Energiequartier Elmschenhagen-Süd

Der Stadtteil

Der Stadtteil Elmschenhagen liegt am südöstlichen Rand des Kieler Stadtgebietes und befindet sich an der Grenze zur Holsteinischen Schweiz. Er ist von drei Seen (Wellsee, Langsee und Tröndelsee) umgeben. Elmschenhagen wird durch die Preetzer Chaussee in die Stadtteilgebiete Elmschenhagen-Nord und Elmschenhagen-Süd geteilt.

Fensterschrift Elmschenahgen title=

Das ausgewählte Quartier wird umrahmt von der Preetzer Chaussee (im Norden), der Rüsterstraße, der Elmschenhagener Allee und der Franzensbader Straße (im Westen), den Bahnschienen im Süden sowie dem Innweg und der Troppauer Straße im Osten. Zusätzlich zählt noch der Friedländer Weg zum Quartier.

Im nördlichen Bereich wird das Gebiet vorwiegend von einheitlich gestalteten Backsteinbauten in Blockrand- und Zeilenbebauung geprägt. Ergänzt wird dieses Erscheinungsbild durch Reihenhäuser, ebenfalls mit Backsteinfassaden.

Im südlichen Bereich existieren überwiegend Geschosswohnungsbau und Mehrfamilienhäuser sowie Einfamilien- und Reihenhäuser aus den 1970er und 1980er beziehungsweise 1990er Jahren. Zudem befindet sich das Schulzentrum Elmschenhagen, bestehend aus dem Gymnasium Elmschenhagen und der Lilli-Martius Schule, in dem Quartier.

Elmschenhagen-Süd ist in erster Linie ein Wohngebiet mit unterschiedlichen öffentlichen Einrichtungen, wie der Stadtteilbücherei, sozialen Einrichtungen wie Senioren‐ und Pflegeheimen oder Kindertagesstätten und dem Schulzentrum Elmschenhagen. Das Quartier verfügt über eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und bietet am Bebelplatz eine Reihe von Geschäften zur Deckung des täglichen Bedarfs.

Übersicht über das Energiequrtier title=

Im nördlichen Bereich wird das Gebiet vorwiegend von einheitlich gestalteten Backsteinbauten in Blockrand- und Zeilenbebauung geprägt. Ergänzt wird dieses Erscheinungsbild durch Reihenhäuser, ebenfalls mit Backsteinfassaden.

Im südlichen Bereich existieren überwiegend Geschosswohnungsbau und Mehrfamilienhäuser sowie Einfamilien- und Reihenhäuser aus den 1970-er und 1980-er beziehungsweise 1990-er Jahren. Das Schulzentrum, bestehend aus dem Gymnasium Elmschenhagen, der Lilli-Martius Schule und der Freiherr von Stein Schule, im östlichen Teil des Quartiers übernimmt eine zentrale Rolle bei der Erarbeitung von Energieversorgungskonzepten.

Gebäude in Elmschenhagen title=

In der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg bestimmten die Marine und die Werften die Kieler Wirtschaft. Die militärische Aufrüstung Deutschlands führte zu einem Bevölkerungsanstieg und für die Soldaten und Arbeiter musste dringend Wohnraum geschaffen werden. Da die Flächen im Kieler Stadtgebiet knapp waren, wurde im ländlichen Umland nach möglichen Baugebieten gesucht.

Elmschenhagen wurde zum 1. April 1939 aus dem Kreis Plön herausgelöst und in die Stadt Kiel eingemeindet. Noch im selben Jahr begann der Wohnungsbau in Elmschenhagen-Süd. Etwa 2.000 Wohnungen wurden in dieser Zeit von der Kieler Werkswohnungen GmbH nach Entwürfen von Paul Schaeffer-Heyrothsberge errichtet, die meisten Gebäude aus dem roten Backstein, der auch heute noch das Elmschenhagener Stadtbild prägt.

Nach 1945 wurden die Schäden des Kriegs beseitigt und einige weitere Gebäude errichtet. Schließlich begann Ende der 1970er Jahre der Bau des Krooger Kamps auf dem Kuhberg.

