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Marine- und Kriegsgedenkstätten auf dem Nordfriedhof

Denkmal für die Toten der kaiserlichen Marine des Ersten Weltkrieges

Denkmal für die Toten der Kaiserlichen Marine
Denkmal für die Toten der Kaiserlichen Marine

Das Denkmal befindet sich zwischen den Feldern III und IV.

Auf einer großzügigen Fläche zwischen dem alten Teil des Friedhofes und der Anlage mit den Kriegsgräbern des Zweiten Weltkrieges befindet sich auf einem dreistufigen Podest das Denkmal für die Gefallenen der kaiserlichen Marine des Ersten Weltkrieges 1914 bis 1918.

Der Stein trägt die Aufschrift:
"Wir Toten fordern als unser Recht
die alte Treue vom neuen Geschlecht“

Auf der anderen Seite steht:
"Im Weltkriege starben den Heldentod
1.569 Offiziere und Beamte 718 Deckoffiziere
7.349 Unteroffiziere 25.197 Mannschaften
der kaiserlichen Marine“

Das von Marinebaurat Kelm und Oberintendanturrat Burmeister entworfene Denkmal wurde am 31. Mai 1933 - dem 17. Jahrestag der "Skagerrak-Schlacht" - eingeweiht. Diese Schlacht gilt als die größte Seeschlacht der Geschichte, an der 112 deutsche und 150 britische Schiffe beteiligt waren. Trotz der Übermacht der "Home Fleet" waren die Verluste auf britischer Seite erheblich größer als auf deutscher.

Die Deutschen feierten den Ausgang der Schlacht als taktischen Sieg und 2.551 ertrunkene deutsche Seemänner als Helden. Für die Reichsmarine war es "der größte Ruhmestag ihrer Geschichte", der fortan alljährlich gefeiert wurde. An der Übermacht der britischen Flotte und dem Kriegsverlauf änderte sich allerdings nichts.

Für die damalige Zeit bezeichnend wurde die Gedenkkultur für propagandistische Zwecke instrumentalisiert. Mit dem Sinnspruch des Denkmals wurde dem "neuen Geschlecht", nämlich den Menschen im nationalsozialistischen Deutschland, bedingungsloser Gehorsam gegenüber dem Staat abverlangt. So stellte Marinepfarrer Sontag in seiner Weiherede fest: "Opfersinn und Pflichttreue und eine hingebende Vaterlandsliebe sind im neuen Deutschland in einem besonders starken Maße wieder erwacht." Mit solchen Formulierungen sollte der Soldatentod als heldenhafte Aufopferung für das Vaterland erscheinen und der wahre Grund für das tausendfache Sterben verschleiert werden.

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