet.

 

 

 

 

 

Dr. Ulf Kämpfer     Renate Treutel

Oberbürgermeister     rgermeisterin

 


[1] Mitglieder des Runden Tisches: Jugendamt, 54; Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen, 56; Umweltschutzamt, 18; Referat für Wissenschaft, Referat Bildungsmanagement, Büro des Stadtpräsidenten

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Anlagen

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