Stadt- & Schifffahrtsmuseum
Maritime Sammlung
Die hafen- und seefahrtsgeschichtliche Sammlung des Kieler Schifffahrtsmuseums geht in ihren Anfängen auf eine großzügige Schenkung des Hamburger Sammlers Dr. Claus Grimm zurück. Ihm folgten andere Stifter und Leihgeber sowie der Förderkreis Kieler Schiffahrtsmuseum, die in Zusammenarbeit mit dem Museum dazu beitrugen, einen repräsentativen Bestand zur maritimen Kulturgeschichte Kiels aufzubauen.
Hierzu gehört als Altbestand auch die Sammlung aus dem im Krieg zerstörten Alt-Ellerbeker Fischerhaus mit Bilddokumenten, Wohnaccessoires, Trachten und Fischereigerät. Andere Kernthemen der Museumssammlung liegen bei den Werften, der Marine, dem U-Bootbau und seinen Folgen, dem Segelsport sowie den maritimen Erfindungen und Entwicklungen Kieler Firmen. Zeitlich eingegrenzt ist sie auf das ausgehende 18. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt in der Kaiserzeit.
Alex Kircher: Die "Hohenzollern"
eröffnet den Nord-Ostsee-Kanal, 1895
Die Sammlung umfasst heute einen bedeutenden Bestand an Marinemalerei, denn als Reichskriegshafen bot Kiel ein beliebtes Motiv für dieses Genre. Vertreten sind Künstler wie Carl Saltzmann, Willy Stöwer, Hans Bohrdt, Claus Bergen, Fritz Stoltenberg und Robert Schmidt-Hamburg/Laboe. Aber auch Kapitänsbilder aus dem 19. Jahrhundert dokumentieren die Kieler Seefahrtsgeschichte.
Einen zweiten Sammlungsschwerpunkt bilden die zahlreichen Schiffsmodelle und Dioramen zur Hafengeschichte. Die Modelle zeigen Schiffstypen vom Wikingerboot über Frachtsegler, U-Boote, Schlachtschiffe, Segelyachten oder moderne Tanker bis zum Forschungsschiff. Zum größten Teil sind es Schiffe, die auf Kieler Werften gebaut wurden oder hier stationiert bzw. bereedert waren. Als Sonderbestand umfaßt die Sammlung A. Schnarke mehrere hundert Kriegsschiffsmodelle aus Kunststoff, Holz und Papier, die teilweise als Vorlage für die Modellproduktion der Firma Wiking dienten.
Zu den historischen Sachdokumenten zählen maritime Kleidung wie Matrosenanzug und Marineuniformen, einige Militaria der kaiserlichen Marine, seemännische Souvenirs und Volkskunst wie z.B. Buddelschiffe, zahlreiches nautisches Gerät und Teile von Schiffsausrüstungen, marinetechnisches Gerät und "Kieler Erfindungen" wie Kreiselkompass und Echolot sowie Utensilien des Segelsports, insbesondere Trophäen und Pokale. Auch kleinere Sportboote, etwa zwei Jollen aus den 1930er Jahren sowie ein Ruderboot, gehören zum Museumsinventar. Mit einem umfangreichen Bestand an Arbeitsgerät und Ausstattungsstücken von Kieler Werften wird der Bogen geschlagen zu den stadtgeschichtlichen Sammlungen zur Kieler Industriekultur.
Modellschiffe in der Fischhalle
Im Bestand des Kieler Schifffahrtsmuseums befinden sich auch drei Museumsschiffe, die als Originale mit authentischer Größendimension der umfangreichen Sammlung kleinformatiger Schiffsmodelle gegenüberstehen. Die drei Oldtimerschiffe "Bussard", "Hindenburg" und "Kiel", die an der 2011 neu gebauten Museumsbrücke festmachen, sind eine besondere Attraktion. Leben und Arbeiten auf einem Schiff lässt sich nun einmal am besten an Bord erleben.
Neben der Besichtigung des Seenotrettungskreuzers "Hindenburg" und des Feuerlöschbootes "Kiel" lohnt sich beim Tonnenleger "Bussard" von 1905 der Blick in den originalen Dampfmasachinen- und Kesselraum und in die Offiziers- und Mannschaftskojen. Die Oldtimerflotte ist während der Sommersaison vom 15.April bis zum 14. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen.


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