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ALLRIS - Drucksache

Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE - 0685/2021

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Beratungsfolge

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Antrag

Antrag:

 

Die Pläne für den Umbau des Holstein-Stadions werden dahingehend geändert, das Stadion so auszubauen, dass es einerseits den Bedingungen der DFL und des DFB für die erste Bundesliga genügt, andererseits aber auch den zu erwartenden Zuschauer*innenzahlen und dem strategischen Ziel einer klimafreundlichen Stadt unter den Bedingungen des von der Stadt ausgerufenen Klimanotstandes entspricht.

 

Das heißt, die Stadt plant zukünftig ein Stadion mit insgesamt 15.000 Plätzen, davon 8.000 überdachte Sitzplätze.

 

Zudem wird auf den Bau des geplanten Kongresszentrums und des Parkhauses verzichtet. Stattdessen werden nur die für den Bundesligabetrieb des Stadions direkt vor Ort zwingend notwendigen Parkplätze gebaut.

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Sachverhalt/Begründung

Begründung:

 

Laut der Antwort auf die Kleine Anfrage „Umbau und Betrieb des Holstein-Stadions“ (Drs. 0524/2021) plant die Stadt derzeit offenbar ausschließlich die Variante eines mit 25.000 Plätzen unnötig viel zu großem Stadion und der unglaublichen Zahl von 3840 Parkplätzen im Parkhaus direkt vor Ort.

 

Weder für ein solch großes Stadion (selbst in der Saison 2017/18, der Saison mit den bislang meisten Zuschauer*innen bei Holstein Kiel, lag deren durchschnittliche Zahl nur bei 10.524) noch für eine solche enorme Zahl an Parkplätzen gibt es eine Notwendigkeit.

 

Direkt am Stadion sind laut Anhang VI der Lizensierungsordnung der DFL lediglich Parkflächen für Mannschaften, Offizielle, Sicherheitskräfte, VIPS, Personal und Menschen mit Behinderung notwendig. Deren Zahl bewegt sich selbst bei UEFA-Wettbewerben nur im niedrigen dreistelligen Bereich. Ein Parkhaus mit mehreren tausend Parkplätzen ist nicht notwendig. Stattdessen sollte die Möglichkeit der Reservierung und Nutzung anderer, bereits im Stadtgebiet vorhandener großer Parkflächen (z.B. Wilhelmplatz, Parkplatz Tempest u.v.m.) verbunden mit der Einrichtung von Shuttlebussen an Spieltagen geprüft werden.

 

Angesichts der Tatsache, dass der Flächenverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland und insbesondere in Schleswig-Holstein aktuell immer noch viel zu hoch ist (in Schleswig-Holstein müsste der Verbrauch sogar um fast 60 Prozent reduziert werden, um das Ziel der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, den Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, zu erreichen), der massiven Eingriffen in den Kieler Grüngürtel der letzten Jahre, des in den vergangenen Monaten in der Öffentlichkeit entstandenen Eindrucks, dass in Kiel bislang zu wenig geschieht, um Grünflächen und wichtige ökologische Ausgleichsflächen effektiv zu schützen und zu bewahren, aber auch der für dieses Projekt benötigten finanziellen Mittel, sollte dringend darauf verzichtet werden, Stadion und Parkflächen so unnötig überdimensioniert zu gestalten.

 

 

gez. Ratsherr Burkhardt Gernhuber   f.d.R.

Ratsfraktion DIE LINKE

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