Lokaler Aktionsplan Kiel-Nord
Was ist ein Lokaler Aktionsplan?
Lokale Aktionspläne sind konkrete, vor Ort ausgearbeitete Konzepte, die Vielfalt, Toleranz und Demokratie vor allem unter Jugendlichen stärken sollen.
Innerhalb eines Lokalen Aktionsplans arbeiten Kommune und lokale Akteure der Zivilgesellschaft (Vereine, Verbände, Kirchen und engagierte Bürgerinnen und Bürger) eng zusammen. Gemeinsam wird eine Strategie für Toleranz und Vielfalt, für demokratisches Handeln und gegen rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen vor Ort entwickelt.
Warum Lokaler Aktionsplan Kiel-Nord?
Die Landeshauptstadt Kiel wurde im Mai 2011 in das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN“ aufgenommen. Seitdem fördert der Lokale Aktionsplan Kiel-Nord die nachhaltige Entwicklung von Kieler Bündnissen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.
Der Lokale Aktionsplan in Kiel nimmt vor allem die nördlichen Stadtteile Pries/ Friedrichsort, Schilksee, Wik und Holtenau in den Blick. Gesellschaftliche Erscheinungen wie fremdenfeindliche, rassistische und andere vorurteilsgeladene bzw. diskriminierende Haltungen gehören leider im zunehmenden Maße bei Kieler Jugendlichen zur Normalität. Insbesondere jedoch im Bereich nördlich des Nord-Ostsee-Kanals in Friedrichsort, Holtenau und Schilksee gibt es verstärkt Aktivitäten rechtsextremistischer Jugendlicher und Erwachsener. Dort ist es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Übergriffen, Belästigungen und Sachbeschädigungen mit fremdenfeindlichem und antidemokratischem Hintergrund gekommen. Über das gesamte Stadtgebiet verteilt gibt es ferner immer wieder Werbeaktionen rechtsextremistischer Gruppierungen vor und an den Schulen.
Wer ist für die Umsetzung verantwortlich?
Die Lokale Koordinierungsstelle des Bundesprogramms in der Landeshauptstadt Kiel liegt im Dezernat III und im Amt für Kultur und Weiterbildung. Sie ist in allen Fragen zur Umsetzung des Lokalen Aktionsplan Kiel-Nord der zentrale Ansprechpartner. Die Lokale Koordinierungsstelle ist zugleich die Schnittstelle zwischen den lokalen Akteuren aus Kiel und den Verantwortlichen des Bundesprogramms.
Die Aufgaben der Lokalen Koordinierungsstelle sind:
- die Entwicklung und Fortschreibung des Lokalen Aktionsplan
- der Aufbau von nachhaltigen Strukturen
- die Koordinierung der Projekte zur Umsetzung des Lokalen Aktionsplan
- die Beratung und Begleitung der Projektträger
- die Abrechnung und Verwaltung der Mittel
Wer entscheidet über die Förderung von Projekten?
Der lokale Begleitausschuss bildet das Gremium, welches darüber entscheidet welche Projekte gefördert werden. Der Begleitausschuss ist neben Vertreterinnen und Vertetern des Kieler Ämternetzwerkes auch mit lokalen Handlungsträgern aus der Mitte der Zivilgesellschafft besetzt. Der Begleitausschuss besteht aus 16 Mitgliedern und tagt regelmäßig. Die Projektträger haben die Möglichkeit, das Projekt dem Begleitausschuss direkt vorzustellen und dort zu diskutieren. Der Begleitausschuss entscheidet dann im Regelfall im Verlauf einer Sitzung.
Welche Projekte können gefördert werden?
Im Rahmen des Lokalen Aktionsplan Kiel-Nord können für das Jahr 2012 besonders Projekte gefördert werden, die sich nachhaltig auf folgende inhaltliche Schwerpunkte stützen:
1. Projekte, die das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für Toleranz und Vielfalt stärken und rechtsextremer Gewalt und menschenfeindlichen Weltbildern eindeutig entgegenwirken
2. Projekte, die zu mehr Demokratie und Toleranz auffordern und die soziale Integration von benachteiligten Gruppen fördern
3. Projekte, die Zivilcourage und bürgerliches Engagement gegen Alltagsrassismus, Ausgrenzung und Rechtsextremismus stärken
4. Projekte, die sich eindeutig gegen gruppenbezogene Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit wie Antisemitismus und Islamfeindlichkeit positionieren
Als Träger von Einzelprojekten kommen grundsätzlich gemeinnützige Organisationen in Betracht. Gefördert werden Projekte an Schulen, in der Jugendarbeit, in Vereinen, in Bereichen der Bildung und Weiterbildung, in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Zivilgesellschaft. Einzelprojekte zur Umsetzung des Lokalen Aktionsplans können jeweils mit bis zu 20.000 Euro gefördert werden. Eine Kofinanzierung aus eigenen oder anderen Mitteln ist erwünscht, aber nicht Bedingung. Die Förderphase für Einzelprojekte umfasst maximal 12 Monate. Gefördert werden einmalige und kleinere Projekte sowie umfangreiche Großprojekte.
Initiativen von Einzelpersonen und Gruppen, insbesondere auch Jugendlichen, sind ausdrücklich erwünscht. Bewerbungen sind möglich mit der eigenen Schulklasse, dem Verein, der Jugend- oder Kirchengruppe. Die lokale Koordinierungsstelle hilft bei Fragen zur Förderung und Finanzierung gern weiter.
Wie kann ich mich für ein Projekt bewerben?
Bei der Bewerbung um die Projektförderung innerhalb des Lokalen Aktionsplans Kiel-Nord muss sich an folgende Angaben gehalten werden:
- Titel des Einzelprojekts
- Bezugnahme zu den Förderschwerpunkten des Lokalen Aktionsplans
- Die Projekte müssen sich an die Menschen in den Fördergebieten Pries/ Friedrichsort,
Schilksee, Wik und Holtenau richten
- Angabe der Hauptzielgruppe
- Kurzbeschreibung des Projekts
- Nennung von KooperationspartnerInnen
- Prinzipien des Gender Mainstreaming
- Kostenplan (verbindlich)
Mehr Informationen hierzu finden Sie demnächst auf dieser Internetseite oder melden Sie sich persönlich bei der lokalen Koordinierungsstelle.
Was bedeutet der LAP Kiel-Nord für Kiel?
Kiel in Aktion und alle mit an Bord! - Gemeinsam für eine vielfältige und lebendige Kultur des Miteinanders in Kiel. Alle sollen an einem Strang ziehen, wenn es darum geht Konzepte zu Vielfalt, Toleranz und Demokratie unter der gesamten Kieler Bevölkerung zu stärken.
Kommune, soziale Einrichtungen, Vereine, Verbände, Kirchen und engagierte Kielerinnen und Kieler arbeiten eng zusammen. Hand in Hand werden Strategien und Aktionen zur Förderung von Zivilcourage und Toleranz entwickelt und gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet.
Das dadurch entstehende Netzwerk hat zum Ziel, dass in Kiel der Einsatz für Vielfalt, Toleranz und Demokratie ein wesentlicher Bestandteil des bürgerlichen Engagements aller Alters- und Sozialschichten wird. Darüber hinaus soll das Netzwerk verhindern, dass sich menschenverachtende Ideologien sowie Vorurteile und Ressentiments in der Gesellschaft, vor allem unter Kindern und Jugendlichen, ausbreiten können.
Ganz Kiel mit an Bord! - Gemeinsam für eine vielfältige und lebendige Kultur des Miteinanders in Kiel.


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