Masterplan 100% Klimaschutz

Masterplan 100% Klimaschutz

Ergebnisse – Die Eckpunkte der Klimaschutz-Strategie

Ausgangssituation - Energie- und Treibhausgas-Bilanz 2014

Als Basis für die Klimaschutzstrategie dient eine aktuelle Energie- und Treibhausgas-Bilanz. Aktuell heißt in diesem Fall für das Jahr 2014, da für dieses Jahr weitestgehend vollständige Datensätze der Ausgangsdaten vorlagen.

2014 wurden auf dem Stadtgebiet der Landeshauptstadt Kiel 4.661 GWh Endenergie verbraucht. Im Vergleich zum Jahr 1990 ist der Endenergieverbrauch um ca. 8 % zurückgegangen. 

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Endenergieverbrauch im Jahr 2014

Aus dem Endenergieverbrauch im Jahr 2014 resultieren Treibhausgas-Emissionen in Höhe von 1.948.000 t CO2Äq für das Jahr 2014. Im Zeitraum zwischen den Jahren 1990 und 2014 konnte der Treibhausgasausstoß in der Landeshauptstadt Kiel um ca. 15 % reduziert werden. 

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Treibhausgasemissionen im Jahr 2014

Die unterschiedlichen Anteile der Sektoren am Endenergieverbrauch und an den Treibhausgas-Emissionen resultieren aus den unterschiedlichen Treibhausgas-Intensitäten (Treibhausgasausstoß je kWh Endenergie) der eingesetzten Energieträger. (z. B. Kraftstoffe im Handlungsbereich Mobilität gegenüber Strom und Erdgas im Bereich Haushalte und Einwohner*innen).  

Kurzzusammenfassungen und Details zu den einzelnen Handlungsbereichen finden Sie auf den folgenden Seiten:

Die ausführliche Energie- und THG-Bilanz finden Sie [in Kürze] unter www.klimaschutz-planer.de.

Zukunftszenarien: Weiter so oder alles anders?

Im Rahmen des Prozesses wurden zwei verschiedene Szenarien erarbeitet, die eine unterschiedliche Entwicklung der Endenergie sowie der Treibhausgas-Emissionen mit sich bringen.

a) Trendszenario – „Weiter, wie gehabt?“

In einem theoretischen Szenario wurde betrachtet, wie sich der Endenergieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen auf dem Stadtgebiet entwickeln würden, wenn keine weiteren Klimaschutzmaßnahmen mehr in Kiel umgesetzt würden. 

Berücksichtigt wurden dabei die Ergebnisse der Status-Quo-Analyse und die Auswertung wichtiger Treiber (z. B. Wachstum der Bruttowertschöpfung in den Sektoren Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Industrie). Dabei wurde unterstellt, dass nur die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen, die bereits beschlossenen Maßnahmen (z. B. der Bau des Kieler Küstenkraftwerks) sowie der autonome technische Fortschritt für den Klimaschutz vor Ort wirksam werden.

Nach einer deutlichen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen aufgrund der Inbetriebnahme des Kieler Küstenkraftwerks und der damit einhergehenden Reduzierung der Treibhausgasintensität in der Kieler Strom- und Fernwärmeerzeugung ab dem Jahr 2019 wäre bis zum Jahr 2050 nur noch eine geringe Reduktion der Treibhausgas-Emissionen zu verzeichnen. Im Jahr 2050 verblieben Treibhausgas-Emissionen in Höhe von 1.240.000 t CO2Äq auf dem Kieler Stadtgebiet. Dies entspräche einer Reduktion gegenüber dem Jahr 1990 von lediglich 46 %.

Fazit: Die Zielsetzungen des Projekts „Masterplan 100 % Klimaschutz“ sind also nicht ohne zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen und ein wachsendes Engagement der lokalen Akteur*innen und Einwohner*innen erreichbar. 


b) Szenario „Workshopergebnisse“ – „Welche Potenziale sind vorhanden?“

Gemeinsam mit den Kieler Akteur*innen wurde das Szenario „Workshopergebnisse“ entwickelt. Es orientiert sich direkt an den im Rahmen der Workshops durch die Teilnehmer*innen getroffenen Abschätzungen, welche klimaschutzwirksamen Maßnahmen zur Reduzierung des Endenergieverbrauchs durch die Akteure in den jeweiligen Sektoren umgesetzt werden können. Es handelt sich um das vom Gutachter empfohlene Szenario für die Kieler Klimaschutzstrategie, da

  • die Maßnahmen wirtschaftlich sind, 
  • die zu erwartende Akzeptanz bei den lokalen Akteuren hoch ist und 
  • das Energiesystem dadurch stabilisiert wird.
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Energieeinsparpotenziale bis zum Jahr 2050

Die Grafik zeigt die Energie-Einsparpotenziale der Endenergie, die gegenüber dem Jahr 1990 bis zum Jahr 2050 erreichbar sind. Die hellen Anteile der Balken stellen den Anteil dar, der zwischen den Jahren 1990 und 2014 bereits erreicht worden ist. Die dunklen Anteile der Balken zeigen auf, welche Endenergieeinsparung bis zum Jahr 2050 noch möglich ist.

In Summe aller Sektoren kann in der Landeshauptstadt Kiel im Szenario „Workshopergebnisse“ gegenüber dem Jahr 1990 bis zum Jahr 2050 eine Endenergieeinsparung von 44 % erreicht werden.

Auswirkungen des Szenarios „Workshopergebnisse“ auf die THG-Bilanz

Im Zusammenhang mit einer Umstrukturierung der Energieversorgung (nahezu CO2-neutraler Kraftwerkspark) und einer Mobilitätswende verbleibt im Jahr 2050 eine Restemission von maximal 83.000 t CO2Äq. Diese resultieren aus den fossilen Restfraktionen des in der Müllverbrennung eingesetzten Abfalls sowie einem verbleibenden fossilen Anteil im Bereich der Kraftstoffe (Sektor Mobilität).

Die CO2-Restemission im Jahr 2050 entspricht 4 % der Treibhausgas-Emissionen im Jahr 1990. Die Zielsetzung für den „Masterplan 100 % Klimaschutz“ – die Treibhausgas-Emissionen um mindestens 95 % zu reduzieren – wird mit dem vorgeschlagenen Zielpfad also leicht übererfüllt.

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Entwicklung der Treibhausgasemissionen 1990-2050

Signet Klimaschutzstadt Kiel.100%
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