Zur Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals

Bereits im späten 18. Jahrhundert gab es einen Vorgänger des Nord-Ostsee-Kanals, den Schleswig-Holstein-Canal, den der dänische König Christian VII. als damaliger Landesherr hatte bauen lassen. Dieser Kanal mündete bei Rendsburg in die Eider und schaffte so über den Hafen von Tönning eine Verbindung zwischen Nord- und Ostsee. Die Treidelfahrt der Frachtschiffe dauerte damals bis zu vier Tage. Drei historische Packhäuser in Holtenau, Rendsburg und Tönning zeugen noch heute vom regen Warenaustausch über diese Wasserstraße.  

Schiff unter der Levensauer Hochbrücke, Schwarzweißfoto title=
Durchfahrt unter der Levensauer Hochbrücke, 1911

Nach Gründung des Deutsches Reiches und mit dem Aufbau einer eigenen Marine führten strategische Überlegungen zum Neubau eines modernen Kanals, teilweise unter Einbeziehung des alten Bettes. 1887 erfolgte die Grundsteinlegung durch Kaiser Wilhelm I. in Kiel-Holtenau. Nach acht Jahren Bauzeit - rund 9.000 Arbeiter hatten währenddessen rund 80 Millionen Kubikmeter Erdreich bewegt - konnte Kaiser Wilhelm II. den Kanal im Sommer 1895 mit einer pompösen Feier und einer internationalen Flottenparade eröffnen. Durch die Weiterentwicklung im Großkampfschiffbau reichte der Kaiser-Wilhelm-Kanal schon bald nicht mehr aus und wurde 1907 bis 1914 weiter ausgebaut. Er hatte dann eine Breite von 102 Metern und eine Tiefe von 11 Metern.

 

Landschaftsgemälde aus dem 19. Jahrhundert mit Eiderkanal-Motiv
Gemälde Ende des 19. Jahrhunderts: Schiffe auf dem Kanal, Matrosen und winkende Menschen in Booten

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Wasserstraße durch den Versailler Vertrag internationalisiert. Der Schiffsverkehr nahm erheblich zu. Der Kanal blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört und wurde 1948 umbenannt in Nord-Ostsee-Kanal.

Bildmaterial: Landeshauptstadt Kiel, Behrenbruch, Kieler Stadtarchiv, Stadt- und Schifffahrtsmuseum 

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Olympischer Segelsport 1936


Bildmaterial

Landeshauptstadt Kiel, Behrenbruch, Kieler Stadtarchiv, Stadt- und Schifffahrtsmuseum