Kiel plant & baut

Bürgerbegehren zum Flughafengelände Kiel-Holtenau

Im Juli 2017 wurde ein Bürgerbegehren gemäß §16 der Gemeindeordnung mit folgender Fragestellung angezeigt: „Sind Sie dafür, dass der Verkehrslandeplatz Holtenau geschlossen und stattdessen auf dem Gelände ein neuer mischgenutzter Stadtteil mit weitest möglich kommunalem und gemeinnützigem Wohnungsbau sowie Gewerbe entwickelt wird?“

Die Ratsversammlung hatte hingegen bereits im Februar einen Beschluss zum dauerhaften Erhalt des Flughafens gefasst. Ab September 2017 beginnt die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren. Die Verwaltung der Landeshauptstadt Kiel stellt hier nun entsprechende Informationen dazu zur Verfügung.


Was ist bisher passiert?

  •  12 / 2010 Beschluss der Ratsversammlung den Kieler Flughafen zu einem Gewerbepark mit Landebahn zu entwickeln (Änderung zur Drucksache 0893/2010 ).

  • 05 / 2012 Vorlage hat einer Rahmenplanung durch das Büro Drees & Sommer aus Stuttgart für den „Airpark Kiel“ (Rahmenplan Airpark Kiel

  • 11 / 2013 Ratsbeschluss zur Erstellung eines Regionalwirtschaftlichen Gutachtens (Drucksache 0944/2013 )

  • 2011-2015 Erarbeitung des Integrierte StadtTEILentwicklungskonzeptes Pries/Friedrichsort und Holtenau unter Einbeziehung des Flughafenareals (Drucksachen 0250/2013 und 0892/2015)

  • 10 / 2016 Vorlage des Regionalwirtschaftlichen Gutachtens für das Flughafengelände Kiel-Holtenau durch die Arbeitsgemeinschaft Prognos AG und das Zentrum für Recht und Wirtschaft des Luftverkehrs (ZFL)(Drucksache 0875/2016 ).
  • 02 / 2017 Beschluss zum dauerhafter Erhalt des Flughafens Holtenau durch die Ratsversammlung      (Drucksache 0150/2017 )
  • 02 / 2017 Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan Nr. 1022 Boelckestraße Süd (Bereich zw. Boelckestraße und Rollfeld auf dem Flughafengelände - Drucksache 1089/2016 )
  • 05 / 2017 Betrauung der Flughafengesellschaft mit dem Weiterbetrieb des Verkehrslandeplatzes. Bereitstellung von einem jährlichen Zuschuss von maximal 200.000 Euro durch die Landeshauptstadt Kiel (Drucksache 0474/2017

Welche Kosten sind mit den Maßnahmen des Bürgerbegehrens verbunden?

Gemäß § 16 der Gemeindeordnung ist für ein Bürgerbegehren auch eine „Übersicht über die zu erwartenden Kosten der verlangten Maßnahme“ durch die Verwaltung zur Verfügung zu stellen. Das Stadtplanungsamt hat für die Verwaltung auf Anfrage der Vertretungsberechtigten des Bürgerbegehrens eine Kostenschätzung erarbeitet.

Für das Vorhaben existiert bislang keine konkrete Planung als Basis für eine Kostenschätzung. Hilfsweise sind daher die Kosten dem Regionalwirtschaftlichen Gutachten für das Flughafengelände Kiel-Holtenau (Drucksache 0875/2016)  entnommen, welches folgende Strukturskizze als Grundlage hat: „Variante B - Mischgenutztes Wohn- und Gewerbegebiet (Mischgenutztes Quartier)“ des Stadtplanungsamtes von 2010, aktualisiert 2016. Es wird davon ausgegangen, dass auf dem Flughafengelände circa 15 Hektar Wohnen, circa 3 Hektar Mischnutzung, circa 40 Hektar Gewerbe und circa 40 Hektar Freiflächen entstehen.

Skizze  title=
Skizze Variante B – Mischgenutztes Quartier; Quelle: Stadtplanungsamt Kiel 2010, aktualisiert 2016

Die nachfolgend dargestellten Kosten beinhalten die notwendigen öffentlichen Investitionen für die Durchführung der Maßnahme, inklusive Pflegekosten für öffentliche Grünflächen. Nicht enthalten sind Folgekosten für den Betrieb sozialer Infrastruktur, private Kosten und mögliche Einnahmen (zum Beispiel durch Miete oder Verkauf). Die Kosten beziehen sich jeweils auf einen Zeitraum von 30 Jahren (2016-2045).  

  1. Direkte Kosten durch Schließung des Flughafens: 400.000 bis 800.000 Euro
  2. Kosten für den Rückbau 1,8 bis 2,1 Millionen Euro
  3. Kosten für Grundstücke, Planung, Grünanlagen und Erschließung der Gewerbeflächen: 38,8 bis 42,6 Millionen Euro
  4. Risiko: Es sind Altlasten vorhanden. Die Kosten für Altlastensanierung sind bislang nicht bezifferbar.
  5. Das Gutachten geht von einer Erschließung der Wohnbauflächen und vom Bau der Wohnungen durch Private aus. Je nach kommunalem Anteil daran können hier bis zu 37,8 Millionen Euro für Erschließung und 160 Millionen Euro für den Bau der Wohnungen (inklusive dem Bau von notwendigen Kitas oder Schulen) sowie bis zu 3,2 Millionen Euro für Planung, Rückbau und Grünanlagen (Kostenanteil der sonst von privat getragen würde) hinzu kommen.

Dem gegenüber stehen Minderkosten durch den Wegfall des Betriebszuschuss für die Flughafen GmbH. Der Zuschuss beträgt ab 2018 jährlich bis zu 200.000 Euro (Drucksache 0474/2017).

Zudem würden sich, die als Kosten (1-3) benannten öffentlichen Investitionen gemäß dem Gutachten innerhalb von 18 (bis 2034) bis 28 Jahren (bis 2044) amortisieren. Nach 30 Jahren Betrachtungszeitraum wäre laut Gutachten mit Mehreinnahmen gegenüber den Kosten von 13,9 bis 58,6 Millionen Euro zu rechnen.

Eine detailliertere Aufstellung der Kosten können Sie hier herunterladen.

Luftbild des Flughafens mit Umriss  title=
Das Flughafenareal
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Kontakt

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Büro des Stadtpräsidenten
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24103 Kiel

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