Vorbildprojekt
Altes Haus 1589 – Tradition trifft auf Klimaschutz

Das Alte Haus 1589 zeigt, dass eine knapp 440 Jahre alte Tradition und Klimaneutralität keine Gegensätze sind. Eine durchdachte Sanierung inklusive Photovoltaik­anlage, Stromspeicher und Wärmepumpen sowie das Engagement vieler Ehrenamtlicher machen es möglich.

 
Altes Haus von Innen
 

Das Alte Haus 1589 hat bereits eine lebhafte Historie hinter sich. Ursprünglich als Wohnstallhaus gebaut, stand das Gebäude mehrmals kurz vor dem Abriss. Heute wird das Haus von einer gemeinnützen GmbH betrieben,  die sich um den Erhalt und die Bewirtschaftung des Gebäudes kümmert. Beim Erhalt des Gebäudes liegt ein besonderer Fokus auf der klimafreundlichen Sanierung des Gebäudes und der naturnahen Gestaltung des Grundstücks.

Genutzt wird es heute als Veranstaltungsraum für kulturelle und soziale Events.

 

Die Besonderheit: Das Alte Haus 1589 ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Kieler*innen können sich vor Ort davon überzeugen, wie moderne Klimatechnik mit historischer Architektur im Einklang stehen kann. Als Ort für Veranstaltungen, Tagungen und Seminare inspiriert es andere zum Nachahmen.

Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen für PV-Anlage, Speicher und drei Wärmepumpen circa 60.000 Euro. Geplant ist, dass sich die Summe in 8-10 Jahren amortisiert. Möglich ist der Erhalt aber auch durch das gemeinsame Engagement von vielen ehrenamtlichen Kieler*innen.


Innovative Lösungen für Denkmalschutz

Solartisch vom Alten Haus
 

Da auf dem charakteristischen Reetdach keine herkömmliche Photovoltaikanlage installiert werden konnte, entstand eine kreative Lösung: Ein einzigartiger Solartisch mit 12 Kilowatt Peak Leistung versorgt das historische Gebäude mit Sonnenenergie. Kombiniert mit einem 15 Kilowatt Stromspeicher kann der Strombedarf von April bis September vollständig durch eigene erneuerbare Energien gedeckt werden.

Zum Alten Haus 1589

Wärmepumpen unsichtbar integriert

Für die Wärmeversorgung sorgen drei Wärmepumpen, die geschickt in das denkmalgeschützte Ensemble integriert wurden: Zwei Luft-Luft-Wärmepumpen sind unsichtbar unter dem Dachstuhl installiert – das natürlich atmungsaktive Reetdach sorgt für den nötigen Luftaustausch. Eine zusätzliche Luft-Wasser-Wärmepumpe ergänzt das System und fügt sich unauffällig in die Umgebung ein.

Intelligentes Energiemanagement der Zukunft

Das Projekt geht aber noch weiter: In Zusammenarbeit mit dem Klimaschutzteam der Stadt Kiel wird ein intelligentes Home-Energy-Management-System entwickelt. Geplant sind die Kopplung mit einem Elektroauto für bidirektionales Laden (Vehicle-to-Home), die Nutzung dynamischer Stromtarife und die intelligente Steuerung aller Verbraucher. So wird das alte Gemäuer zum Testlabor für die Energiezukunft.

 
Außenansicht vom Alten Haus

Vorbildhaft:

  • Kreative Lösungen für Denkmalschutz: Solartisch statt Dachanlagen
  • Energieautarkie von April bis September
  • Wärmepumpen unsichtbar im historischen Gebäude integriert
  • Öffentlicher Lernort für die Energiewende im Bestand
 

Wer macht’s?

  • Hammerichscher Hof gGmbH
  • ehrenamtliche Kieler*innen
  • Klimaschutz-Team der Landeshauptstadt Kiel
  • Energieexpert*innen aus Schleswig-Holstein