Elmschenhagen-Süd ist heute von Grün durchzogen und umgeben, verfügt über Schulen aller Bildungsarten und ist mit Einkaufs-, Kulturzentren, Alten- und Pflegeheim, einer öffentlichen Bibliothek sowie Sport- und Spielstätten ausgestattet.

Große Teile des Gebiets sind außerdem wegen ihrer großen stadtgeschichtlichen Bedeutung und der qualitativ hochwertigen städtebaulichen Konzeption als Ensemble geschützt.

Die städtebauliche Konzeption steht beispielhaft für die späten 1930er Jahre. Die Anordnung der Bebauung in einer Mischung aus Zeilen und Blockrandbebauung ermöglicht die begrünten Freiflächen, die Elmschenhagen-Süd seinen Gartenstadtcharakter verleihen.

Um kostengünstiger bauen zu können wurde die Gartenstadtidee in Elmschenhagen-Süd jedoch weniger konsequent verfolgt als in Elmschenhagen-Nord - anstelle eines Gartens direkt am Haus gab es überwiegend Pachtgärten in unmittelbarer Nähe.

Die etwa 2.000 Wohnungen, die in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in Elmschenhagen-Süd gebaut wurden, um Wohnraum vor allem für Soldaten und Arbeiter zu schaffen, wurden komplett in rotem Backstein errichtet. Auch nach 1945 wurde der rote Backstein weiter eingesetzt. Trotz einzelner bereits durchgeführter Sanierungsarbeiten in Elmschenhagen-Süd ist das Wechselspiel des roten Backsteins mit den weißen Fensterrahmen weiterhin ein bedeutender Teil der Identität des Quartiers.

Im Rahmen des Konzepts für das Energiequartier Elmschenhagen-Süd hat der Erhalt der Backsteinfassaden daher eine besondere Bedeutung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die energetische Sanierung von Backsteingebäuden, bei denen entweder die historische Fassade erhalten bleibt, oder die Optik der historischen Fassade nachempfunden wird. Dabei müssen die verschiedenen für die Sanierung relevanten Faktoren gegeneinander abgewogen werden. Diese sind insbesondere:

  • der bauliche Zustand der zu sanierenden Gebäude
  • der energetische Standard, der nach der Sanierung erreicht werden soll
  • die gestalterischen Anforderungen
  • finanzielle Aspekte
  • bei Mietwohngebäuden die Akzeptanz der Mieterinnen und Mieter

In der Regel ist der primäre Ansatzpunkt bei der energetischen Sanierung den Wärmeverlusts über die Gebäudehülle zu reduzieren. Dabei wird häufig ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an der Fassade angebracht. Da das WDVS in der Regel mit der Fassade verklebt wird, verschwindet die historische Fassade nicht nur hinter der zusätzlichen Schicht, sie kann dadurch auch dauerhaft beschädigt werden.

Es existieren aber auch Möglichkeiten, die Backsteinoptik nachzuempfinden. Dazu zählen zum Beispiel vorgesetzte Spaltklinker oder Kunstharzriemchen. Bei einer vorgesetzten Vollsteinfassade mit hochwertiger Kerndämmung ist die historische Fassade zwar nicht mehr sichtbar, bleibt jedoch grundsätzlich erhalten. Eine Möglichkeit, die existierende Außenwand instand zu setzen ist die Sanierung des Fugennetzes zur Trockenlegung des Außenmauerwerks. Darüber hinaus können durch den Einsatz von Innen- oder Kerndämmung Dämmmaßnahmen umgesetzt werden, ohne das Erscheinungsbild zu beeinträchtigen.

Bei der energetischen Modernisierung ist es zudem von entscheidender Bedeutung, die Gebäudehülle als Gesamtsystem zu betrachten, das heißt etwa eine hochwertige Dämmung des Daches und der Kellerdecke sowie die Reduzierung von Wärmebrücken und eine hocheffiziente Heizungs- und Wärmegewinnungs-, wie auch -verteiltechnik. Wenn die Fassade in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben soll, kommt den vorher benannten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz eine besondere Bedeutung zu.

Ein Maurer verfugt eine Mauer title=
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Landeshauptstadt Kiel
Umweltschutzamt
Holstenstraße 108
24103 Kiel

 

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